Joker starten am Freitag gegen Freiburger Wölfe

"Wir müssen an unsere Grenzen gehen"

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Coach Andreas Brockmann und seine Joker denken von Spiel zu Spiel. Jetzt erstmal an das gegen Freiburg.

Kaufbeuren – Das Eishockey-Fieber steigt wieder: Am Freitag, 16. September läutet der ESV Kaufbeuren eine weitere Saison in der DEL 2 ein. Es ist aber nicht irgendeine Spielzeit. Diese Runde steht ganz unter einem besonderen Stern: „Bye Bye Berliner Platz“.

Derweil absolvierten die Joker in der Vorbereitungsphase allein acht Testspiele. Die Bilanz: Sechs Siege und zwei Niederlagen (siehe auch gesonderter Artikel). Vor der Heimpremiere gegen den EHC Freiburg hat sich der Kreisbote mit Headcoach Andreas Brockmann unterhalten.

Wie lautet Ihr Fazit nach der Vorbereitungsphase?

Brockmann: Wir hatten hier verschiedene Phasen. Mit Dornbirn und Rapperwil gab es zwei gute Gegner. Gegen die beiden DEL-Teams Ingolstadt und Augsburg stellten wir eine sehr dezimierte Truppe, meine Mannschaft hat sich aber dennoch sehr gut verkauft. In Peiting haben wir souverän gewonnen, zuhause taten wir uns schwerer. Das ist aber oft so. Es war auch das dritte Spiel binnen vier Tagen. Unterm Strich war die Vorbereitung ganz in Ordnung. Wir hatten einige verletzte und kranke Spieler. Selten war das Team komplett.

Was stimmt Sie vor dem Saisonauftakt positiv?

Brockmann: Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Wir denken von Spiel zu Spiel. Hier werden wir stets unser Bestes geben.

Ist denn Ihre Handschrift schon zu sehen?

Brockmann: Alles ist sicherlich noch nicht perfekt. Ich bin ja als Trainer relativ spät dazugekommen. Wir haben viele neue Cracks im Team. Da muss sich erst einmal alles einspielen.

Es ist also ein bunter Haufen mit Kapitän Sebastian Osterloh.

Brockmann: Genau. Er ist nicht nur auf dem Eis, sondern auch in der Kabine und in der Öffentlichkeit präsent und ein Vorbild.

Ist die Liga stärker als in der vergangenen Saison?

Brockmann: Fakt ist: Wir müssen an unsere Grenzen gehen. Die anderen Teams haben sich alle verstärkt. Ich sehe Ravensburg oder Kassel wieder vorne mit dabei. Das kann man aber vor der Saison schwer einschätzen.

Gleich zum Auftakt kommt der EHC Freiburg. Das wird mit Sicherheit nicht einfach?

Brockmann: Freiburg ist gefährlich. Gegen sie ist es unangenehm zu spielen. Sie sind meist auf Konter ausgelegt. Darüber hinaus verfügen sie über einen starken Goalie in ihren Reihen. Wir warten alle gespannt auf unser erstes Spiel.

Welches Saisonziel streben Sie an?

Brockmann: Unser Ziel ist ein Platz unter den ersten Zehn. Alles was besser wird, nehmen wir natürlich gerne mit. Es wird ein langer Weg mit 52 Spielen.

Es ist auch eine besondere Saison. Der Abschied aus dem altehrwürdigen Stadion am Berliner Platz. Wie gehen Sie und die Mannschaft damit um?

Brockmann: Da merke ich überhaupt noch gar nichts. Das steckt nicht einmal in den Köpfen der Spieler drin. Wir gehen raus und spielen Eishockey. Mein Job ist es, eine erfolgreiche Saison mit den Jungs zu erreichen.

Vielen Dank!

Das Interview führte Stefan Günter

Und so liefen die letzten Testspiele:

Der ESVK gewinnt Weihenstephan Cup

Eine gelungene Generalprobe lieferten die Kaufbeurer Joker unter Trainer Andreas Brockmann in Südtirol ab. Mit dem Gewinn des Weihenstephan Cups in Sterzing scheinen die Joker fit für den Saisonauftakt am Freitagabend in der Sparkassen Arena zu sein.

