Vorbereitung auf die Bayernliga

Mit großer Vorfreude

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Noch überwiegt die Freude über den Aufstieg in die Bayernliga – Trainer Sven Kresin setzt auf ehrgeizige Spieler aus der Region.

Landsberg – Diese „Probleme“ wünscht man sich als Trainer: Seit zwei Spieltagen steht der TSV Landsberg als Meister und Aufsteiger in die Fußball-Bayernliga fest, gewann am Wochenende auch sein vorletztes Heimspiel gegen Kottern deutlich mit 4:1 und führt jetzt zum abgeschlagenen Tabellenletzten nach Friedberg.

„Ich bin immer für Vollgas, aber da jetzt die Spannung hochzuhalten, ist tatsächlich schwierig“, gibt Sven Kresin zu. Für einige seiner Spieler geht es allerdings durchaus noch um etwas – drei bis vier Akteure müssen um eine Vertragsverlängerung beim TSV kämpfen.

„Es wird schwierige Momente und Gespräche geben“, so Kresin auf Nachfrage. „Ich denke, dass über 90 Prozent der Mannschaft zusammenbleiben werden. Aber für den einen oder anderen, der schon in der Landesliga selten zum Zug kam, könnte es in der Bayernliga noch einmal schwerer werden.“ Mehr als dreimal wöchentlich wird zwar auch in der höheren Spielklasse kein Training möglich sein („das geht ja schon wegen der Arbeitgeber nicht“) - weniger sollte es aber auch nicht sein, so der 37-Jährige: „In dieser Liga geht es richtig zur Sache, da muss auch jeder den vollen Aufwand betreiben.“ Seine Spieler sind offenbar sämtlich willens, sich in der kommenden Spielzeit richtig reinzuhängen - bislang gibt es keinen offiziellen Abwanderungswunsch. 

Auch, dass der eine oder andere Akteur von Nachbarvereinen umworben wird, lässt den Trainer kalt. „Die Jungs sind einfach nur geil darauf, in Landsberg zusammen Bayernliga zu spielen. Wegen einem Abendessen und irgendwelcher Versprechungen geht da so schnell keiner woanders hin.“ Dass aber voraussichtlich nicht mehr für alle Platz sein wird, ist ein offenes Geheimnis, zumal das Trainerteam Kresin/Detmar und der Sportliche Leiter Toni Yildirim mit den avisierten „punktuellen Verstärkungen“ schon recht weit sind. Nach der Verpflichtung von Mindelheims Torjäger Siegwart (der KREISBOTE berichtete) ist jetzt auch offiziell, dass Thomas Spannenberger nach Landsberg wechselt. Dass es gelungen ist, den Mittelfeldmann vom SVO Germaringen an den Lech zu lotsen, ist nicht selbstverständlich, zumal der TSV weiterhin nur mit sportlicher Perspektive, aber nicht mit viel Geld locken kann. Und auch wenn die Ostallgäuer „nur“ in der Bezirksliga angesiedelt sind, ist Spannenberger durchaus ein Spieler größeren Kalibers: Der 26-Jährige gehört seit etlichen Jahren zum Stammkader, ist Mannschaftskapitän und auch für das eine oder andere Tor gut. 

Dementsprechend zufrieden ist Kresin, dass er künftig auf den Allrounder zurückgreifen kann. „Er ist im Mittelfeld universell einsetzbar, kann aber auch Außenverteidiger spielen. Aber vor allem verfügt er über ein großes Herz und Laufbereitschaft, das ist genau das, was wir brauchen und was zu uns passt.“ Damit bleiben die Landsberger ihrer Maxime treu: „Wir setzen auf ehrgeizige Spieler aus der Region.“ Dass man sich dabei vor allem auch in unteren Ligen umsieht, hat finanzielle Gründe, muss aber kein Nachteil sein, wie der Trainer sagt. „Das ist mir doch lieber, als wenn ich mir mit viel Geld eine Truppe zusammenkaufe, die dann vielleicht doch nicht funktioniert. Wenn man die Tabelle anschaut, würde ich auch sagen, dass uns der Erfolg durchaus recht gibt.“ 

Wie man aber trotz kleinen Geldbeutels immer wieder attraktive Spieler nach Landsberg lotst, will Kresin nicht verraten. „Ein Koch gibt seine besten Rezepte auch nicht preis. Unser Sportlicher Leiter hat da ein Händchen und danach komme ich dann ins Spiel und so passt das dann offenbar.“ Für die kommende Saison kann er zudem auf einen Rückkehrer ins Team hoffen, der angesichts der langen Verletzungspause praktisch ebenfalls ein Neuzugang ist: Rainer Storhas wird im Juni wieder mit dem Lauftraining beginnen. Nach einem Kreuzbandeinriss war der Mittelfeldstratege dann fast ein Dreivierteljahr verletzt. An seiner Rolle hat der Trainer trotzdem nie gezweifelt. „Rainer ist ein absoluter Führungsspieler und eine wichtige Stütze, er ist absolut unumstritten und wird uns in der kommenden Saison sehr gut tun.“ 

Volleyball statt Fußball 

Mindestens zwei weitere Verpflichtungen hat man zudem schon unter Dach und Fach, Namen werden aber noch nicht genannt. Kresin: „Wir wollen keine Unruhe in die Teams bringen, für die sie im Moment noch spielen, für viele Vereine geht es ja noch um etwas.“ Ganz anders beim TSV - eine Erfahrung, die der Trainer so auch noch nicht gemacht hat. „In Erfurt war ich auch einmal vorzeitig durch, aber erst einen Spieltag vor Schluss.“ Jetzt hat man noch drei Spiele vor sich und wird schon kreativ, um die Truppe noch bei Laune zu halten. Für das Spiel in Friedberg steht in Aussicht, dass man anschließend ein wenig gemeinsame Freizeit in Augsburg verbringt. Auch im Training dürfte es nächste Woche etwas lockerer zugehen. „Warum soll man nicht einmal eine Einheit auf dem Beachvolleyball-Platz machen, wenn man schon einen hat? Das hat sich die Mannschaft auch verdient“, so Kresin.

Christoph Kruse

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