Trainer Uli Egen findet klare Worte im Kreisboten-Interview – Nächste Spiele entscheidend

Ganz nah am Abgrund

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Jubel um den Torschützen Matti Näätänen. Am Ende reichte es doch nur für zwei magere Punkte aus zwei Spielen.

Kaufbeuren – Jetzt wird es ernst für die Joker. Denn für den Klassenerhalt müsste Freiburg in den nächsten beiden Spielen verlieren, Kaufbeuren gegen Selb in beiden Partien sechs Punkte holen und dann im letzten Heimspiel gegen Frankfurt gewinnen. Trainer Uli Egen im Kreisboten-Interview: „Die Zeit des Sprechens ist jetzt vorbei“.

Die Lage wird immer brenzliger! Nach sieben Spieltagen in der Qualifikationsrunde stehen die Kaufbeurer Joker weiter auf einem Tabellenplatz, der den Absturz in die Drittklassigkeit bedeuten würde. Aus den beiden Wochenendspielen holte das Team von Trainer Uli Egen statt der erhofften sechs Punkte wiederum nur deren zwei. Das bedeutet nun weiter Rang fünf mit acht Punkten, der Tabellenvierte Freiburg weist schon zwölf Punkte auf. Es kommt jetzt auf die beiden Spiele Freiburg gegen Kassel und Kassel gegen Freiburg an. Bei zweimaliger Niederlage der Frei- burger und sechs fest eingeplanten Punkten der Joker gegen Selb könnte ein kleiner Hoffnungsschimmer aufziehen und es gäbe im letzten Heimspiel am Ostermontag gegen Frankfurt ein echtes Endspiel um die Chance doch noch die DEL2 erhalten zu können. 

ESVK gegen Kassel 

Drei Punkte waren zuhause geplant. Doch nach sechzig Minuten und 48 Sekunden endete am Freitagabend die Partie gegen die Kassel Huskies nach Verlängerung mit einem 2:1 Sieg der Joker. Wieder einmal rettete Verteidiger Matti Näätänen mit seinem Hammer von der blauen Linie seinen Jokern den Sieg. Allerdings blieben nur zwei Punkte in Kaufbeuren, denn den dritten nahmen die Gäste hochverdientermaßen mit nach Kassel. Der ESVK führte vor 1763 Zuschauern nach einem Überzahltreffer von Markku Tähtinen, der Ausgleich der spielstarken Gäste fiel schon in der 29. Minute. 

ESVK/Crimmitschau 

Das dritte Spiel in dieser Saison für die Joker in Crimmitschau und die dritte Niederlage eingefahren. Doch diesmal wäre ein Sieg in Westsachsen unbedingt nötig gewesen, aber da nützt selbst ein Aufbäumen in der zweiten Spielhälfte nichts mehr. Denn nach 27 Minuten führten die Eispiraten vor lediglich 1350 Zuschauern schon mit 4:1 Toren. Verteidiger Matti Näätänen gelang in der ersten Minute des zweiten Drittels der Abschlusstreffer zum 1:2. Die Stadionansage zum Tor war noch nicht beendet, da stellten die Gastgeber nur 14 Sekunden später den alten Abstand wieder her. 

In der 28 Minute dann das 4:1. Die Joker wussten um das Schicksalsspiel und kämpften sich zurück. Zuerst traf kurz erneut Matti Näätänen, dann traf Stephen Schultz sogar in eigener Unterzahl zum 4:3. So ging es in die letzte Pause. Kurz nach Wiederbeginn sorgte Alex Thiel für den Ausgleich. Mitten in die Aufholjagd der Kaufbeurer bekamen die Eispiraten einen Penalty zugesprochen, den sie auch nützten. Sechseinhalb Minuten vor Ende dann der vorentscheidende Treffer zum 6:4. Verteidiger und Jokertorjäger Matti Näätänen machte die letzte Spielminute noch einmal spannend, als er mit seinem dritten Treffer zugegen war. Aber es reichte nicht mehr zum Ausgleich und so konnten die Eispiraten Crimmitschau mit denen auch für sie wichtigen drei Punkten beim 6:5-Sieg schon fast den Klassenerhalt in der DEL2 fest machen. Dagegen sind die Joker nun ganz nahe am Abgrund. 

