Vom Ammersee an die internationale Spitze

Der Konkurrenz enteilt

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Der Moment des Triumphs: Mit einem 4. Platz im letzten Durchgang sicherte sich Andreas Lachenschmid aus Schondorf den historischen Titelgewinn bei der WM in Carnac.

Schondorf – Vom Ammersee an die Weltspitze: Andreas Lachenschmid aus Schondorf hat sich bei der Weltmeisterschaft im Musto Skiff zum Champion gekrönt. Auf den Wellen des Atlantiks vor dem französischen Carnac enteilte er der versammelten internationalen Konkurrenz aus zehn Nationen. Zurück bei seinem Heimatverein, dem Augsburger Segelclub in Utting, erwartete den 25-jährigen neuen Weltmeister ein standesgemäßer Empfang.

Wir schreiben das Jahr 2016 nach Christus. Die ganze Bestenliste der Musto Skiff Weltmeisterschaft ist fest in britischer Hand. Die ganze Bestenliste? Nein. Auf Platz 6 hat sich ein spanischer Segler vorgekämpft. Und noch viel wichtiger: Ganz oben im Tableau, am Platz an der Sonne, thront mit Andreas Lachenschmid ein Schondorfer.

Vom 4. bis 11. Juni segelte die Weltelite des Musto Skiff vor Carnac um die Wette. Dabei standen die einzelnen Wettfahrttage unter gänzlich unterschiedlichen Vorzeichen. Denn an den ersten beiden Renntagen wehte noch Leichtwind vor der französischen Atlantikküste, der im weiteren WM-Verlauf aber merklich auffrischte. 18 Knoten waren es bereits an Tag 3 und 22 am entscheidenden Samstag, sodass eine nicht ganz einfach zu meisternde Welle vorherrschte. Doch der 25-jährige Lachenschmid zeigte sich unbeeindruckt: Bei zehn Durchgängen fuhr er die Platzierungen 4/9/14/1/3/3/6/6/22 und 4 ein, kein Konkurrent in einem der insgesamt 72 anderen Schiffe überzeugte mit einer derartigen Beständigkeit.

Deutlicher Vorsprung

Mit 20 Punkten Vorsprung schloss der Schondorfer die Weltmeisterschaft ab. Die beiden schlechtesten Platzierungen wurden aus der Wertung gestrichen, beim Ausrutscher im vorletzten Lauf hatten sich Lachenschmid und sein Boot, die „Wilde Susi“ mit verlorenem Bolzen am Baumniederholer über die Ziellinie schieben müssen. Doch der sogenannte Ovington Service bekam das Problem in der Rennpause in den Griff. Ovington lautet der Name der englischen Werft, die die 4,55 Meter langen Musto Skiffs anfertigt.

Segelfertig bringen diese leichten Schiffe 85 Kilogramm auf die Waage. Hohe Geschwindigkeiten werden so mit den Einhandseglern erzielt, die Dr. Joachim Happrecht um die Jahrtausendwende herum ersann. Von einer echten „Revolution des Einhandsegelns“ spricht deshalb auch der deutsche Verband, der nach einem deutschen Konstrukteur und Gründervater nun im siebten Anlauf auch endlich einen deutschen Weltmeister in seine Annalen aufnehmen darf.

Enge Verbindung

Dass Lachenschmid, der erst vor zwei Jahren die Disziplin des Musto Skiff für sich entdeckte, nun einen derartigen Erfolg einfahren konnte, verdankt er seinem regelmäßigen Training auf dem heimischen Ammersee und auch seinem früh geförderten Talent. Denn schon als Kind zog es den Schondorfer aufs Wasser hinaus. Auch beruflich widmet er sich voll und ganz seiner Passion: Lachenschmid ist selbstständiger Bootsbauer.

In Anbetracht des starken Ergebnisses in Carnac und dem erstmaligen Triumph eines Deutschen mit dem Musto Skiff war dann auch das Hallo beim Empfang in Utting, wo Lachenschmids Heimatverein, der Augsburger Segel Club, beheimatet ist, entsprechend groß. „Andi wurde ein rauschender Empfang mit Standing Ovations, Glückwünschen von allen Seiten, Freibier, Blasmusik und Leckereien bereitet“, berichtet Josefine Althaus vom ASC.

Mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft schob sich Lachenschmid sogar auf die Führungsposition der EuroCup-Serie. Doch eine Pause ist nicht drin: Bei den Kieler Wochen, die dieses Wochenende beginnen, wird es darum gehen, den Vorsprung direkt wieder zu verteidigen.

Rasso Schorer

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