Deutsches Gleitschirmteam erkämpft sich zweiten Platz bei der Europameisterschaft

Ostallgäuer holen EM-Silber

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Die Deutsche Mannschaft bei der Siegerehrung.

Mazedonien/Halblech – Zum zweiten Mal in Folge ist jetzt die Deutsche Gleitschirm-Nationalmannschaft Vize-Europameister geworden. Während sich die beiden Ostallgäuer Piloten Yvonne Dathe und Martin Petz, beide aus Berghof, über die Mannschaftssilbermedaille freuen konnten, reichte es

149 Piloten aus 29 Nationen gingen jetzt bei der 14. FAI Gleitschirm Europameisterschaft im mazedonischen Krushevo an den Start. Die Piloten flogen während der neun Durchgänge mit Flugstrecken von 60 bis 120 Kilometern die Titel in der Team-, Herren- und Damenwertung aus. Als amtierender Team-Weltmeister zählten die deutschen Piloten zu den Favoriten. Für die Deutsche Nationalmannschaft gingen auch zwei Ostallgäuer an den Start – der 29-jährige Martin Petz und die 39-jährige Yvonne Dathe, beide aus Berghof.

Der neunte und letzte Lauf der Europameisterschaft wurde dann zur Nervenschlacht. Von Beginn an kämpfte Deutschland gegen das extrem starke französische Team um die Führung. Die Punktabstände waren denkbar knapp und auch die Verfolger aus Italien und Slowenien konnten am letzten Tag das Podium noch durcheinander würfeln.

Der Teamchef der Deutschen Gleitschirm Nationalmannschaft, Harry Buntz, schaute während des Wettkampfs angespannt in den Himmel. Im Osten türmten sich gewaltige Cumuluswolken, die fünf Kilometer von der Flugroute entfernt abregneten. Aus Westen war der Donner eines Gewitters zu hören, während es über dem Tal von Krushevo ruhig blieb. Am Ende hatten die Piloten aber Glück: Das Wetter über der Flugroute hielt.

Keine Veränderungen 

Nach zweieinhalb Stunden Flugzeit und 85 Kilometern Flugstrecke erreichte Buntz der Funkspruch, dass vier seiner Piloten den zehn Kilometer langen Endanflug begannen. Im Sekundentakt überflogen die Piloten die Ziellinie. Alle führenden Nationen waren mit mindestens zwei Piloten, die für die Teamwertung zählten, vertreten. Nach einer schnellen Analyse wurde klar, dass sich im Gesamtklassement keine Veränderungen ergab. Deutschland wurde, wie bereits 2014 in Serbien, Vize-Europameister.

„Seit fast drei Jahren fliegen meine Piloten kontinuierlich in der Weltspitze mit und mit zwei Goldmedaillen, einer Silbermedaille und zweimal Bronze haben wir bei der letzten Welt- und Europameisterschaft einen beispiellosen Erfolg verbucht“, sagte Buntz. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen, da das erfolgreiche Team mit Ulrich Prinz (Baden-Württemberg), Torsten Siegel (Hessen), Andreas Malecki (Nordrhein-Westfalen), Martin Petz, Ferdinand Vogel (Baden-Württemberg), Jens Kierdorf (Nordrhein-Westfalen), Yvonne Dathe und Annalena Hinestroza (Bayern) auch in Mazedonien geschlossen an den Start ging. „Uns war von Beginn an bewusst, dass es sehr schwierig wird, Frankreich zu schlagen. Über die letzten zwei Jahre ist Frankreich kontinuierlich die Nummer eins in der Weltrangliste und besitzt eine Vielzahl an sehr erfolgreichen Piloten“, so der Teamchef. „Am Ende hat nicht viel gefehlt und etwas trauern wir dem ,Schwarzen Samstag´ nach. Einem Durchgang, bei dem unsere Piloten spät ins Ziel kamen. Dadurch bekamen wir einen größeren Rückstand auf Frankreich, den wir in der zweiten Woche auch mit sehr guten Resultaten nicht wettmachen konnten. Aber unser Team ist einmal mehr sehr erfolgreich geflogen und mit der Silber-Medaille fahren wir voller Stolz nach Hause“, erklärte Buntz während der Siegesfeier.

Kein Glück mit Wetter

Während es in der Teamwertung gut lief, haderten die deutschen Piloten in der Einzelwertung mit ihrem Schicksal. Die erste Wettkampfwoche mit eher schwachen thermischen Bedingungen und starken Sinkwerten zwischen den Aufwinden verursachte viele Außenlandungen, denen sich auch deutsche Piloten nicht entziehen konnten. „Die erste Woche hatte wirklich ein paar unangenehme Überraschungen parat. Ich stand zweimal kurz vor der Ziellinie. Eigentlich zeigten die Instrumente eine Überflughöhe von 400 Metern an, aber dann nahm das Sinken deutlich zu und es reichte einfach nicht“, erklärte der entthronte Europameister Torsten Siegel, der nach einer Aufholjagd am Ende bei den Herren noch auf Platz 12 landete.

Ähnlich wie Siegel erging es auch Andreas Malecki und Martin Petz (Platz 45), die neben Top-Ergebnissen auch Außenlandungen verbuchten mussten und damit ihre Chance auf eine bessere Platzierung verspielten. Nach drei Jahren meldete sich Jens Kierdorf mit Rang 16 eindrucksvoll in der Nationalmannschaft zurück und bei seinem ersten Nationalmannschaftseinsatz verpasste Ferdinand Vogel eine kleine Sensation. Vor dem letzten Lauf lag er aussichtsreich auf Rang sieben. Doch dann machte ihm das Wetter einen Strich durch die Rechnung, so dass er am Ende auf Rang 18 landete. Als bester deutscher Pilot beendete Ulrich Prinz die Europameisterschaft auf Rang neun.

In der Damenwertung flog Yvonne Dathe ebenfalls in die Top Ten. Vor zwei Jahren erkämpfte sich Dathe die Bronzemedaille bei der Europameisterschaft in Serbien. Diesmal flog sie auf Rang neun.

kb

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