Sieben Abgänge beim TSV

In der Abwehr wird es eng

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Deutlich „ausgedünnt“: Die TSV-Fußballer kehren mit sieben Abgängen aus der Winterpause zurück. Zu wenig Spielpraxis war für die meisten Spieler der Grund, dem Verein den Rücken zu kehren.

Landsberg – Auf dem Trainingsplatz und in der Umkleidekabine des TSV Landsberg geht es inzwischen recht luftig zu. Mit sieben Abgängen in der Winterpause hat sich der Kader des Fußball-Bayernligisten deutlich verkleinert.

Dass der eine oder andere Spieler den Verein verlassen würde, weil er angesichts der großen Konkurrenz kaum Spielpraxis erhielt, war schon vor mehreren Wochen klar. Prompt hat jetzt allerdings auch noch das Verletzungspech zugeschlagen. 

Muriz Salemovic etwa verpasste die gesamte Vorbereitung auf die restliche Saison. „Er hat sich gleich im ersten Training eine Muskelverletzung geholt“, so Coach Sven Kresin. „Und es war offenbar mehr, als er dachte. Diese fehlende Woche schleppt er jetzt durch.“ 

Vor allen Dingen in der Abwehr wird es nach Abgängen und Blessuren inzwischen richtig eng. Daniel Rieck hat sich in der Vorbereitung das Knie verdreht, Kresin befürchtet, dass dem Innenverteidiger eine längere Pause droht. „Es sieht leider so aus, als ob es doch etwas Schlimmeres ist, es könnte eine Kreuzbanddehnung oder ein Außenbandriss sein.“ Noch dazu sei Riecks Defensivkollege Sebastian Nichelmann „immer noch sehr weit vom Mannschaftstraining entfernt“. Mittelfeldakteur Manuel Detmar wiederum hat sich einen Armknochen angebrochen, „wir erleben im Moment ein paar komische Dinge“. 

Weniger Druck 

Damit sind die personellen Voraussetzungen ganz andere als noch vor dem Winter. „Meine Einwechselspieler heißen jetzt Mätz, Rottmann und Dusch“, zählt Kresin die Nachwuchskräfte aus der U23 auf und findet aber auch etwas Gutes an der Situation. „Damit kommen die zu Einsätzen und können sich entwickeln, abgesehen von unserem Klassenerhalt ist ja auch ein großes Ziel des Vereins, dass die 2. Mannschaft Meister wird.“ 

Die eine oder andere Stammkraft scheint allerdings schnell realisiert zu haben, dass der Konkurrenzdruck nicht mehr ganz so hoch wie noch vor wenigen Wochen ist. „Das spielt definitiv eine Rolle“, bestätigt der Trainer, „es ist ein bisschen einfacher für die, die wissen, dass man sowieso auf sie zählt.“ Deutlich wurde das zuletzt beim 2:2 im Testspiel in Fürstenfeldbruck. „Hätte ich da noch meinen Kader aus dem Sommer gehabt, hätte ich sicher zur Halbzeit schon zwei oder drei Mann ausgewechselt“, so der 38-Jährige. 

Bequemlichkeit will das Trainerteam den Spielern aber nicht durchgehen lassen. „Wer denkt, dass er jetzt auf dem Platz ein bisschen weniger machen kann, wird dann mit Sicherheit im Training mehr machen“, kündigt der Trainer an. 

Das Ergebnis kann er sich mit Co-Trainer Christian Detmar voraussichtlich in einem weiteren Testspiel ansehen. Zwar steht am kommenden Wochenende eigentlich die Nachholpartie in Hankofen an (vorverlegt auf Samstag, 14 Uhr), angesichts der geschlossenen Schneedecke in Niederbayern dürfte das Spiel allerdings voraussichtlich zum dritten Mal verschoben werden. 

Für diesen Fall hat sich Kresin schon einen hochkarätigen Test-Gegner besorgt; in Gilching träte man dann gegen den aktuellen Tabellenführer aus Pipinsried an. „Dort können wir auf einem ordentlichen Kunstrasenplatz spielen. In Landsberg haben wir ja leider eher nur einen Teppich mit Sand.“ 

Am 7. März soll dann endgültig die Punktrunde fortgesetzt werden, der TSV muss auswärts in Wolfratshausen antreten (14 Uhr). Beim momentanen Leistungsbild hat Sven Kresin noch ein wenig Bauchschmerzen. „Das ist eine Truppe mit vielen ganz abgezockten Spielern. Wenn einige unserer Leute sich da so präsentieren wie zuletzt, werden wir ordentlich auf die Schnauze fallen.“ 

Die Abgänge des TSV Landsberg in der Winterpause: Tor: Frank Schmitt (zum VfL Kaufering/Kreisliga). Abwehr: Philipp Englich (TSV 1865 Dachau/Bayernliga), Benjamin Hauke (VfL Denklingen/Kreisliga), Michael Stahl (SpVgg Kaufbeuren/Bayernliga). Mittelfeld: Armin Sanktjohanser (FT Jahn Landsberg, Kreisklasse), Tobias Süß (Ziel unbekannt), Thomas Spannenberger (SVO Germaringen/Bezirksliga – soll im Sommer nach Landsberg zurückkehren).

Christoph Kruse

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