Seit fast 20 Jahren ist der 77-jährige Volkmar Brandt Schiedsrichter vom ASV Biburg

Biburger „Schiri-Oldie“ steht seinen Mann

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Auf den 77-jährigen Schiri Volkmar Brandt ist einfach Verlass.

Fürstenfeldbruck – Was wäre die Schiedsrichtergruppe FFB/Ammersee ohne ihre Schiri-Oldies? Auf sie ist halt immer Verlass, wenn es drauf ankommt. Selbst wenn sie mal zwei Spiele hintereinander leiten, stehen sie ihren Mann. Den 77-jährigen Volkmar Brandt vom ASV Biburg kennt jede so gut wie jede Mannschaft in der Region und darüber hinaus, denn seit fast 20 Jahren ist der Biburger seinem Hobby treu geblieben, nachdem er erst im hohen Alter bei den Schiris „einstieg“. „Ich war ein Spätberufener“, meinte Brandt, „aber ich habe ja noch bis zum 58. Lebensjahr selber gespielt.“

Ich pfeife immer noch gern, und solange es mir meine Gesundheit erlaubt, möchte ich auch noch weitermachen“, erzählte der eingeschworene Löwenfan am Rande des Stadtderbys zwischen dem BVTA und dem TSV West am 16.August. Seit fast 20 Jahren ist der 77-Jährige für den ASV Biburg an der Pfeife und berichtete voller Leidenschaft von einem langen Schiri-Einsatz an einem Samstagnachmittag.

Bis ins 70 Kilometer entfernte Schwabbruck in der Nähe von Schongau hatte ihn Schiri-Einteiler Michael Stahl zur Leitung eines Spiels geschickt. „Bereits um 11 Uhr machte ich mich auf den Weg“, schilderte Brandt, der seine Aufträge stets sehr gewissenhaft wahrnahm, seine Vorbereitungen zum Spiel. Auf dem Beifahrersitz eine leichte Marschverpflegung, kam Brandt weit vor Spielbeginn um 13 Uhr am Sportplatz in Schwabbruck an. „So hatte ich genügend Zeit, den Platzaufbau und die Tornetze zu überprüfen, und es reichte auch noch für eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen im Vereinsheim“, erzählte Brandt. 

Pünktlich um 13.15 Uhr pfiff er die C-Klassenbegegnung der Reserven von Schwabbruck und Seestall an. „Als ich nach dem Spiel in die Schiri-Kabine kam, herrschte große Aufregung“, berichtete Brandt weiter. Der eingeteilte Referee für das Spiel der ersten Mannschaften war nicht erschienen. Nach einem Gespräch mit den Spielführern und Trainern der Mannschaften erklärte sich der 77-jährige Brandt sofort bereit, noch einmal 90 Minuten auf den Platz zu verbringen und das A-Klassenspiel zwischen Schwabbruck und Peißenberg zu pfeifen.

Mit 20 Minuten Verspätung liefen die beiden Mannschaften, angeführt von Oldie-Schiri Brandt, dem bereits 90 Minuten in den Knochen steckten, auf. Den verspäteten Anpfiff erklärte Brandt mit der Überprüfung der Mannschafts-Aufstellungen im PC und der Kontrolle der Spielerpässe.

Selbst in der Halbzeitpause blieb Brandt keine Zeit, um kurz zu verschnaufen. „Da gab ich den Spielbericht vom Spiel der beiden zweiten Mannschaften in den PC ein“, so Brandt. Nach einem kräftigen Schluck aus der Wasserflasche, ging es ein letztes Mal hinaus auf den Platz. Kurz nach 17 Uhr hatte Volkmar Brandt seine „Arbeit“ auf dem grünen Rasen erledigt. Dann ging es zurück in die Kabine und an den PC. Der Spielbericht konnte aus unerfindlichen Gründen aber nicht freigegeben werden, dennoch verzweifelte Brandt nicht. Zum Glück tauchte inzwischen Spielleiter Heinz Eckl (Schongau) auf, der sich der Angelegenheit annahm, denn Brandt steht mit dem PC auf schon ein wenig auf dem „Kriegsfuß“, gestand er unumwunden ein. „Das brauch ich mir in meinem Alter nicht mehr antun.“ 

Nach einer kleinen Brotzeit und einer Radler-Halben machte er sich dann auf den Heimweg, erzählte der 77-Jährige nicht ohne ein wenig Stolz. Von der Schiri-Gage bleibt dann freilich nicht mehr viel übrig. Pro Spiel 20 Euro erhalt Brandt, und die Fahrkosten werden nur bis zu einer Entfernung von 50 Kilometern abgerechnet. Aber wegen des Geldes pfeift Volkmar Brandt eh nicht, sondern rein aus der Freude am Fußball. In Biburg konnte ihn seine Frau Irma an diesem Samstag gegen 19 Uhr zwar abgekämpft und erschöpft, aber voller Zufriedenheit in Empfang nehmen. 

Dieter Metzler

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