Die Wölfe kommen Aufgrund des Karfreitags findet das Match zur Qualifikationsrunde zur DEL2 schon am Donnerstagabend um 19.30 Uhr statt. Gast in der Sparkassen Arena Kaufbeuren ist der Oberligameister aus der Oberliga Süd. Die Selber Wölfe wurden vor Beginn der Runde sportlich wesentlich stärker eingeschätzt, als der momentane Tabellenstand widerspiegelt. Mit null Punkten aus sieben Spieltagen sind die Wölfe klar auf den letzten Tabellenrang zementiert und haben schon seit mehreren Spieltagen keine sportliche Chance mehr auf den Aufstieg. 

Als großer Rückhalt galt beim Oberligameister die Abwehr samt Torhüter Marko Suvelo, der schon durch seine Gastspiele bei anderen Klubs der zweiten Liga hier auf Kaufbeurer Eis sein Können demonstrierte. Das Torverhältnis von 10:36 Toren ist bezeichnend für den Tabellenrang, darüber hinaus haben die Selber auch das schwächste Unter- beziehungsweise Überzahlspiel aller Vereine in dieser Runde. Trainer Cory Holden agiert zweitweise mit vier Angriffsreihen, eine Steigerung von den ersten Spielen weg bis jetzt ist seiner Meinung nach geboten, es fehlen aber die Erfolgserlebnisse. 

Diese sollten aber keinesfalls gegen die Kaufbeurer Joker eintreten, denn für das Heimspiel, wie auch zwei Tage später das Rückspiel in Selb gilt klar die Devise, zweimal zu siegen, denn die Joker benötigen nur noch Siege, um die DEL2 eventuell doch noch sportlich zu erhalten. von Werner Mayr


Interview mit ESVK-Trainer Uli Egen

Wie aussichtslos ist die Lage beim ESVK? 

Egen: „Wir haben noch drei Spiele. Die müssen wir allesamt gewinnen. Natürlich müssen wir auch auf Schützenhilfe anderer Vereine hoffen, um in der Liga drin zu bleiben. Die Hoffnung gebe ich in keinster Weise auf. Fakt ist, dass wir nicht zu unserer Form gefunden haben. Wir spielen momentan kein gutes Eishockey. Das Team würgt sich hier und da durch. Jetzt gilt es gegen Selb eine Reaktion zu zeigen“. 

Was ist denn in dieser entscheidenden Phase besonders wichtig? 

Egen: „Training und Gespräche sind natürlich wichtig. Aber die Zeit des Sprechens ist nun vorbei. Ich haue selten drauf und öffentlich werde ich keinen Spieler kritisieren. Doch gegen Crimmitschau haben wir fünf Tore erzielt und sechs bekommen. Das müsste reichen, um wenigsten in die Verlängerung zu kommen. Einige Spieler gehen mit dieser Situation leichtfertig um“. 

Also haben einige Spieler wohl nicht das Niveau um DEL 2 zu spielen? 

Egen: „Ja. Der Aufwand der momentan betrieben wird, spiegelt sich derzeit nicht auf dem Eis wider. Ich versuche alles, auch mit Videoanalysen Doch die Spieler müssen jetzt selbstkritisch sein und sich den Arsch aufreißen“. 

Sie bleiben trotzdem zuversichtlich was den Klassenerhalt anbelangt? 

Egen: „Mein Gefühl sagt mir, dass wir in den kommenden Spielen drei Siege, also neun Punkte erreichen werden. Das dürfte dann auch für den Klassenerhalt reichen. Es ist ja nicht so, als ob sich die Mannschaft schon aufgegeben hat. Selbst in Crimmitschau habe ich den Willen gespürt. Doch wenn wir nun gegen Selb nicht gewinnen können, dann ist etwas schief gelaufen“. von Stefan Günter

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