Im ersten Spiel hatten sich die Kaufbeurer mit dem HC Gröden auseinander zu setzten. Ohne Ondrej Pozivil und Michael Fröhlich, dafür mit Verteidiger Simon Schütz vom Kooperationspartner Ingolstadt gingen die Joker ins Spiel. Leider musste der wiedergenesene Max Schmidle nach einem Schuss auf den Knöchel vorzeitig in die Kabine gehen. Über einhundert mitgereiste Jokerfans unterstützten ihr Team, beim dem diesmal wieder Stefan Vajs das Tor hütete. Durch die hochsommerlichen Temperaturen mussten beide Teams mit dem weichen Eis zurecht kommen. Nach einem torlosen ersten Spielabschnitt gelang Florian Thomas auf schöne Vorarbeit von Verteidiger Daniel Haase der Führungstreffer für den ESVK. Durch die schwach leitenden vier Schiedsrichter wurde das Match immer hitziger. Erste Folge war eine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Joker-Kapitän Sebastian Osterloh und den Grödner Syner. Zuvor erzielten die Grödner noch aus dem Gewühl heraus den Ausgleich.

Im letzten Drittel gaben die Kaufbeurer noch mal mächtig Gas und versuchten mit schnellem Spiel, die Führung wieder an sich zu reisen, doch es blieb trotz eines Schussverhältnisses von 17:1 im letzten Drittel beim Spielstand von 1:1. Nun musste ein Penalty-Schießen den Sieger ermitteln. Während beim ESVK Joona Karevaara, Simon Olsson und Branden Gracel sicher verwandelten, scheiterten gleich drei Grödner am gut aufgelegten Kaufbeurer Torhüter Stefan Vajs. Mit diesem knappen, aber verdienten Sieg ging es tags darauf ins Endspiel.

Endspiel gegen den EC Bad Tölz

Im anderen Halbfinalspiel setzten sich die Tölzer Löwen gegen die gastgebenden Sterzing Broncos durch, welche sich dann am Sonntag den dritten Rang des Turniers sicherten. Im Finale bezwang der ESVK den Oberligisten aus Bad Tölz mit 4:2 Toren. Nach einem Rückstand konnte Jannik Woidtke in Überzahl ausgleichen. Trotz guter Chancen gelang den Kaufbeurern kein Treffer mehr. Im zweiten Drittel wirbelte Joona Karevaara, sein Alleingang bescherte die erstmalige Führung. In Unterzahl mussten die Joker dennoch den Ausgleich hinnehmen, aber Joona Karevaara setzte noch einen drauf und erzielte das 3:2 für den ESVK. Anschließend traf noch Verteidiger Simon Schütz in Überzahl zum 4:2. Im letzten Drittel spielte der ESVK das Match souverän zu Ende und ließ nichts mehr anbrennen. Kapitän Sebastian Osterloh konnte danach die Trophäe für die Kaufbeurer Joker verdientermaßen entgegennehmen.

Auftakt am Freitag gegen Freiburg

Der Startschuss für den ESV Kaufbeuren in die letzte Saison in der altehrwürdigen Eishalle am Berliner Platz fällt am Freitagabend. Gast ist der EHC Freiburg, Spielbeginn wird um 19.30 Uhr sein. Das von Leos Sulak seit 2013 trainierte Team geht in die zweite Saison der DEL 2. Vorletzte Spielzeit gelang der Aufstieg, es folgte der vorzeitige Klassenerhalt in den Playdowns gegen des ESVK. Die Breisgauer setzen auf viele Eigengewächse und Teamgeist. Vom letztjährigen Stamm schmerzt hauptsächlich der Abgang von Torhüter Boutin zum AEV. Er wurde ersetzt durch den tschechischen Ex-Nationaltorhüter Lukas Mensator, der vom HC Kladno wechselte. Im Sturm kommt mit dem Tschechen Duda Radek vom HC Litvinov ein ehemaliger Nationalspieler, der Hoffnungen weckt.

DNL-Team mit Torinstinkt

Zweimal trat das Kaufbeu­rer DNL-Team gegen den Neuling aus Schwenningen an. Am Samstag gab es vor 115 Zuschauern einen ungefährdeten 4:1-Sieg. Nach einem Rückstand im ersten Drittel und einem torlosen zweiten Abschnitt trafen Haninger, Wohlgemuth, Heger und Koziol für die Kaufbeurer.

Am Sonntag gelang dann vor 89 Zuschauern ein imposanter 9:0-Erfolg über die Schwarzwälder. Diesmal trafen Weingartner (3), Wohlgemuth, Haninger, Keil, Boger, Krammer und Baloch. Interessant auch, dass sechs der neun Treffer in Überzahl gelangen. Damit sind die Kaufbeurer dank des besseren Torverhältnisses gegenüber den Kölner Haien Tabellenführer der DNL 1.

von Werner Mayr

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