BTU-Vizepräsident Geord Streif im Interview

Der Verein ist Herzenssache  

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Die Delegierten aus dem Allgäuer Verbund beim Verbandstag der Bayerischen Taekwondo Union (BTU): Georg Streif (2. v. li.), 1. Vorstand der Taekwondo Gemeinschaft Allgäu e.V., wurde als Vizepräsident der BTU bestätigt.

Marktoberdorf/München – Es war am Ende dann doch eine klare Angelegenheit: Weil er keinen Gegenkandidaten hatte, wurde am vergangenen Samstag der Marktoberdorfer Georg Streif beim Verbandstag der Bayerischen Taekwondo Union in seinem Amt als Vizepräsident für Leistungssport bestätigt.

In München stimmten 88 Delegierte für den Ostallgäuer, es gab keine Gegenstimme und auch keine Enthaltung. DerKreisbote sprach mit ihm. 

Es ist Ihre dritte Legislaturperiode als Vizepräsident für Leistungssport in der Bayerischen Taekwondo Union (BTU). Welche Ziele haben Sie für die nächsten vier Jahre? 

Streif: „Ich leite seit 2007 den Leistungssport der BTU. Obwohl wir in der Vergangenheit mit unserem BTU-Leistungssportteam alle Ziele erreichen konnten und der erfolgreichste Landesverband sind, wollen wir uns weiterhin verbessern. Dafür ist ein Neubau im Bundes-/Landesstützpunkt in Nürnberg geplant. Da dieser vom BMI schon genehmigt ist, stehen die Chancen gut, diesen in der nächsten Wahlperiode abzuschließen. Auch das Internat für Leistungssportschüler soll dort ausgeweitet werden. Zurzeit betreuen wir dort 28 Schüler.“ 

Bundestrainer-Süd, Vizepräsident in Bayern, Vereinsvorsitzender der Taekwondo Gemeinschaft Allgäu e.V. (TGA) – das sind drei Posten, die Sie einnehmen. Welchen Stellenwert genießt dabei Taekwondo im Allgäu? 

Streif: „Einen sehr hohen, da es im Allgäu zahlreiche Vereine gibt, die schon immer erfolgreiche Dan-Träger oder Kämpfer herausgebracht haben. Die Wettkämpfer haben sich meist in der Taekwondo Gemeinschaft Allgäu e.V. mit Sitz in Marktoberdorf gesammelt. Hier habe ich das Leistungssporttraining vor einigen Jahren an Marco Scheiterbauer übergeben, der als Jugendbundestrainer beste Arbeit liefert. Oliver Knecht leitet unsere Abteilung in Kaufbeuren und Viktor Rotenberger mit seiner Familie in Memmingen. Ich selbst gebe im Verein nur noch dreimal die Woche Breitensporttraining und leite die TGA als Vorsitzender und Cheftrainer. Unser Verein ist mir seit langem eine ,Herzenssache’, der einen hohen Stellenwert, neben meinem leistungssportorientierten Beruf, einnimmt.“ 

Welchen Weg geht die TGA eigentlich in Sachen Breitensport und Integration? 

Streif: „Genau diese Bereiche will ich zusammen mit meinem Trainerteam und Vorstandskollegen Dieter Koldas aus Kaufbeuren, Andreas Hindelang und Heidi Linder, beide aus Wald, noch mehr erweitern. Aktuell haben wir Asylanten sowie zahlreiche Mitglieder mit Migrationshintergrund in unseren Reihen. Auch Inklusion soll intensiviert werden. Hier wollen wir eine Zusammenarbeit mit den dementsprechenden Stellen anstreben. In der Praxis haben wir schon erste Versuche gestartet. Allerdings haben wir da noch Entwicklungsbedarf.“ 

Mehr Sportlerinnen und Sportler im Verein bedeuten auch, dass mehr Platz benötigt wird. Stimmt es, dass sich die TGA nach neuen Räumlichkeiten umschaut? 

Streif: „Ja, das ist schon lange ein großer Wunsch unseres Vereins. Nachdem wir für einen Neubau schon fertige Pläne hatten, haben wir uns aus Kostengründen nun für eine Einmietung und Umbau entscheiden. Ein Antrag dafür liegt schon bei der Stadt Marktoberdorf, die uns auch bisher gut unterstützt hat.“ 

Konkrete Vorstellungen und Wünsche sind also bereits vorhanden? 

Streif: „Genau. Sie sind realistisch und umsetzbar, allerdings mit etwas Mehraufwand. Doch seit sich alle Trainer dafür ausgesprochen haben, bin ich da positiv für die Zukunft gestimmt. Neben der Mitgliedererweiterung im Kinder-, Jugend- und Erwachsenensport, Integration und Inklusion, sollen auch im Leistungssportbereich die Möglichkeiten erweitert werden. Hier haben wir einige junge Spitzentalenten, die wir fördern wollen. Der für uns startende Volker Wodzich aus Gelsenkirchen hat sogar die besten Chancen bei der Olympiade 2016 in Rio de Janeiro mit dabei zu sein. Bisher war ich bei den Olympiaden in Seoul als Teilnehmer, und in Sydney als Medaillen-Coach. Jüngst schaffte dies Marco Scheiterbauer als Medaillen-Coach bei der Jugend-Olympiade 2014 in Nanjing. Wir sind gespannt, was da noch folgt.“ 

Wie sieht es mit der Finanzierung für den Umbau aus? 

Streif: „Das ist natürlich die größte Hürde. Je nachdem, welche Unterstützung wir dafür erhalten, werden wir die zukünftige Planung gestalten. Da wir ja auch als Landesstützpunkt Süd der BTU fungieren, können wir unser Angebot vom Breitensport bis zum Leistungssport besser aufteilen und mehr Angebote bieten. Wir sind hierfür bestens aufgestellt und sehen positiv in die Zukunft. Jedoch wären weitere Sponsoren wünschenswert.“

Das Interview führte Stefan Günter

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