Kirchmair ist neuer Kaunertaler Gletscherkaiser

Knapp gewonnen

+
Stefan Kirchmair

Kaunertal/Füssen – Stefan Kirchmair vom Kirchmair Cycling-Team ist neuer Kaunertaler Gletscherkaiser. Der 26-Jährige holte sich jetzt nach 2:04:16 Stunden den Sieg. Er erreichte knapp vor den beiden Favoriten Hans Peter Obwaller und Andreas Ornter das Ziel.

Zwar nur 51 Kilometer dafür aber 2150 Höhenmeter hatten die Radler zu bewältigen. Ohne große Ambitionen ging Kirchmair ins Rennen, da er zuvor einige harte Wettkämpfe bestritten hatte. Nach dem offiziellen Start in Prutz war das Tempo allerdings nicht so hoch wie im vergangenen Jahr, als Emanuel Nösig schon hier das Feld gesprengt und Kirchmair den Anschluss verloren hatte. Die Favoriten Andreas Ortner, Andreas Traxl und Hans Peter Obwaller belauerten sich. Andere ambitionierte Fahrer machten die Tempoarbeit. 

Schwarz reißt aus 

Doch erst Kichmairs Teamkollege Stephan Schwarz war mit seinem Fluchtversuch in Feichten erfolgreich. Ihm schlossen sich Martin Fritz und zwei weitere Fahrer an. Im Feld war dagegen das Tempo nicht sonderlich hoch, so dass nicht einmal im Anstieg zur Staumauer die Gruppe wesentlich kleiner wurde. Im anschließenden Flachstück über-nahm Kirchmair die Führungsarbeit. Bis zum Ende des Stausees „fuhr ich sehr passiv“, meinte Kirchmair. „Ich fühlte mich langsam stärker und ich erinnerte mich an letzten Samstag in Villach, wo ich auch völlig unerwartet einer der stärksten am Berg war.“ 

Kirchmair fasste sich also in der nächsten Abfahrt ein Herz und attackierte die Top-Gruppe. Der Österreicher hatte zunächst eine Lücke gerissen, doch Obwaller, Ortner und Traxl kamen heran. Der Rest des Feldes blieb aber auf Distanz. Schließlich ging es in die letzte Abfahrt, über einen Bach und in die vielen Serpentinen. „Obwaller ging als Erster in die Kurve, trat kurz an im Anstieg und ich konterte mit voller Kraft – die Lücke war da”, sagte Kirchmair. Nun wurde es richtig hart. Die Fahrer befanden sich auf 2056 Höhenmeter.

 „,Noch 700 Höhenmeter leiden´, dachte ich mir, das wird lang”, so Kirchmair. Ortner und Traxl schlossen langsam auf, Kirchmair wehrte sich und zu dritt ging es aus den Serpentinen in ein Flachstück. Doch dann wickelte sich die Fahrradkette um Ortners Kurbelarm. Während Ortner stehen blieb, kam Obwaller wieder heran und attackierte Kirchmair und Traxl. Kirchmair kämpfte sich an Obwallers Hinterrad und schließlich tat sich eine Lücke auf. 

„Ich gab alles was ich hatte, flog förmlich an den drei eingeholten Spitzenfahrern vorbei und hatte nur noch Martin Fritz weit vorne in Sichtweite”, sagte Kirchmair. Doch Obwaller und Traxl waren mit ca. 100 Meter Abstand noch nicht geschlagen. „Ich quälte mich und ging wirklich ans Limit. Die beiden kurzen Flachpassagen versuchte ich maximal zu pushen, das half etwas, um an Martin heranzukommen“, meinte der 26-jährige Österreicher. 

Führung übernommen 

Nach dem See waren es noch 300 Höhenmeter. „Die ziehen sich ewig, die Straße ist holprig, doch die Lücke auf den heranstürmenden Ortner, Obwaller und einen einbrechenden Andi Traxl war noch vorhanden”, sagte Krichmair. Doch er „kämpfte mehr gegen mich selbst als sonst etwas.“ Schließlich übernahm er die Führung. Währenddessen hatte Ortner bereits Obwaller passiert. „Wenn ich weiter abgebaut hätte, wäre es sich nicht ausgegangen. Doch immer wieder pushte ich im Wiegetritt und hielt die beiden mit letzter Kraft auf Distanz”, meinte der 26-Jährige. Doch zwischen Ortner und Obwaller wurde es noch spannend. 

Sie lieferten sich einen Sprint um Platz zwei. Am Ende war der Abstand zu Kirchmair ganz knapp. „Es hätte wohl keine 100 Meter länger sein dürfen, dann hätten mich die beiden Jungs noch kassiert. Meine Freude war riesig, so überraschend den Sieg am Kaunertaler Gletscher zu holen”, so Kirchmair. Auch seine beiden Teamkollegen lieferten gute Leistungen ab. Stephan Schwarz wurde Siebter. Der 18-jährige Max Aigner kam in die Top-Fünfzehn.

kb

Meistgelesene Artikel

Torreigen gegen Türkheim

Lechbruck – Zwei Siege und volle Punktausbeute lautet die Bilanz des ERC Lechbruck vom vergangenen Wochenende.
Torreigen gegen Türkheim

EV Füssen übernimmt Tabellenführung

Füssen/Pfronten – Zwei Siege hat sich am Wochenende der EV Füssen erkämpft.
EV Füssen übernimmt Tabellenführung

Derby-Zeit im Ostallgäu

Pfronten/Füssen – Derbytime heißt es erneut am Sonntag, 15. Januar, in Pfronten. Dann treffen um 16 Uhr die der EV Füssen und der EV Pfronten zum …
Derby-Zeit im Ostallgäu

Kommentare