"Typisch Landsberg!"

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Besonders aufgefallen ist gegen Vilzing wieder der 27-jähriger Spielmacher Muriz Salemovic (Mitte): Er war an allen vier Toren beteiligt.

Landsberg – Das war deutlich: Mit 4:1 schlug der TSV Landsberg die DJK Vilzing. Mit dem verdienten Erfolg über den bisherigen Tabellendritten aus der Oberpfalz verteidigte man auch die Spitzenposition in der Fußball-Bayernliga Süd.

„Da hat vieles bei uns sehr gut funktioniert“, lobte Trainer Sven Kresin, „und ein Spieler ist natürlich schon besonders aufgefallen.“ Der Angesprochene war – wieder einmal – Spielmacher Muriz Salemovic, der auch auf der gegnerischen Trainerbank als entscheidender Faktor ausgemacht wurde. Der 27-Jährige war an allen vier Toren beteiligt. Nach gerade einmal 18 Sekunden legte er den Ball von rechts in den Fünfmeterraum, wo zwei Mitspieler noch verpassten. Drei Minuten später bediente er Storhas, der überlegt über den Vilzinger Keeper zum 1:0 lupfte. 

Salemovic, Buschel, Siegwart und Spannenberger hätten früh eine höhere Führung herausschießen können, stattdessen nutzte Vilzing nach einem umstrittenen Freistoß einen Fehler von Birkner und kam kurz vor der Pause durch den Kopfball von Völkl zum Ausgleich. Was immer in der Halbzeit in der Landsberger Kabine besprochen wurde – es zeigte Wirkung. In der 49. Minute wurde die vermeintliche 2:1-Führung wegen einer angeblichen Abseitsstellung noch zurückgepfiffen, vier Minuten später zählte der Treffer dann aber. Vilzings Torhüter Riederer war unter einer Hereingabe von Nuscheler durchgesprungen, Salemovic köpfte unbedrängt ein. 

„Soweit ich mich erinnern kann, ist das das erste Kopfballtor überhaupt, das ich von ihm gesehen habe“, kommentiert Kresin. Mit zunehmender Spieldauer wurde die Überlegenheit der Gastgeber immer drückender und die Chancen immer besser. „Das ist schon beeindruckend, wie die Mannschaft ab der 65. oder 70. Minute noch einmal einen Schalter umlegen und richtig Druck machen kann“, freute sich auch der Trainer. Nach einem blitzsauberen Konter in der 67. Minute bediente Salemovic Fülla, der trocken zum 3:1 abschloss. „Typisch Landsberg“, fand Kresin die Szene. „Der Gegner verliert den Ball, wir kontern schnell und genau, einer steht dann alleine vor dem Tor.“ Für Fülla gab’s ohnehin ein Extra-Lob. „Sensationell, wie er diesmal auf der Sechser-Position die Bälle erobert hat.“ 

Während Siegwart freistehend in der 72. Minute noch zu harmlos abschloss, rappelte es in der 79. Minute dann doch noch einmal. Obwohl hart vom Gegenspieler bedrängt, spitzelte Salemovic von der Torauslinie den Ball im Fallen noch zum eingewechselten Strohhofer, der zum 4:1-Endstand einschob. Ein Ergebnis, auf das man beim TSV durchaus stolz sein kann. Nur zweimal hatten die Niederbayern an zwölf Spieltagen bisher überhaupt zwei Gegentore in einer Partie hinnehmen müssen, „und dann kassieren sie bei uns vier Stück, das ist schon bemerkenswert“, freut sich der Landsberger Trainer. 

Die nächste schwere Aufgabe wartet allerdings schon: Am Freitag Abend (19.30 Uhr) geht es zum Tabellenzweiten nach Unterföhring. Die Marschroute für seine Mannschaft sei dort klar, meint Kresin. „Da wird richtig Fußball gespielt. Wenn man kämpferisch dagegen hält, hat man dort eine Chance, ansonsten nicht.“

Meist auswärts 

Seine Truppe ist im Oktober dann nur einmal auf heimischem Rasen zu sehen (17.10. gegen Dachau); vier der nächsten fünf Partien muss man auswärts bestreiten: Am 10. Oktober nimmt man die Fahrt nach Bogen in Angriff, am 25.10. geht es nach Garching, am 31. zum Derby nach Schwabmünchen. Vor der Partie in Unterföhring sparen sich die Spieler dabei in dieser Woche ein Training. „Weil wir am Freitag spielen, ist das Abschlusstraining am Donnerstag und es gibt diesmal zwei Tage frei.“ 

Dass die Spieler sich in dieser Zeit nicht sehen, glaubt Sven Kresin allerdings nicht. „Die treffen sich ja auch abseits des Platzes ständig. Ob das jetzt zum Frühstück am Sonntag, zum Fußball-Golf, Squash oder für einen Bootsausflug ist, irgendwas machen sie eigentlich immer zusammen.“ Entsprechend harmonisch verläuft die TSV-Story derzeit auch auf dem Platz.

Christoph Kruse

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