An der Tabellenspitze

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TSV-Trainer Sven Kresin platzt beinahe vor Stolz auf seine Truppe.

Landsberg – Fragt man Sven Kresin derzeit, ob er nicht stolz auf seine Truppe sei, muss der Trainer des TSV Landsberg lachen. „Ich platze ja fast schon“, sagt der 39-Jährige. Nicht ohne Grund: Überraschend, aber nicht unverdient führt die Mannschaft die Fußball-Bayernliga nach dem 1:1 in Pullach an.

Dass es dort „nur“ zu einem Punkt reichte, ist für den Coach alles andere als ein Beinbruch. Zum einen hatte man gegen die Vorstädter in den beiden vergangenen Jahren wenig zu bestellen gehabt, zudem hat der TSV ein extrem hartes Programm mit zwei „englischen Wochen“ hinter sich. „Wir kamen nicht mehr dazu, irgendwelche Dinge einzustudieren, es gab nur noch Abschlusstraining und Spiel.“

Das machte sich in Pullach dann auch irgendwann bemerkbar. „Ab der 70. Minute hat man schon gesehen, was wir in den letzten Wochen geleistet haben“, sagt Kresin, „da haben sich Lücken aufgetan und Heiland musste noch ein-, zweimal halten.“

Zu diesem Zeitpunkt war der Endstand aber bereits längst hergestellt. Obwohl die Gastgeber, außer bei Standards, eigentlich wenig Gefahr aus- strahlten, gingen sie nach 13 Minuten in Führung. „Ein Tor wie das 2:1 gegen Heimstetten“, schildert Kresin. „Zwei Mann verlieren im Kopfball, der Ball kommt zum Pullacher, der aus sechs Metern freistehend einschießt.“

Beim Ausgleich kurz nach der Pause verließen sich die Landsberger auf einen Trick, den sie zuletzt öfter angewandt hatten – allerdings in umgekehrter Reihenfolge. Diesmal führte Fülla einen Freistoß schnell aus, lupfte den Ball über die Mauer, dort stand Salemovic und lupfte weiter über Pullachs Torhüter zum 1:1. „Regelwidrig“, fand SVP-Trainer Frank Schmöller, „ganz klar regelkonform“, sagt Kresin. „Das war einfach schlau gemacht und zeigt das gute Spielverständnis, das die beiden füreinander haben.“ Dass man mit diesem Unentschieden an die Tabellenspitze gelangen würde, war allerdings nicht zu erwarten gewesen, doch die beiden Regionalliga-Absteiger Heimstetten und Garching patzten erneut. „Wir waren die ersten, die einen Gegner wie Heimstetten angenommen und bespielt haben“, erinnert sich Kresin an den 3:2-Heimsieg. „Inzwischen kann unter den ersten fünf Mannschaften wohl jeder jeden schlagen.“

Sein Team bekommt es jetzt aber erst einmal mit einem Gegner aus einer ganz anderen Tabellenregion zu tun. Die SpVgg Ruhmannsfelden tut sich als Aufsteiger erwartungsgemäß schwer, bislang hat die Truppe aus der niederbayerischen 2000-Einwohner-Gemeinde in acht Spielen nur vier Punkte gesammelt und steht auf Platz 17.

Gerade das dürfte die Aufgabe nach Kresins Meinung nicht leichter machen. „Die kämpfen wohl gegen den Abstieg und werden uns sicher nicht den Gefallen tun, hier in Landsberg ein offenes Spiel anzubieten.“ Zu sehen ist die „schwierige Sache“ ab 14 Uhr im Hacker-Sportpark. Auch wenn mit einer Rekordkulisse gegen Unterhaching nicht zu rechnen ist, würde sich Kresin freuen, wenn der zuletzt gute Zuschauerzuspruch anhält. „Das hat den Jungs auch gut getan.“

Dass der Erfolg dem einen oder anderen Spieler zu Kopf steigt, will der Trainer dennoch auf jeden Fall verhindern. „Wer mich kennt, weiß, dass ich optimistisch bin, aber auch immer auf dem Boden bleibe. Wir brauchen nur gegen Ruhmannsfelden und dann vielleicht noch in Kottern nur Unentschieden zu spielen, schon rutschen wir ganz schnell in der Tabelle ab. Das ist uns allen bewusst.“

Christoph Kruse

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