Sechs junge Fahrer aus Kaufbeuren und Umgebung starten das Wüsten-Abenteuer

Mit dem Audi Quattro in den Orient

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Norbert Ruf, Dominik Bergmann, Daniel Ahrens, Florian Frühholz, Andreas Ruf und Dominik Hirschka haben Startplätze für die Allgäu Orient-Rallye ergattert.

Kaufbeuren – Das Team „Quattro goes Orient“ hat das schier unmögliche geschafft und einen der begehrten Startplätze bei der „Allgäu-Orient-Rallye 2015“ ergattert. Dafür mussten die Teammitglieder früh aufstehen… Am 7. Juli Nachts um exakt 3.33 Uhr wurde das Anmeldeportal freigeschaltet. Dann hieß es schnell sein, denn bereits nach 3,5 Minuten waren alle 111 Startplätze vergeben. Und die sechs Jungs waren schnell! Startplatz 13!

Das Ziel der Allgäu-Orient-Rallye ist es, dass insgesamt 111 Teams mit je drei Autos auf eigene Faust nach Jordanien fahren. Der Clou: die Autos dürfen höchstens 1111 Euro wert oder mindestens 20 Jahre alt sein. Diese 333 Fahrzeuge werden dort ausgeschlachtet und die Ersatzteile verkauft. Der Erlös dieser Teile wird anschließend an gemeinnützige Organisationen wie zum Beispiel Waisenhäuser, Kindergärten und Schulen gespendet. Außerdem verteilen die Rallye-Teams bereits auf der etwa 8000 Kilometer langen Fahrt vom Allgäu bis nach Jordanien Hilfsgüter wie Nahrungsmittel, Kleidung und auch Spielzeug an die zum Teil sehr arme Bevölkerung der durchquerten Länder. 

Die sechs Teammitglieder Norbert Ruf, Dominik Bergmann, Daniel Ahrens, Florian Frühholz, Andreas Ruf und Dominik Hirschka, alle aus Kaufbeuren oder der näheren Umgebung, begannen sofort nach der Bestätigung der Teilnahme mit der Suche nach den geeigneten Fahrzeugen für dieses Projekt. Nach einem kurzen Brain-Storming waren die wichtigsten Eigenschaften eines solchen Rallye-Fahrzeugs schnell bestimmt. Die Autos müssen zuverlässig und robust genug sein um die rund 8000 Kilometer auf zum Großteil sehr schlechten Nebenstraßen zu überstehen – Autobahnen, Mautstraßen und Fähren sind laut Reglement nicht erlaubt. Außerdem war ihnen wichtig, dass die Fahrzeuge alle über Allradantrieb verfügen, was das Vorankommen vor allem auf ungeteerten Wegen erleichtert. Zuletzt war noch genug Platz wichtig, um Gepäck und Ausrüstung für drei Wochen sowie jede Menge Hilfsgüter zu transportieren. Zudem werden die Teammitglieder während der Rallye auch in den Fahrzeugen schlafen müssen, da eine Übernachtung in Hotels und Pensionen nur erlaubt ist wenn sie nicht mehr als 11,11 Euro pro Person kostet. 

Das Team „Quattro goes Orient“ entschied sich für drei Audi 100 Avant Quattro mit Sechs-Zylindermotoren, denen sie trotz ihrer 310000 bis etwa 400000 Kilometer Laufleistung zutrauen, sie nach Amman in Jordanien zu bringen. Doch was treibt sechs junge Männer dazu, fast ihren gesamten Jahresurlaub sowie jede Menge Geld und Nerven für so eine Tortur zu opfern? Auf diese Frage antwortet das Team: „Vor allem möchten wir diese Tour dazu nutzen, den zum Teil sehr armen Menschen auf dieser Strecke zu helfen. Uns in Deutschland geht es so gut, wir jammern hier auf verdammt hohem Niveau! Außerdem reizt uns die Herausforderung, mit drei alten Karren 8000 Kilometer über schlammige Nebenstraßen und Schotterpisten zu fahren! Ohne Hotels, All-inclusiv-Armbändchen und ähnliche Annehmlichkeiten! Nicht einmal Navigationssysteme sind erlaubt! Nur Karten… na das kann ja was werden…!“ 

Die Kosten für die drei Fahrzeuge, Reparaturen der Fahrzeuge, Kraftstoff für dreimal 8000 Kilometer, Hilfsgüter, Ausrüstung, Startgebühr, Verpflegung, Rückflug und vieles mehr summieren sich natürlich zu einem stattlichen Betrag. „Wir gehen zur Zeit von Kosten von 18000 bis 20000 Euro aus“, so das Team. Aktuell ist das Team „Quattro goes Orient“ auf der Suche nach Sponsoren und Spendern, die ihnen helfen, dieses Projekt zu stemmen. Für Sponsoren bietet das Team außerdem Werbemöglichkeiten. Unter anderem werden die Rallye-Autos bereits jetzt zugelassen und mit den Sponsoraufklebern versehen. Infos zum Spendenkonto und für Sponsorenanfragen über www.facebook.com/quattroorient

von kb

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