Bruchlandung im Harz

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Defensiv unaufmerksam und im Vorwärtsgang zahnlos präsentierten sich Kauferings Floorballer in Wernigerode. Dass beim Heimspiel gegen Bremen eine Leistungssteigerung vonnöten sein wird, weiß auch Angreifer Tobias Hutter.

Kaufering – Nach dem durchaus gelungenen Saisonauftakt mit fünf Punkten aus drei Spielen traten die Red Hocks Kaufering die Fahrt zu den Red Devils Wernigerode mit breiter Brust an. Doch nach völlig verschlafenen Anfangsminuten und einer auch im Anschluss desaströsen Vorstellung musste man ohne Punkte, dafür aber mit einer herben 13:2-Packung im Gepäck, die Rückreise antreten.

Viel hatte man sich im Kauferinger Lager vorgenommen: Von Beginn an voll konzentriert wollten die Lech-Floorballer ihre Zweikampfstärke ins Spiel bringen. Doch bereits nach drei Minuten und zwei schnellen Gegentoren machte sich Ernüchterung breit. Zwei Freischlagvarianten der Gastgeber und eine Kauferinger Verteidigung, die sich allem Anschein nach noch mit den Gedanken im Bus befand, sorgten für den schnellen Rückstand. Bereits nach zehn gespielten Minuten stand es 5:0. Zu allem Überfluss verletzten sich im ersten Drittel auch noch Marco Keß, der einen Check in die Rippen einsteckte, und Niels Hauser, sodass früh die Reihen umgestellt werden mussten. Mit Müh und Not schleppten sich die Mannen um Interimskapitän Julian Rüger in die Kabine.

Unsichere Defensive

Besorgniserregend im ersten Drittel war zum einen die ungewohnt unsichere Defensivleistung von allen Mannschaftsteilen und zum anderen die Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse. Dass Kapitän Maximilian Falkenberger die Fahrt in den Harz nicht mit hatte antreten können, machte sich bemerkbar. Lediglich drei Torschüsse wurden im ersten Drittel abgegeben.

In der Pause nahm man sich vor, das bis dato schlechteste Drittel der noch jungen Bundesligahistorie abzuhaken und sich auf seine eigenen Stärken zu besinnen. Doch bereits nach 50 gespielten Sekunden schlug es erneut im Kasten von Kornelius Schmid ein, der einem an diesem Abend wirklich leidtun konnte. Die Devils schraubten das Ergebnis im Verlauf des zweiten Drittels durch zwei perfekt vorgetragenen Konter zum zwischenzeitlichen 8:0 nach oben.

Zu Beginn des letzten Durchgangs verflachte die Partie ein wenig, doch der Ehrentreffer wollte bis dahin noch nicht fallen. Lediglich zwei Pfostentreffer standen auf dem Konto der Red Hocks. Nach einem weiteren erfolgreichen Abschluss der Gastgeber schafften es nun auch die Kauferinger, in Person von Marco Tobisch den gegnerischen Torhüter Kristian Krogius zu bezwingen.

Nachdem die Hausherren das Ergebnis zweistellig in die Höhe schraubten, gelang Andreas Finkenzeller der zweite und auch letzte Treffer auf Gästeseite. Zum Ende der Partie wurde man in der Defensive wieder zu nachlässig, was Wernigerode mit den Toren 11,12 und 13 quittierten.Unterm Strich bleibt eine desolate Leistung stehen, welche es am nächsten Samstag dringend zu bereinigen gilt, wenn der TV Eiche Horn Bremen ab 18 Uhr seine Visitenkarte im Kauferinger Sportzentrum abgibt. Im Rennen um die Playoff-Plätze dürften Punkte gegen den Aufsteiger unverzichtbar sein.

„Wir müssen uns im nächsten Spiel wieder auf unsere Stärken fokussieren und die Zweikämpfe annehmen. Gerade in den ersten beiden Dritteln war unser Zweikampfverhalten erschreckend schwach und auch das Stellungsspiel in der Defensive hat nicht gestimmt. Zu viele individuelle Fehler haben dann das übrige getan, womit die 13:2-Niederlage zu Recht auch in dieser Höhe ausfällt“, so das Fazit von Spielertrainer Daniel Szirbeck.

Bremen im Blick

Das Potenzial der Mannschaft habe man in den ersten drei Spielen gesehen. Die Bruchlandung in Wernigerode gelte es schnell aus den Köpfen zu tilgen und sich auf den nächsten Gegner vorzubereiten. An den TV Eiche Horn Bremen haben Kauferings Bundesligafloorballer durchaus gute Erinnerungen. Vor dreieinhalb Jahren hatte man in der Relegation den Aufstieg ins deutsche Oberhaus gegen die Hanseaten besiegelt, in der abgelaufenen Saison gelang mit einem 3:6-Erfolg an der Weser der Einzug ins Final 4 des Pokalwettbewerbs. „Mit unseren Zuschauern im Rücken und hoffentlich großer Kulisse ist ein Sieg drin“, zeigt sich Angreifer Tobias Hutter entschlossen.

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