Neubeginn in der A-Klasse

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Michael Schmitz.

Marktoberdorf – Mit einem abschließenden Sieg hat sich der TSV Marktoberdorf am vergangenen Wochenende aus der Fußball-Kreisklasse verabschiedet. Für den Traditionsverein aus der Kreisstadt ist es bereits der dritte Absturz in Folge. Spielten die Grünweißen in der Spielzeit 2013/2014 noch in der Bezirksliga-Süd, so ging es stetig bergab. In der kommenden Saison will sich Marktoberdorf in der A-Klasse nicht nur zu festigen, sondern auch das Abstiegsgespenst gänzlich vertreiben.

Der 2:1-Sieg gegen Türk Füssen war längst überfällig. „Hätten wir die Saison mit null Punkten abgeschlossen, wäre das für mich sehr bitter gewesen“, sagt Spielertrainer Michael Schmitz. Am Ende habe sein Team gegen die Lechstädter aber verdient gewonnen. „Bei diesem Spiel gab es für mich nichts zu bemängeln, außer wieder unsere Chancenverwertung. Die zog sich aber wie ein roter Faden durch alle unsere Saisonspiele“, bilanziert der 29-Jährige, der mit Beginn der Saison 2015/2016 die Verantwortung als Übungsleiter übernahm. 

Viele bittere Niederlagen musste Marktoberdorf einstecken. Negativer Höhepunkt war die 0:9-Klatsche gegen den TSV Görisried. Die Bilanz von zwölf erzielten und 120 kassierten Toren spricht zudem eine deutliche Sprache. „Uns fehlte es leider an der Qualität, teilweise hatten wir auch sehr viel Pech“, erzählt Schmitz. Gleich am zweiten Spieltag verlor sein Team bei Dostlukspor Kaufbeuren sehr unglücklich mit 1:2, als vier Minuten vor Schluss der Siegtreffer für die Wertachstädter fiel. Das war eine von vielen Niederlagen, die erst einmal verdaut werden musste. 

Erstaunlich war, dass der TSV trotz einer 25 Spieltage andauernden Niederlagenserie nicht den Mut verlor und dennoch weiter an sich glaubte. Für den Trainer war es stets eine Herkulesaufgabe. „Das Schwierigste war jetzt nicht den Kader zusammenzustellen, sondern die Jungs weiterhin Spiel für Spiel zu motivieren. Von der Stimmung her hat man überhaupt nicht gemerkt, dass wir Tabellenletzter sind“. Auffallend war allerdings die nicht immer beherzte Spielweise der Kreisstädter. Allein 66 Gelbe, acht Gelb-Rote und sogar drei Rote Karten wurden gegen Marktoberdorf ausgesprochen. In der Fairnesstabelle belegte der TSV auch hier den letzten Tabellenplatz. 

Weichen gestellt

Schon längst als die Ostallgäuer als Absteiger feststanden, wurde für die neue Spielzeit in der A-Klasse geplant. Michael Schmitz bleibt trotz des Absturzes weiterhin fester Bestandteil des Teams. „In vielen Fällen wird doch bereits zur Winterpause der Trainer in Frage gestellt. Bei uns dagegen wurde eine solche Debatte erst gar nicht entfacht“, sieht sich Schmitz auch weiterhin in der Verantwortung. Sehr positiv und richtungsweisend ist die Tatsache, dass bisher kein Spieler dem Verein den Rücken kehrte. Das war vor einigen Jahren beim großen Umbruch noch anders. 

Trotz des dritten Abstiegs in Folge hat sich der TSV Marktoberdorf in der kommenden Spielzeit ein Ziel gesetzt: „Wenn wirklich alles gut läuft, könnte ein guter Mittelfeldplatz möglich sein“, sagt Coach Michael Schmitz. Letztendlich will der Traditionsverein doch wieder nur eines: Zurück in die Erfolgsspur finden.

von Stefan Günter

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