Füssener Piloten kommen nach neun Tagen und 6500 Kilometern am nördlichsten Punkt Europas an

Von Füssen ans Nordkap

+
Bei ihrem Flug zum Nordkap gelingen den beiden Piloten beeindruckende Bilder.

Füssen/Nordkap – Ans Nordkap geflogen sind jetzt Jürgen Stankowitz und Peter Szarafinski vom Luftsportverein Füssen. Die 6500 Kilometer lange Reise an den nördlichsten Punkt Europas bewältigten die beiden mit dem VW Käfer der Lüfte: dem kleinen Motorsegler des Luftsportvereins. Dafür brauchten sie neun Tage und 50 Flugstunden.

Die Mitglieder des Luftsportvereins fliegen den Motorsegler meist nur in der Umgebung von Füssen. Mit seinen 80 PS gehört er nicht gerade zu den schnellsten seiner Art und Navigationsinstrumente sind Mangelware. Er hat nur zwei Sitze und kaum Platz für Gepäck. Auf den Straßenverkehr übertragen kommt der Motorsegler einem VW Käfer am nächsten: altes Design, einfache Technik, wenig Leistung – und wenig Komfort.

Größere Touren sind mit diesem VW Käfer der Lüfte daher die Ausnahme. Zumal die Reise ans Nordkap mit dem Motorsegler komplizierter ist als mit dem Auto: Man kann nur bei gutem Wetter fliegen, den richtigen Sprit gibt es nicht an jedem Flugplatz und die weiten Strecken über dünn besiedelte Landstriche erfordern sorgfältige Planung.

Dennoch wagten Jürgen Stankowitz und Peter Szarafinski die Reise. Bei Flügen über Ostsee und Atlantik trugen die beiden Piloten Schwimmwesten. Außerdem hatten sie einen Notsender an Bord, der im Ernstfall ihre Position an Rettungsmannschaften übermittelt hätte.

Glück mit dem Wetter

Der Hinflug führte über Dänemark und Schweden. Je weiter es nach Norden ging, desto einsamer wurde es. Irgendwann waren die Wälder nicht einmal mehr durch Forstwege erschlossen. Das erschwerte die Navigation mit Karte und Kompass. Andere Flugzeuge trafen die beiden Piloten außerhalb der Flughäfen praktisch nie.

So teuer Schweden im Vergleich zu Deutschland ist, so günstig war es an manchen Flughäfen. Da sie auf Boeings und Airbusse eingestellt sind, kann ihr Computer so kleine Flugzeuge wie den Füssener Motorsegler nicht abrechnen – die Landegebühr entfiel also. „Mit dem Wetter hatten wir unverschämtes Glück“, so Peter Szarafinski. Je weiter es nach Norden geht, desto unbeständiger wird es normalerweise. Das Nordkap selbst ist berüchtigt für Regen und Nebel. „Aber uns präsentierte es sich in schönstem Sonnenschein.“

So weit im Norden herrscht im Sommer der Polartag, das heißt die Sonne geht nicht unter. Das gab den Piloten die Möglichkeit, nachts zu starten und die Mitternachtssonne aus der Luft zu erleben. Der Rückflug war entlang der norwegischen Küste geplant. Hier kamen die Füssener Flieger aber nur bis nach Trondheim. Weiter im Süden blockierte seit Wochen schon ein Regengebiet nach dem anderen die Route.

Daher querten sie zurück nach Schweden und flogen dort bei bestem Wetter weiter. Nach einer guten Woche setzte der Motorsegler wieder auf dem Füssener Segelflugplatz auf.

red

Meistgelesene Artikel

EV Füssen baut Tabellenführung aus

Füssen – Seine Tabellenführung hat der EV Füssen am Wochenende ausgebaut. Nachdem die Schwarzgelben im Derby den ESC Kempten mit 11:2 vom Eis gefegt …
EV Füssen baut Tabellenführung aus

Titelverteidiger legt starken Auftakt hin

Rückholz – Mit einem Derbysieg ist der Titelverteidiger jetzt in die Zimmermannrunde gestartet: Die Seeger Adler besiegten zum Auftakt der …
Titelverteidiger legt starken Auftakt hin

Revanche geglückt

Bad Wörishofen – Einen 7:5-Sieg hat der ERC Lechbruck am Freitag gegen die 1b-Mannschaft des EV Bad Wörishofen eingefahren. Im Hinspiel mussten sich …
Revanche geglückt

Kommentare