Deutsche Eishockeyfrauen gehen gegen Kanada unter

Bis zum Schluss gekämpft

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Um jeden Zentimeter Eis kämpften die deutschen Frauen gegen Kanada.

Pfronten – Mit einem Leckerbissen für Eishockeyfans begann jetzt das Sportjahr 2015 in Pfronten. Denn die erfolgreichste Frauen-Eishockeynationalmannschaft der Welt trat hier zum Vorbereitungsspiel für den Nationscup gegen die Deutsche Frauen-nationalmannschaft an.

Die Kanadierinnen wurden aber nicht nur in Pfronten ihrer Favoritenrolle gerecht: Nach einem 6:1-Sieg gegen Deutsch-land gewannen sie auch den Nationscup in Füssen mit 4:0 gegen Schweden. Hier mussten sich die deutschen Frauen mit Platz vier begnügen. In deutschen Team traten auch einige Spielerinnen aus dem Allgäu gegen Kanada an. So zum Beispiel Daria Gleissner, Nicola Eisenschmid, Julia Seitz und Franziska Albl. Vom Papier her waren die Rollen schon vor Beginn klar verteilt: Kanada als neunfacher Weltmeister von 14 möglichen Titeln, und viermaliger Olympiasieger von fünf möglichen Titeln, war der haushohe Favorit, während die Deutschen bei elf Weltmeisterschaften nie über den fünften Platz hinausgekommen sind. 

Drei Mal nahm das deutsche Team an Olympischen Spielen teil, wobei sie 2006 in Turin mit dem ebenfalls fünften Platz ihre bisher beste Platzierung erreichten. Die Rollen waren also klar verteilt, was sich von Beginn an bemerkbar machte. Die Gäste aus Nordamerika setzten die deutschen Frauen von Beginn unter Druck. Das Team von Bundestrainer Benjamin Hinterstocker konnte immerhin die ersten zehn Minuten mit den Kanadierinnen mithalten, doch zeigten die Gäste ihre Klasse. In der 13. Minute gingen sie durch einen Treffer von Sarah Lefort in Führung, was die Abwehr der deutsche Hintermannschaft knackte. Durch Victoria Bach in der 17. Minute und Kaleigh Fratkin in der 19. Minute zogen sie auf 3:0 davon. Die deutschen Frauen kämpften trotz des Rückstandes weiter und bemühten sich um den Anschlusstreffer. 

Doch sie konnten auch im Mitteldrittel dem Olympiasieger nicht gefährlich werden, obwohl sie auch die ein oder andere Torchancen hatten. Doch Kanadas Torfrau Erica Howe ließ sich nicht überwinden. Ihre deutsche Kollegin, Franziska Albl, hatte dagegen deutlich mehr zu tun. Trotz vieler Paraden konnte sie den Doppelschlag in der 29. und 30. Minute durch Shelby Bram und Renata Fast zum 5:0 nicht verhindern. Doch im Schlussdrittel fiel dann der erste Treffer für die deutschen Frauen. In Überzahl überwand Julia Zorn in der 52. Minute nach Zuspiel von Monika Bittner die starke Erica Howe im Tor. 

Nationscup dominiert 

Der Schlusspunkt dieser ansehnlichen Partie, die rund 300 Zuschauer verfolgten, setzten dann aber die Kanadierinnen. In der 56. Minute traf Sarah Davis zum 6:1-Endstand. Nach der Partie wurden die beiden besten Spielerinnen geehrt. Präsente von der Firma Schanner überreichte Jan-Peer Otto Julia Zorn und Sarah Nurse. Ihre Überlegenheit zeigten die Kanadierinnen dann auch beim Nationscup in Füssen. Im Finale besiegten sie Schweden mit 4:0. Die deutschen Frauen landeten hier auf dem vierten Platz. Nach einer 0:3-Auftaktniederlage gegen Schweden besiegten sie die Schweiz mit 3:1. 

Als Gruppenzweiter trafen sie im Spiel um Platz drei auf die Frauen aus Finnland, denen sie sich aber deutlich mit 0:6 geschlagen geben mussten. Trotzdem zieht der Deutsche Bundestrainer, Benjamin Hinterstocker, ein positives Fazit: „Die vier internationalen Spiele in diesem Turnier haben uns als Mannschaft weitergebracht. Aus sportlicher Sicht war es wichtig im Hinblick auf die WM in Malmö alle 27 Spielerinnen einsetzten zu können. Wobei das Grundgerüst für die WM schon steht und wir uns bei dem anstehenden Turnier in Finnland natürlich verbessern müssen.“ 

Seine Mannschaft habe in allen vier Spielen großen Charakter und Kampfgeist gezeigt. „Sie sind 60 Minuten marschiert und haben nie aufgegeben. Als Erkenntnis nehmen wir aus diesem Turnier auf jeden Fall mit, dass wir der WM-Vorbereitung im März in Füssen positiv entgegen blicken, da wir dann den kompletten Kader zur Verfügung haben werden. Dort haben wir dann Zeit uns im Detail aufeinander einzustellen und miteinander zu arbeiten“.

fe

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