Klassenerhalt über Umwege?

Der TSV muss nachsitzen

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Aufstehen oder absteigen? Der TSV muss schnellstmöglich auf die Beine kommen, um die Klasse noch zu halten. Heute startet die Relegation gegen Mering.

Landsberg – Die Talfahrt des TSV Landsberg in der Bayernliga hält an. Wer gehofft hatte, nach der rabenschwarzen Rückrunde käme man mit einem blauen Auge davon, sieht sich getäuscht. Nach dem 1:2 gegen Garching ist die Konkurrenz auf den letzten Metern vorbeigezogen, der Gang in die Relegation damit unvermeidbar. Schon am kommenden Mittwoch steht in Mering die erste entscheidende Partie an.

Es war ein Bild mit Symbolcharakter: Während die Gäste vom VfR Garching ausgelassen ihre Meisterschaft feierten, las TSV-Trainer Sven Kresin seine Spieler auf, die beim Ab­pfiff über den ganzen Platz verstreut niedergesunken waren. Mit dem Gesicht in den Händen verborgen lagen sie da, das Worst-Case-Szenario, der Gang in die Relegation, war Wirklichkeit geworden. Landsberg stand nach einem eigentlich guten Spiel einmal mehr ohne Punkte da, die Verfolger hatten ihre Hausaufgaben erledigt und waren auf den letzten Drücker in der Tabelle vorbeigezogen.

„Diese ganze Situation haben wir uns selbst zuzuschreiben“, urteilte Toni Yildirim, sportlicher Leiter des TSV. Und das traf auch auf die Niederlage gegen Tabellenführer Garching zu: Denn die Landsberger Hausherren waren vor 320 Zuschauern im Hacker-Pschorr-Sportpark während der ersten Minuten fast nicht existent. Die Gäste unterstrichen früh, dass sie den Meistertitel aus eigener Kraft erreichen wollten und zeigten ihre Qualitäten: Gegen den Ball verdichteten sie gut, nach vorne ging es zielstrebig. So kristallisierte sich schnell heraus, dass das 0:1 nur eine Frage der Zeit sein würde. In der 13. Minute war es soweit, nach einem Ballverlust im Spielaufbau kam der TSV nicht mehr hinterher. Es passte ins Bild, dass der Treffer als Eigentor vermerkt wurde. Und auch das 0:2 kurz vor dem Halbzeitpfiff fiel nach einem ähnlichen Schema. Landsberg leistete sich einen Fehlpass, Garching bedankte sich in Person von Oliver Hauck (40.). „Die Gegentore haben wir hergeschenkt“, ärgerte sich Yildirim.

Doch es gab auch lichte Momente. Qendrim Beqiri, Sebastian Nuscheler, Thomas Spannenberger und Philipp Siegwart hatten einen Landsberger Treffer auf dem Fuß oder Kopf, brachten den Ball aber nicht über die Linie. Im zweiten Durchgang kam die Kresin-Elf endlich stabiler aus der Kabine. Und das war auch nötig, denn die Verfolger Kottern, Pipinsried und Schwab­münchen waren mittlerweile in Führung gegangen, Vilzing zog wenig später nach. Garching kam vorerst nur noch zu einer Chance, als ein Frei­stoß ans Gestänge klatschte (60.). Ansonsten spielte nun der TSV.

Eine gute Stunde war vorbei, als Rainer Storhas einen hohen Ball verwerten wollte. Sein Gegenspieler im Strafraum hielt den Schlappen hin – Elfmeter. Beqiri trat an und bewies Mumm, links oben schlug der Ball zum Anschluss ein (67.). Der TSV drängte nun auf den wichtigen Ausgleich, allein Stürmer Siegwart vergab zweimal aus aussichtsreicher Position (75./78.). Kurz vor Schluss sollte dann die Brechstange helfen, bei einem Freistoß von Charly Fülla eilte auch der nach seiner Sperre ins Tor zurückgekehrte Tobias Heiland nach vorne. Doch auch das brachte nichts ein. Garching eroberte den Ball und zog zu dritt aufs leere Tor. Fülla setzte zum Sprint an und stemmte sich erfolgreich gegen das 1:3 (93.). Auch hier wurde deutlich: Der Wille ist da, doch die Mittel und das Selbstbewusstsein fehlen.

Das zu ändern, dafür ist es spätestens nach der 1:2-Niederlage und dem Abrutschen auf den Relegationsplatz allerhöchste Eisenbahn. „Die Leistung gegen Garching war nicht schlecht. Nachdem der Gegner am Anfang klar besser war, haben wir 65 Minuten lang ein gutes Spiel geliefert“, so Yildirim. „Wir müssen das aber mal wieder über 90 Minuten durchziehen.“

Bis auf den verletzten Stefan Strohhofer und Beqiri, der sich in den Urlaub verabschiedet, soll dabei der ganze Kader mithelfen. „Ihr Fehlen tut uns weh, wir können es aber nicht ändern“, gibt sich Trainer Kresin kämpferisch. „Die Chancen gegen Mering stehen 50-50, es kann alles passieren. Wir müssen unsere Chancen wieder reinmachen.“

Der Modus sieht vor, dass der TSV an diesem Mittwoch um 18.30 Uhr auswärts antritt, am Samstag kommt es um 18 Uhr zum Rückspiel in Landsberg. Der Sieger trifft auf den Gewinner der Serie zwischen Erlbach und Deisenhofen. So oder so wird der Kader in der kommenden Saison ein anderer sein: Thomas Spannenberger, Sebastian Nuscheler und Maximilian Süli verabschieden sich berufsbedingt, Armin Sanktjohanser und Arek Wochnik gehen es künftig in der 2. Mannschaft ruhiger an. Auch Peter Knechtel legt eine Pause ein. „Insgesamt sind wir für die Zukunft aber gut aufgestellt, weitere Neuzugänge folgen in den nächsten Tagen“, blickt Yildirim nach vorne.

Rasso Schorer

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