"Eine tolle Arbeit"

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Heitere Gesichter: Vorstand Heinz Burzer (v. li.) bedankte sich bei Stefan Günter, Jimmy Hartwig samt Ehefrau und Kathrin Zajicek.

Kaufbeuren – „Ihr hier in Kaufbeuren macht eine tolle Arbeit für die Integration, das habe ich mir angesehen!“ Mit diesem Lob an die Adresse der Spielvereinigung Kaufbeu­ren (SVK) als Gastgeber des Neujahrsempfangs traf Gastredner Jimmy Hartwig eine Kernkompetenz der SVK. Dies brachte auch Heinz Burzer als geschäftsführender Vorstand des Fußballvereins mit 21 Mannschaften in seiner Ansprache deutlich zum Ausdruck.

Zum alljährlichen Neujahrsempfang hatten Vorstand und Förderverein die Mitglieder, Gäste und Sponsoren kürzlich ins Hotel „Am Kamin“ eingeladen. Moderator Stefan Günter führte durch das abendliche Programm.

Der Neujahrsempfang der SVK als Dank an seine Mitglieder und Förderer hat Tradition. Durch die Nähe zur Bundesliga – als Partner des FC Augsburg und das Netzwerk von Rudi Schnippe – gelingt es dem Verein immer wieder, namhafte Profis aus der Liga als Gastredner zu gewinnen.

 Mit Jimmy Hartwig hatten sie nicht nur einen ehemaligen Fußballprofi, Trainer, Buchautor und Schauspieler als Gast, sondern auch einen Mann mit „Ecken und Kanten“. Es war somit ein Auftritt der anderen Art, den die Teilnehmer am Neujahrsempfang der Spielvereinigung Kaufbeuren erleben durften. Mit klaren Worten, die auch unangenehme Dinge nicht ausklammerten, berichtete der Gastredner von seinem Leben, das von Höhen und Tiefen geprägt war.

Nach insgesamt 15 Jahren Fußballkarriere mit, auch internationalen, Titeln und mehreren Krebserkrankungen kämpfte er sich immer wieder zurück. So als Schauspieler in Fernsehproduktionen und auf die Theaterbühne.

Harte Kindheit 

„Über meinen Lebenslauf kann man viel lesen, aber es stimmt nicht alles“, begann der Ex-Profifußballer die Erzählung von seiner Kindheit im asozialen Viertel. Er beschrieb seine frühen Jahre an der Seite des permanent handgreiflichen Großvaters, der als ehemaliger Nazi das Kind seiner Tochter und eines Farbigen nicht akzeptierte. Mit acht Jahren war sein fußballerisches Talent entdeckt worden. „Ernst Happel war für mich wie ein Vater“, erinnert sich der Trainerschein-Inhaber, der sich gegen die Scharlatane unter den vorhandenen Fußballschulen wehrt.

Amüsant und in wechselndem Dialekt schilderte Hartwig seine Zeiten in Hessen, Bayern und den kurzen Ausflug als Trainer in Sachsen. Zum Thema Integration sagte er: „Ich habe hessisch gesprochen und musste mich im eigenen Land integrieren.“ Daher rühre auch seine Aktivität in sozialen Projekten und sein Engagement als Integrationsbotschafter des Deutschen Fußballbundes.

Gerade die Nationalmannschaft sei ein Beleg für gelungene Integration. „Ich möchte etwas von dem zurückgeben, was ich bekommen habe“, lautet eine Losung des 61-Jährigen, und er stellt fest: „Wir müssen versuchen, den Flüchtlingen die Hand zu reichen, denn wir sitzen alle in einem Boot und die Bevölkerung kann das“. Insbesondere die ehrenamtliche Arbeit müsste aus seiner Sicht „viel höher gehängt“ werden. „Ich bin stolz, in diesem Land zu leben, ich liebe dieses Bayern“, schloss der Schauspieler, „mein Leben ist rundum glücklich und schön“.

Herausforderungen 

Stadträtin Kathrin Zajicek als Jugendbeauftragte und Mitglied im Integrationsbeirat überbrachte die Grüße der Stadtspitzen. „Fußball und Miteinander stehen hier im Vordergrund“, freute sie sich, „mein großer Dank geht an die Arbeit der Ehrenamtlichen insbesondere in Sachen Integration.“

Heinz Burzer ging in seinem Rückblick auf die Aktivitäten des letzten Jahres ein mit etlichen sozialen Projekten und skizzierte die für 2016 anstehenden Herausforderungen für die 21 Mannschaften und zwei Teams mit Asylbewerbern.

In die Freude über den voraussichtlich ab März zur Verfügung stehenden Kunstrasenplatz im Haken als Ersatz für die wegfallende Trainingsfläche für den Bau des Eisstadions mischt sich allerdings ein Wermutstropfen. „Es stehen derzeit nur vier Umkleidekabinen zur Verfügung, das ist eindeutig zu wenig und wurde wohl nicht bedacht“, so der Vorstand, „das wird die größte Herausforderung für dieses Jahr werden“.

Er stellte ein Konzept für eine Gebäudeerweiterung vor, für das die SVK auch schon andere Vereine als Partner gewonnen hat. „Wir wollen damit die Grundlage für viele Jahre und die Zukunft des Vereins legen“, schloss Burzer.

von Wolfgang Becker

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