Eishockey

"Arbeit geht jetzt richtig los"

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Topias Dollhofer.

Buchloe – Am Freitag beginnt für den Bayernligisten ESV Buchloe beim Derbyrivalen Memmingen die Testspielphase auf die neue BEL-Saison. Doch schon seit Wochen schwitzen die Piraten gemeinsam mit Coach Topias Dollhofer im Sommertraining, um gut gerüstet starten zu können. Wir haben uns mit dem neuen Mann an der Bande, Topias Dollhofer, unterhalten.

Herr Dollhofer, Sie sind über die Stationen HC Landsberg und den EC Pfaffenhofen als Trainer zum ESV Buchloe gekommen. Was war für Sie ausschlaggebend, den Cheftrainerposten bei den Pirates zu übernehmen?

Dollhofer: Florian Warkus und ich kennen uns jetzt schon fast 20 Jahre und durch das Eishockey hatten wir auch immer mehr oder weniger Kontakt. In den letzten Jahren hatte er sich schon öfter um mich bemüht, diesmal hat dann letztendlich alles gepasst und es hat geklappt.

Sie treten beim ESV Buchloe ein schweres Erbe von Norbert Zabel an und sind mit 34 Jahren noch sehr jung für einen Trainer. Denken Sie, dass dies für Sie ein Vorteil ist?

Dollhofer: Norbert hat die Mannschaft in der letzten Saison sehr gut geführt und viel aus den Jungs rausgeholt. Das kann für mich aber nur positiv sein, da ich eine intakte Mannschaft übernehmen darf. Und Norbert bleibt dem Verein und der Mannschaft ja auch weiter in anderer Funktion erhalten. Davon abgesehen denke ich nicht, dass mein Alter eine größere Rolle spielt. Es ist ja auch schon meine achte Saison im Seniorenbereich und bisschen etwas habe ich in der Zeit auch schon erlebt. Außerdem gilt generell, dass jeder Trainer einerseits eine klare Linie haben sollte, aber andererseits auch selbst immer lernwillig und -fähig bleiben muss. Egal ob 24, 34 oder 64.

Was waren Ihre schönsten Highlights in Ihrer Laufbahn als Spieler und als Trainer?

Dollhofer: Die schönsten Highlights sind die vielen Freundschaften die mir das Eishockey gebracht hat, denn die bleiben auch immer. Sportlich gesehen war als Trainer der Gewinn der deutschen Meisterschaft mit den Junioren des ESV Kaufbeuren durchaus etwas Besonderes. Als Spieler habe ich zwar nie wirklich einen Titel gewinnen können, aber tolle Jahre hatte ich auch da.

Mit Sven Curmann, Mark Waldhausen und Daniel Huhn haben wir einige schwerwiegende Abgänge zu verzeichnen und auch Nachwuchsspieler wie Felix Furtner, Stephan Pichler und Roman Jehle haben den Verein verlassen. Wäre unter diesen Namen einer dabei, den Sie noch gerne im Team gehabt hätten?

Dollhofer: Diese Frage stellt sich für mich nicht. Zwar habe ich zu dem einen oder anderen der genannten auch privat ein gutes Verhältnis, aber letztendlich helfen uns nur Spieler, die unbedingt für uns spielen wollen und die stolz sind ein Teil der Mannschaft zu sein. Und ich bin davon überzeugt, dass wir die gefunden haben.

Diese Saison stehen Ihnen direkt zu Saisonbeginn mit Alexander Krafczyk, David Vycichlo, Markus Vaitl, Mario Seifert, Pavel Vit, Alexander Reichelmeir und Lukáš Hruzík gleich sieben Neuzugänge zur Verfügung. Wie ist hier Ihre Einschätzung und können Sie den Fans schon den neuen Kapitän nennen?

Dollhofer: Wie oben erwähnt bin ich mir sicher, dass wir eine gute Mischung gefunden haben. Sowohl sportlich als auch charakterlich. Allerdings geht die Arbeit jetzt auch erst richtig los und wir müssen die Leistung aufs Eis bringen. Gelingt uns das optimal, dann sind wir auf jeden Fall in der Lage uns sehr gut in der Liga zu behaupten. Dafür muss aber jeder einzelne voll mitziehen. Die Kapitäne sind in erster Linie Vertreter der Spieler, daher lasse ich diese grundsätzlich immer wählen. Ich nehme mir aber das Recht raus selbst mit zu wählen.

Wie ist Ihr Eindruck von der Mannschaft und vom Sommertraining?

Dollhofer: Die Beteiligung im Sommertraining war sehr gut und die Jungs haben gut trainiert. Und wie schon gesagt, ich denke die Mannschaft passt charakterlich gut zusammen.

Die Bayernliga hat sich im Vergleich zu den Vorjahren mit dem Aufstieg von Waldkraiburg, Lindau und Höchstadt doch deutlich verändert. Wie ist Ihre Einschätzung und wo sehen Sie unsere Piraten?

Dollhofer: So stark sehe ich die Veränderung für uns gar nicht. Mannschaften wie Peißenberg oder Miesbach waren die letzten Jahre ebenfalls immer vorne dabei und haben sich spielerisch stetig weiterentwickelt. Dazu investieren auch andere, wie zum Beispiel Memmingen oder Landsberg wieder kräftig um den nächsten Schritt zu machen. Außerdem gibt es mit Erding schon mal einen sehr starken Aufsteiger, Passau kenne ich noch nicht so gut. Die Liga wird wieder sehr eng sein und wir müssen natürlich jeden Gegner ernst nehmen, haben aber auch gegen jeden unsere Chance. Alles in allem glaube ich, die größte Veränderung wird sein, dass die schöne Busfahrt an den Bodensee wegfällt.

Was halten Sie von dem Modus mit der Verzahnung der Oberliga?

Dollhofer: Nach allem was die letzten Sommer so im deutschen Eishockey gelaufen ist, werde ich keinen einzigen Modus hierzulande mehr öffentlich kommentieren. Nur so viel, das Wort „Zwischenrunde“ kenne ich weder im Finnischen noch im Englischen, und ich denke das gibt es auch nicht im Schwedischen, Russischen oder Tschechischen.

Vielen Dank für das Gespräch.

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