Der Ostallgäuer Drachenpilot setzt sich bei den Starrflüglern in einem packenden letzten Durchgang gegen Wolfgang Kothgasser durch

Tim Grabowski ist neuer Weltmeister

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Die Welt aus der Vogelperspektive: Bei der WM ziehen die Piloten ihre Kreis über Mazedonien.

Krusevo/Halblech – Der neue Weltmeister bei den Starrflüglern heißt Tim Grabowski. Der Drachenpilot aus Halblech setzte sich bei der Weltmeisterschaft in Krusevo/Mazedonien nach neun Durchgängen gegen die Österreicher Christopher Friedl und Wolfgang Kothgasser durch.

Auch mit der Mannschaft war Grabowski erfolgreich. In der Teamwertung holte Deutschland Silber hinter Österreich und vor Japan.

Der erste Wettkampftag begann alles andere als optimal für Tim Grabowski: Bei schwacher Thermik landete der Halblecher frühzeitig und platzierte sich nur auf dem 14. Rang. In der Teamwertung lag Deutschland auf Rang zwei hinter Frankreich. Der zweite Wettbewerbstag gestaltete sich erfolgreicher für das deutsche Team.

Grabowski konnte sich mit einem zweiten Platz auf den achten Gesamtrang nach vorn schieben. Mit zwei Tagessiegen und zwei weiteren zweiten Plätzen arbeitete sich der Ostallgäuer bis zum vorletzten Tag auf Rang eins vor den Österreichern Wolfgang Kothgasser und Christopher Friedl.

Der letzte Durchgang entwickelte sich dann zum Krimi. Die Wege der zwei Führenden Tim Grabowski und Wolfgang Kothgasser trennten sich früh. Wer erwischt die bessere Spur?

Die deutsche Teamchefin Regina Glas sah auf dem Weg ins Ziel einen Drachen landen. Es war Wolfgang Kothgasser, der frühzeitig landen musste. Das war die Chance für Tim Grabowski, den WM-Sieg nach 2014 erneut zu holen.

Starke Konkurrenz

Tim Grabowski flog die Konkurrenten an diesem Tag in Grund und Boden und gewann den letzten Durchgang souverän. Damit war ihm der WM Titel 2016 sicher. „Für mich ist mit dem ersten Weltmeistertitel 2014 – und das meine ich wirklich so – ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Das Fliegen im Wettbewerb mit den besten Piloten der Welt macht mir riesigen Spaß.

Dass ich diesen Erfolg nun wiederholen konnte, freut mich umso mehr, da die Konkurrenz dieses Mal noch stärker geworden ist“, sagte Grabowski nach seinem Sieg. Doch was hatte er seiner Konkurrenz voraus? „Ich bin trotz Pech im ersten Durchgang die Tage entspannt angegangen. Eine WM ist lang und dass ich den ersten Tag nicht gleich gewinnen konnte, war kein Malheur für mich. Ich war dann konstant und jeden Tag ganz vorne dabei“, blickte der Halblecher auf den Wettkampf zurück.

„Nach zwei Ruhetagen bin ich immer wieder super motiviert in den nächsten Tag gegangen. Natürlich hatte ich auch die richtige Portion Glück im richtigen Moment.“

Stolz auf deutsches Team

Auch Teamchefin Regina Glas ist mit der Leistung ihrer Mannschaft zufrieden: „Ich bin megastolz auf Tim und auf meine Mannschaft. Sie haben den Erfolg mehr als verdient. Tim kenne ich seit seinem 16. Lebensjahr und ich wusste immer, dass er großes Potenzial hat.“

Sie fügte hinzu: „Eine WM zu gewinnen, dazu gehört viel Flugerfahrung und Disziplin. Das alles hat er bewiesen. Er ist sensationell geflogen und hat große mentale Stärke gezeigt. Das ganze Team hat super zusammengearbeitet und sich ideal ergänzt und gegenseitig gestärkt.“

 Drachenpiloten nutzen die Sonne und den Wind, um sich mit Hilfe von aufsteigender Luft (Thermik) am Himmel halten zu können. Von einem Aufwind zum anderen versuchen sie eine vorgegebene Route abzufliegen. Mit Hilfe eines GPS-Gerätes orientieren sich die Piloten. Die Instrumente zeichnen den Flug auf. Am Ende werden die Tracks ausgelesen und kontrolliert, ob alle Wendepunkte regelkonform angeflogen wurden.

Das Ziel ist, die festgelegte Strecke möglichst schnell zu bewältigen. Bei den Weltmeisterschaften in Krusevo wurden Strecken von 80 bis zu 200 Kilometer geflogen.

kb 

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