Riverkings starten gut in die Bayernliga

Mit den Top-Teams mithalten

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Mit harten Bandagen gingen die Riverkings am Wochenende zu Werke.

Landsberg – Der Start ist nach Maß verlaufen: der HC Landsberg gewann das erste Bayernliga-Spiel in seiner Ver- einsgeschichte gegen den Höch­stadter EC etwas überraschend mit 6:4 (0:1, 3:1, 3:2). Am Sonntag schlugen sich die Riverkings dann beim Aufstiegsfavoriten Memmingen sehr achtbar. In einer über weite Strecken kampfbetonten Partie unterlagen sie vor knapp 1200 Zuschauern allerdings mit 6:3.

„Zwei Teams auf Augenhöhe“ hatten nach dem Heimspiel gegen die Alligators Höchstadts Spielertrainer Daniel Jun und Landsbergs Coach Alex Wedl gesehen. Das bessere Ende hatten zum Schluss aber die bravourös kämpfenden Riverkings für sich. Von Nervosität war bei der jungen Landsberger Truppe wenig zu spüren, nach fünf abwartend verbrachten Minuten auf beiden Seiten ging man gegen den Favoriten aus Franken forsch ins Geschehen. Michael Fischer schüttelte im Konter zwei Verteidiger ab, scheiterte aber zweimal am Gästekeeper, schon in der 6. Minute traf Sven Gäbelein für die Landsberger nur die Latte. Es sollte zum Schluss nicht nur wegen vier Skorerpunkten Gäbeleins Spiel werden – was Trainer Wedl besonders freute. „Es war eine sehr schwere Woche für ihn“, so der 45-Jährige. Gäbeleins Mutter war wenige Tage vor dem Spiel einer schweren Krankheit erlegen, „die Mannschaft hat für ihn gespielt und er selbst war heute unser bester Spieler“, meinte der Trainer.

Riverkings zeigen sich von ihrer besten Seite

Dass es zum Sieg gegen die Alligators reichen würde, war allerdings zunächst noch nicht abzusehen. Obwohl die Riverkings die besseren Chancen für sich hatten, gingen die Gäste 26 Sekunden vor der ersten Pause in Führung – verantwortlich zeichneten mit Urban und Jun die beiden über 60 Minuten dominierenden Figuren im Höchstadter Spiel.

Beim Ausgleich gab Mike Dolezal eine Kostprobe seiner technischen Fertigkeiten, lupfte vor dem entscheidenden Pass den Puck sehenswert über den Schläger des Verteidigers; als Torschütze gaben die Unparteiischen zum Schluss Gäbelein an. Nach schöner Vorarbeit von Rohde wackelte dann Sturm noch einen Gegenspieler aus und brachte die Landsberger erstmals in Führung.

Nachdem Jun in Überzahl mit einem verzögerten Flachschuss getroffen hatte, sah alles bereits nach einem Unentschieden zur zweiten Pause aus. Dabei hatten die Alligators die Rechnung aber ohne Michael Fischer und die Stadionuhr gemacht. Der vor zwei Jahren eingebaute neue Zeitmesser kann Zehntelsekunden anzeigen – und die waren entscheidend. Fischer feuerte bei 39:59,5 Minuten quasi auf dem Weg in die Kabine kurz hinter der Mittellinie noch einen Schuss Richtung Tor – und der schlug über der Stockhand von Glaser ein. Ob es nun 0,2 oder 0,1 Sekunden vor der Pause waren: noch bevor die Scheibe im Netz aufs Eis fiel, ertönte die Sirene und das Drittel war beendet.

Als Dolezal kurz nach Wiederbeginn sogar auf 4:2 stellte, schien alles für den Auftaktsieg gerichtet zu sein, doch Höch­stadt schlug beeindruckend zurück. Binnen 16 Sekunden schafften Urban und Dzemla den Ausgleich (50.).

Für die letzten zehn Minuten stand weiterhin Routine gegen Einsatzwillen; wer allerdings gedacht hatte, dass die Landsberger jetzt dem hohen Tempo Tribut zollen müssten, das sie über das gesamte Spiel gegangen waren, sah sich getäuscht. Als das Spiel auf Messers Schneide stand, hatten die Riverkings in den letzten Minuten mehr zuzusetzen. Fischer brachte kurz vor Schluss Sturm überlegt in Szene, der scheiterte aber am eingewechselten Schnierstein im Gästetor.

Als beide Teams kurz darauf mit einem Spieler weniger auf dem Eis standen, zeigte Dolezal seine Erfahrung. Sonderlich platziert war sein Handgelenksschuss nach einem Gegenstoß nicht, außergewöhnlich hart ebenfalls nicht, aber ansatzlos – und drin. Flach links schlug es zum 5:4 ein, sehr zum Ärger von HEC-Spielertrainer Jun: „Wegen zweier Unaufmerksamkeiten verlieren wir das Spiel.“ Als seine Truppe danach den Torhüter vom Eis nahm, zündete Gäbelein noch einmal den Turbo, enteilte allen Gegenspielern und schloss zum 6:4-Endstand ins leere Tor ab. Die Riverkings durften sich von gut 640 Fans, darunter diesmal auch Oberbürgermeister Mathias Neuner, für einen beeindruckenden Auftakt in die Saison feiern lassen.

Zwei Top-Favoriten

„Wir haben jetzt zwei Spiele gegen die Top-Favoriten Memmingen und Miesbach. Mit denen können wir uns eigentlich nicht messen, aber natürlich geben wir auch da alles“, sagte Alex Wedl nach dem Auftaktsieg. Er sollte recht behalten, wie sich schon am Sonntag zeigte. Die Riverkings unterlagen Memmingen mit 3:6. Die Tore für den HC Landsberg schossen Mike Dolezal (2) und Andreas Geisberger. Der spielerischen Klasse der Memminger setzten die Landsberger körperbetontes Eishockey entgegen. Resultat daraus waren eine Vielzahl von Strafen. So verbrachte der HCL bis zur 30. Spielminute viel Zeit in Unterzahl, bevor sich die Schwerpunkt der Strafen hin zu den Memmingern verschob.

Beobachter beider Seiten zeigten sich nach der Partie verwundert über die teilweise recht kuriosen Schiedsrichterentscheidungen die für beide Mannschaften oft nicht nachvollziehbar waren. Völlig korrekt allerdings war die Spiel- dauerdisziplinarstrafe wegen eines Revanchefoul gegen Dennis Scheffler, der das nächste Spiel ebenso fehlen wird wie sein Teamkollege Michael Folk, der wegen unsportlichen Verhaltens (Meckern) zum Duschen gehen durfte. Auf Memminger Seite erhielt Torhüter Alexander Reichlmayer eine Spieldauerdisziplinarstrafe: Stockstich. Im Anschluss an die Partie erklärte der Memminger Trainer Jogi Koch den Rücktritt; „Differenzen mit der Vereinsführung“ führte er als Grund dafür an.

Erfahrung sammeln

Sehr zufrieden mit dem Verlauf des Wochenendes zeigte sich HCL-Vorsitzender Markus Haschka: „Wir haben gezeigt, dass wir mit den Topteams der Liga mithalten können.“ Drei Punkten aus dem „schwerstmöglichen Auftaktprogramm“, da könne man zufrieden sein. „Wir nutzen jede Spielminute um Erfahrungen zu sammeln und zu lernen und freuen uns jetzt schon auf das Heimspiel am Freitag gegen Miesbach.“ Personalie an der HCL-Bande: Andreas Zeck bleibt auch weiterhin Co-Trainer an der Seite von Alex Wedl.

Christoph Kruse

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