Punkte aus Berlin

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Wieder erzielten die Red Hocks (wie hier gegen Lilienthal) auch in der Bundeshauptstadt Berlin Tor um Tor und holen damit erneut zwei Punkte in der Bundesliga.

Kaufering – Zwei ganz wichtige Punkte entführten Kauferings Bundesligafloorballer am vergangenen Samstag aus Berlin. In einer hart umkämpften und über weite Strecken hochklassigen Partie hatte der Aufsteiger in der Verlängerung den längeren Atem und setzte sich mit 4:3 durch.

Die Berliner hatten seit ihrer Niederlage im Hinspiel eine regelrechte Serie gestartet, sechs Spiele am Stück in teils beeindruckender Manier gewonnen und sich bis auf den zweiten Tabellenrang vorgeschoben. Die nur mehr viertplatzierten Red Hocks verloren zuletzt etwas an Boden, es stand also ein für die Playoffränge richtungsweisendes Aufeinandertreffen bevor. Trainer Christoph Huber hatte eine zunächst defensive Marschroute gewählt, mit dem Eröffnungsbully nahmen die erfahrenen Hausherren das Heft in die Hand. Nach sechs Minuten musste Red Hocks Schlussmann Tobias Dahme dann nach einem kuriosen Gegentreffer erstmals hinter sich greifen. Ein hoher Ball aus der Berliner Hälfte trudelte abgefälscht über die Linie, eigentlich ein vermeidbarer Treffer.

In der Folge zeigten beide Kontrahenten eine clevere Spielanlage, auch die Red Hocks kamen nun zu vielversprechenden Einschussmöglichkeiten. Bis zur 16. Spielminute dauerte es, ehe Tino von Pritzbuer den Ausgleich markierte. Auf Zuspiel von Johannes Weh setzte der Jungnationalspieler zum Bogenlauf an, sein verdeckter Distanzschuss schlug flach im Eck ein. Kaufering streute nun aggressivere Wechsel ein und setzte den Gastgebern damit sichtbar zu, trotz sich bietender Gelegenheiten wollte vor dem Pausenpfiff aber kein Treffer mehr fallen.

Der zweite Abschnitt begann ansehnlich, beide Teams standen sicher, Berlin hatte die optischen Vorteile auf seiner Seite. Die Red Hocks blieben über Konter gefährlich, doch bis zur Mitte des Spiels änderte sich nichts. Nach 32 Minuten dann die erste Überzahl für die Mannschaft vom Lech. Der Ball lief gefällig durch die Kauferinger Reihen, die Chance nutzte Marco Tobisch aus zentraler Position zum 2:1. Doch nun hielt kurzzeitig der Schlendrian Einzug. Mit einem Rückstand von 2:3 ging es in die Kabine, einem vermeintlichen Kauferinger Tor wurde aufgrund eines vorangegangenen Schutzraumvergehens die Anerkennung verweigert.

Im Schlussdrittel nur nicht zu früh das Visier hochzuklappen sondern geduldig auf sich bietende Möglichkeiten zu warten, war nun die Devise. Erleichtert wurde dieses Unterfangen durch das nächste Überzahlspiel. Tino von Pritzbuer war auf seiner Seite durchgebrochen und wurde von Berlins Kristaps Vaicis regelwidrig in die Bande befördert. Die Unparteiischen ließen Gnade walten und verhängten zwei Strafminuten. Diese sollten jedoch reichen. Nachdem die Red Hocks ihr Powerplay nur beschwerlich aufziehen konnten klappte es kurz vor Ablauf doch noch. Am Ende einer zügig über mehrere Stationen gespielten Passstafette stand erneut Marco Tobisch am rechten Ort und vollstreckte zum 3:3. 

Berlin ging langsam sichtbar die Puste zuneige, auf Kauferinger Seite zahlte sich der breite Kader aus. Dennoch musste Dahme teils in höchster Not retten, doch auch sein Gegenüber Felix Klein zeichnete sich akrobatisch mit einer echten Großtat aus. Eineinhalb Minuten vor Ende wanderte dann zum dritten Mal ein Berliner auf die Strafbank, doch trotz Überzahl blieb der Last-Minute-Treffer zugunsten Kauferings aus. Nach Ablauf der regulären Spielzeit war die Punkteteilung also besiegelt, nun ging es im Sudden-Death um den Zusatzzähler.

Bereits in Wernigerode und zuhause gegen Lilienthal hatten die Red Hocks die Verlängerung zu ihren Gunsten entschieden und auch diesmal bewiesen die jungen Aufsteiger den längeren Atem. Julian Rüger eroberte hinter dem gegnerischen Tor den Ball, den er per Bauerntrick erfolgreich über die Torlinie drückte. Bereits am kommenden Wochenende geht es erneut auf lange Fahrt, in Dresden gilt es die nächste Hürde zu meistern. Unklar ist dabei noch die Verfügbarkeit von Martin Klöck, der Verteidiger war gegen Berlin verletzt ausgeschieden.

Doch es gibt auch noch eine gute Nachricht. Maximilian Falkenberger, 20-jähriger Kapitän der Red Hocks, wurde in den Kader der deutschen Nationalmannschaft für die WM-Qualifikationsspiele in den Niederlanden berufen. Damit könnte erstmals in der jungen Kauferinger Floorballhistorie ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs das Trikot der deutschen Herrenauswahl überstreifen.

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