Die Favoriten setzen sich durch

Um 21 Uhr stand der Sieger fest: Florenz Knauer triumphiert in Füssen. Dritter wurde sein Teamkollege Alexander Grad hinter Leif Lampater. Foto: Friedrich

Füssen – Rennleiter Paul Hofstetten bescheinigte den „Lokalmatadoren“ am Freitag eine gute Leistung beim 6. Füssener Altstadtkritierium. Doch nach insgesamt 76 Runden setzten sich doch die Favoriten durch. Mit einem schnellen Spurt vor 5000 Zuschauern siegte Profi Florenz Knauer, Team Heizomat. 

Die Sonne schien – das war vor Jahren anders – aber auch die trockene Strecke forderte den teilnehmenden Profis und Elite-Amateuren wesentlich mehr ab, als einigen Teams oder Einzelkämpfern lieb sein konnte. Schon im ersten Drittel des zunächst auf 60 Runden angelegten Rennens forderte das hohe Tempo erste „Opfer“. Überrundete Teilnehmer wurden aus dem Wettbewerb genommen. Bernd Brennauer und sein „team erdgas schwaben“ kämpften sich noch ins Ziel, hatten jedoch keinen Platz unter den zehn besten Fahrern erreicht, die in den weiteren Runden den Sieg unter sich ausmachten. In dieser Gruppe trat auch Routinier Hans Siman vom RSC Kempten an. Auch er schied aber schnell aus. 

Den Startschuss zum Nervenkitzel-Finale über 16 Runden auf der 800 Meter langen Strecke hatte wieder Füssens Bürgermeister Paul Iacob gegeben. Drei Fahrer waren übrig geblieben und lieferten sich ein heißes Duell, durch das der Radsport in Füssen sicher neue Fans gewonnen hat. Vor allem Leif Lampater erlebte in diesem einstündigen Rennen und dem sich anschließenden Finale ein Wechselbad der Gefühle. Der Fahrer, Jahrgang 1982, bot anfangs einen sensationellen Auftritt und schien mit seinem „Affenzahn“ von im Schnitt 50 Stundenkilometern unterwegs zur Füssener Trophäe. Knauer und Grad haben die bessere Taktik.

Unter Jubelstürmen sammelte der Fahrer aus dem Team Maloja Pushbikers in den besonderen Runden etliche Punkte. Doch er musste sich letztlich geschlagen geben, weil die Teamkameraden Florenz Knauer und - der später Drittplatzierte - Alexander Grad vom Team Heizomat im taktischen Verhalten eine bessere Vorstellung ablieferten. Lampater, der verdient Silber holte, versprach vor der Siegerehrung, er werde „2015 erneut nach dem Füssener Pokal greifen, der für mich in diesem Jahr schon ganz nah war“. 

Wiederkommen sollte – wie der Beifall des Publikums bewies – nicht zuletzt der Moderator Freddy Eberle. Hautnah am Rennen fand er die richtige Mischung aus Informationen über die einzelnen Teilnehmer und einer emotionsgeladenen Reportage über „Kosmopoliten des Radsports“ sowie die Lokalmatadore. Darüber hinaus erhielt Rad-profisportlerin Claudia Lichtenberg, die ihrem Ehemann Christian beim Füssener Altstadtkriterium die Daumen drückte, die Chance, auch Werbung fürs deutsche Damenteam zu machen. cf

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