Andrea Weber aus Reutte wird Zweite

Kistner gewinnt Citylauf

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Auch wenn es streckenweise heftig schüttete - Laufen macht durstig.

Füssen – Großen Beifall beim Laufwochenende des Sportstudios Füssen gab es für die europäische Spitzenläuferin Zsofia Erdely aus Ungarn, die auf ihrem Weg zu den olympischen Spielen in Rio Station im Allgäu machte. Gefeiert wurde einmal mehr auch Andrea Weber aus Reutte, die wie schon 2015 wieder eine Medaille holte - diesmal die Silberne (38.13 Minuten). Denn Sarah Kistner aus Kronberg war im zehn Kilometer langen Citylauf noch etwas schneller und holte sich mit 35.38 den Sieg.

Gewinner des Citylaufs am Samstag war der junge Tom Hendrikse aus den Niederlanden. Seine Zeit: 33.36 Minuten. Im Feld von über 200 Läuferinnen und Läufern behauptete sich Sarah Marquardt vom Ski Club Füssen ganz stark. Sie konnte mit 40.40 Minuten Zweite bei den Damen werden.

Ihr fünfter Platz im Gesamtklassement sorgte für zusätzlichen Applaus am Samstagnachmittag, an dem es drei Wettbewerbe gab: die Kinderläufe, den City-Lauf und den Halbmarathon, der unter starkem Regenguss drei Runden zu je sieben Kilometern durch die Füssener Altstadt und den Stadtteil Bad Faulenbach führte.

Nachdem die Athletinnen und Athleten des Halbmarathons das Faulenbacher „Tal der Sinne“ und die Schlucht hinter sich gelassen hatten, wurde jeder Teilnehmer von Samba-Rhythmen auf den letzten Streckenmetern in der Kemptener Straße zusätzlich motiviert. Es ertönten zudem Kuhglocken. Selbst eine Gruppe, die beim Marathonlauf fast sechseinhalb Stunden unterwegs war und als Hobbysportler das Schlusslicht bildete, wurde mit reichlich Applaus empfangen. Das war am Sonntag kurz vor 14 Uhr.

Kinder machen den Auftakt

Veranstalter Herbert Hiemer vom Sportstudio Füssen hatte sich die Zeit genommen, sich nochmals schnell umzuziehen. Um nahe an den Läuferinnen und Läufern und den Helfern zu sein, war er mit Roller frühmorgens unterwegs und alsbald klitschnass geworden.

Spannender Citylauf in Füssen

Doch der Reihe nach: Der Samstag begann mit den Kinderläufen. Während die „Bambinis“ exakt um 15 Uhr auf die 300-Meter Rundstrecke an der Kemptener und Inneren Kemptener Straße losgetigert waren, hatte der neunjährige Leon auf die nächsten Starts gewartet. Das sei sein erster Lauf, sagt der Junge aus Frankfurt. Er hatte bisher noch an keinem Laufwettbewerb teilgenommen. Die drei Runden musste Leon nicht allein bewältigen. Im hellblauen T-Shirt der Sponsoren dabei war auch ein Freund. „Wir laufen beide mit Käppi“, kündigte Leon ihre öffentliche Laufpremiere an.

Einige Kleinkinder waren an den Händen von Mama oder Papa unterwegs und erreichten auch dank Jessy das Ziel, Die ehrenamtliche Helferin fuhr im roten Shirt mit dem Radl voraus. Moderator Harbauer interviewte zwischen den Läufen Irmgard Schormüller. Die Rektorin der Erich-Kästner-Schule Füssen und ihr Kollege Andreas Hollmann freuten sich über die große Beteiligung der Familien, die ihre Kinder – ab drei Jahren – auf dem Rundkurs unterstützten.

Gewitter macht alle nass

Die Erich-Kästner-Schule veranstaltete wieder die Kinderläufe der Füssener Laufsporttage. „Ihr seid die Nummer eins“, lautet das Motto der Läufe für Mädchen und Buben, die alle am Ziel eine Medaille bekommen haben. Schon zuvor gab es glückliche Gesichert, als die T-Shirts verteilt wurden, die aus Mädchen und Buben Nachwuchs-Olympioniken machten.

Jeremias` Shirt war richtig nass. Aber nicht etwa vom Schweiß wegen der Anstrengung beim Wettlauf. Jeremias war zwar einer der Schnellsten im Feld der Achtjährigen. Aber letztlich doch nicht schnell genug, um sich vorm plötzlich einsetzenden Gewitterregen nach Erreichen des Ziels unter ein Vordach zu retten. „Es war gut“, sagte er, „dass der Start zu unserem Lauf um fünf Minuten vorverlegt worden ist.“

Moderator Harbauer hatte sich vorher nicht ausschließlich auf die quirlig ablaufenden Aufstellungen zum Start konzentriert, sondern seinen Blick auch himmelwärts gerichtet, wo dunkle Wolken hingen. „Wir fangen um 15.10, nicht erst um 15.15 mit dem nächsten Lauf an“, sagte er ins Mikrofon. „Eine gute Entscheidung“, wie Jeremias meint. Sein Lauf wäre sonst buchstäblich erst einmal ins Wasser gefallen.

Wege voller Schlamm

Wie im Gespräch noch zu erfahren war, nahmen die Eltern von Jeremias ebenfalls am Laufwochenende teil. Sein Papa hatte sich für den Königschlösser Romantik-Marathon angemeldet, seine Mama für den Halbmarathon.

Die Läuferinnen und Läufer über die 21 Kilometer-Distanz mussten die Herausforderung im ständigen Regenguss bewältigen. Sie fanden Wege voller Schlamm vor. Spitzensportlerin Zsofia Erdelyi, die in Rio zum Marathon antreten wird, setzte sich in den ersten beiden Sieben-Kilometer-Runden an die Spitze des Felds. Sie sei aber dann in der dritten Runde „in den Hügeln gestorben“ („I died in the hills“), so die Zweiplatzierte im Interview.

Stefan Höller, der Vorjahresssieger, setzte sich mit 1.21.29 gegenüber 1.21.46 im hart umkämpften Duell durch. „Dass sieht man selten, dass eine Läuferin so stark ist und im Halbmarathon gegen einen Mann fast noch gewinnt“, kommentierten Renate Hiemer aus dem Organisationsteam dieses Finale.

Die Allgäuer Michi Winkler und Christian Scholz teilten sich brüderlich den zweiten Platz und die Prämie im Feld von 300 Startern.

Chris Friedrich

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