Christina Manhard beendet nach neun Jahren im Weltcup ihre Skicrosskarriere

Manhard macht Schluss

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Ihre Profikarriere hat Christina Manhard beendet. Die Alpinskier kommen jetzt erst einmal in die Ecke.

Pfronten – Nun ist Schluss: Skicrosserin Christina Manhard hat nach neun Jahren im Weltcupzirkus ihre Karriere beendet. Dabei ist sie noch jung. Gerade 24 Jahre alt. Doch nach reiflicher Überlegung kam sie zu dem Schluss: „Es gibt noch ein Leben nach dem Sport.“

Skicross ist anspruchsvoll: Steilkurven, Bodenwellen, 30-Meter-Sprünge und dabei kämpfen die Sportler noch um jede Position. Das geht auf den Körper. Irgendwann zwickts überall. Auch Stürze gehören zum Sport, die nicht immer glimpflich ausgehen. „Ich hatte schon viele Verletzung“, meint Manhard. 

Eine ganz schwere hatte sie gleich zu Beginn der Saison. Das Knie erwischte es so schlimm, dass sie zwei Monate pausieren musste. „Das war schon auch ausschlaggebend“ für die Entscheidung jetzt aufzuhören, erklärt die Sportlerin. Denn während der Zwangspause hatte sie Zeit zum Nachdenken. Irgendwann stellte sie sich die Frage: „Für was tue ich das eigentlich?“. Denn zum Leistungssport gehört großes Engagement: Elf Monate im Jahr absolviert Manhard täglich zwei Trainingseinheiten, die mehrere Stunden dauern. „Nur der April ist frei“, erklärt die 24-Jährige. 

Doch nach der Verletzungspause war es ihr erst mal wichtig zurückzukommen und die Saison zu Ende zu fahren. Was gelang: Sie schaffte mit dem sechsten Platz beim Weltcuprennen am Tegernsee ein gelungenes Comeback. Zwei zweite Plätze beim Europacup in Grasgehren folgten. Doch im letzten Rennen der Saison erwischte es wieder das Knie. In ihrem letzten Skicross-Rennen überhaupt, wie jetzt feststeht. 

Nicht alle Ziele erreicht 

Im Rückblick auf ihre Karriere sieht sie zwei sportliche Höhepunkte: Ihre Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Norwegen 2013 und der zweite Platz beim Weltcup in Grasgehren 2013, „mein bestes Weltcupergebnis“, so Manhard. „Schon toll“ waren auch die Wettkämpfe in Kanada und Japan. Doch alle ihre sportlichen Ziele hat sie nicht erreicht. „Ich wollte immer bei Olympia teilnehmen“, sagt Manhard. Doch das hat weder 2010 in Vancouver noch 2014 in Sotschi geklappt. „Es wäre schon schön gewesen, doch es geht auch ohne“, ist sich die Pfrontenerin sicher. 

Jetzt hat sich erst mal ihre berufliche Karriere im Blick. Zur Zeit absolviert sie eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau im Sportgeschäft ihrer Eltern in Pfronten. Da sie ab jetzt Vollzeit arbeitet, kann sie ihre Lehrzeit verkürzen. Danach will sie sich zur Handelswirtin weiterbilden. Zukünftig könnte sie sich aber auch vorstellen wieder im Bereich Skicross aktiv zu werden: Bei-spielsweise bei Wettkämpfe am Tegernsee helfen oder „fürs Fernsehen kommentieren – gerne“. Aber als Trainerin zu arbeiten? „Das kann ich mir gar nicht vorstellen.“

Katharina Knoll

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