Kaufbeurer Joker schaffen durch den vierten Sieg gegen Heilbronn den Klassenerhalt

ESVK im Freudentaumel

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Stehende Ovationen für den ESVK nach dem letzten Sieg in den Play-Downs, der den Klassenerhalt für die Joker in der DEL 2 markierte.

Kaufbeuren – Eishockeyfieber in Kaufbeuren! Mit 2600 Zuschauern platzte das Eistadion am Berliner Platz fast aus allen Nähten. Trotz herrlichem Frühlingswetter strömten die Fans in Scharen ins Stadion. Sie hofften auf einen Sieg ihrer Joker und damit eine neuerliche Saison in Deutschlands zweithöchster Eishockeyliga. Die treuen Anhänger wurden nicht enttäuscht.

Mit einer kämpferisch vorbildlichen Leistung hielten die Joker die Heilbronner Falken im vierten Spiel mit 2:0 Toren nieder. Spannung war bis in die Schlusssekunden geboten, denn die Gäste bauten im letzten Drittel noch mal sehr viel Druck auf, scheiterten aber immer wieder an der Abwehr und vor allem an Torhüter Stefan Vajs. 

Steilvorlage am Freitag in Heilbronn 

Nicht nur der 5:4-Heimsieg nach 108 Spielminuten am Mittwoch, 8. April, brachte die Joker in die richtige Spur, vor allem der 4:0-Auswärtserfolg zwei Tage später in Heilbronn ebnete die sich nun bietende große Chance auf den vorzeitigen Klassenerhalt nach sechs der sieben möglichen Partien. 

Die Joker legten dabei einen furiosen Start hin, denn nach nur 18 Sekunden schoss Michael Fröhlich nach überlegter Vorarbeit durch Jordan Knackstedt zum 0:1 ein. In der Folge gerieten die Kaufbeurer noch dreimal in Unterzahl, überstanden aber diese Situationen ohne Gegentor. Im Gegenteil, schon fünf Minuten vor Ende der ersten Spielzeit erarbeiteten sich die Joker mehrere Chancen, die aber nicht zum Torerfolg führten. 

Im zweiten Drittel ein ähnliches Bild, die Joker gerieten durch Strafzeiten wieder in Unterzahl, dabei mussten sie fast eine Minute lang mit drei gegen fünf überstehen. Dies klappte nicht nur, Max Schmidle startete nach einem Pfostentreffer der Gastgeber in Unterzahl sogar einen Konter und überwand deren Torsteher Proske zum umjubelten 0:2. Nun bekamen auch die Falken ihre Strafzeiten und so bot sich dem ESVK ebenfalls eine zweifache Überzahlsituation. Diese ließ Kapitän Daniel Menge nicht ungenutzt und traf nach 36 Minuten zum 0:3. 

Jetzt waren die Heilbronner geschockt und provozierten, was zu neuerlichen Strafzeiten führte. Dennoch kamen die Gastgeber zu mehreren guten Chancen, die aber ein prächtig agierender ESVK-Keeper Stefan Vajs parierte. Im abschließenden Drittel unternahmen die Falken einen letzten Kraftakt, das Match doch noch drehen zu können. Mit Geschick und Glück konnten die Kaufbeurer dagegen halten und kamen auch ihrerseits zu weiteren Chancen. 

Heilbronns zweiter Coach Luigi Calce verlor kurz vor Schluss noch die Nerven und bekam wegen Beschimpfung von Offiziellen zwei Strafminuten plus eine Spiel- dauerdisziplinarstrafe aufgebrummt. Noch frustrierter war anscheinend Heilbronns Topspieler Dustin Cameron, der sich einen unrühmlichen Stockstich gegen ESVK-Verteidiger Martin Heider leistete und so zu Recht eine Matchstrafe erhielt. Die Joker spielten unbeirrt zu Ende und Tim Richter konnte auf Zuspiel von Daniel Oppolzer gar noch den 0:4-Endstand markieren. 

Die Heilbronner Spieler mussten somit eine für sie unerwartete Heimpleite vor 1842 Zuschauern gegen diszipliniert auftretende Allgäuer hinnehmen. Die beiden Hauptschiedsrichter Roland Aumüller und Jens Steinecke sprachen gegen die Falken 73 und gegen die Joker 16 Strafminuten aus. 

Spiel Nummer Sechs in Kaufbeuren 

Durch die zwei letzten Siege gingen die Kaufbeurer Joker mit 3:2-Siegen in das sechste Match. Ein Sieg noch und der Klassenerhalt wäre vorzeitig geschafft. Dies setzten die Jungs von Trainer Juha Nokelainen und Stefan Mayer in die Tat um. Nach gegenseitigem Abtasten übernahmen die Joker die Initiative und sorgten für Gefahr vor dem Gästetor. Michael Fröhlich nach sechs Minuten und Daniel Menge 84 Sekunden späten schossen eine Zwei-Tore-Führung heraus. 

In der Folge hätten die Joker den Zwischenstand noch höher schrauben können, doch scheiterten sie am guten Gästekeeper Proske. In dem ansonsten fairen Match fiel nur Gästestürmer Grant Toulmin negativ auf, als er wegen eines Checks gegen den Kopf eines Kaufbeurers eine Matchstrafe bekam. Diese Überzahl konnten die Joker aber nicht zur Resultatsverbesserung nutzen. Daniel Menge scheiterte dreieinhalb Minuten vor Ende der Partie mit einem Penalty. 

Die Kräfte schienen bei dem ESVK mehr zu schwinden als bei Heilbronn. Deshalb wurde es in den letzten Spielminuten noch einmal richtig spannend, doch Torhüter Stefan Vajs hielt sein Gehäuse sauber. Er spielte nicht nur das zweite Match zu Null, sondern – mit dem Mittwoch-Marathon-Match gerechnet – kassierte er achteinhalb Drittel keinen Gegentreffer mehr. 

Die Fans zählten die letzten Sekunden herunter und eine riesen Last fiel von den Spielern und Offiziellen des ESVK ab. Die Zuschauer boten noch nach Spielende stehende Ovationen und feierten den Klassenerhalt des ESVK in der DEL 2.

von Werner Mayr

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