Lucky Punch sorgt für Entscheidung

"Ein richtiges Red Hocks-Spiel"

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Lange mussten die Red Hocks anrennen, ehe Andreas Finkenzeller (am Ball) der zwischenzeitliche Ausgleich gelang. Am Ende setzte sich Kaufering mit 5:7 in Hamburg durch.

Kaufering – Am vergangenen Samstag sind die Floorballer der Red Hocks Kaufering erfolgreich in ihre vierte Bundesligasaison gestartet. Zum Auftakt ging es zu den ETV Piranhhas nach Hamburg. Ein unangenehmer Gegner, gegen den man in der Vergangenheit immer wieder Punkte liegen ließ. Doch diesmal hatten die Lech-Floorballer das glücklichere Ende auf ihrer Seite: Der entscheidende Treffer gelang 27 Sekunden vor Abpfiff. Mit einem 5:7-Sieg im Gepäck erwarten die Red Hocks am kommenden Wochenende gleich zwei Heimspiele.

Nach zehnstündiger Fahrt in die Hansestadt erwischten die Red Hocks im Gegensatz zu den letzten Gastauftritten an der Elbe einen guten Start. Doch nach guten Angriffen kam der ETV zum ersten Torerfolg: Fritz Herrmann konnte nicht mehr entscheidend am Abschluss gehindert werden (6.). Kaufering blieb weiter am Drücker und kam durch Martin Klöck, dessen Schuss aus kurzer Distanz von Nationaltorhüter Mike Dietz unglücklich ins eigene Tor abgelenkt wurde, zum Ausgleich (9.).

Doch dann der Bruch: Bis zur Drittelpause zeigte die Mannschaft von Spielertrainergespann Niels Hauser und Daniel Szirbeck ihre schwächste Phase des Spiels. Binnen vier Minuten zogen die Piranhhas durch Timo-Toumas Koivisto und Jason Tsiakas auf 3:1 davon und hätten auch durchaus höher führen können.

Im zweiten Drittel erkämpfte sich Kaufering in der Defensive einen besseren Zugriff, nach vorne gelang es vermehrt, die eigene Spielidee umzusetzen. Ricardo Wipfler war es dann, der Dietz mit einem Schlenzer tunnelte und auf 3:2 verkürzte (23.). Der erneute Ausgleich wollte noch nicht gelingen, vielmehr musste die Kauferinger Unterzahlformation dafür sorgen, nicht weiter in Rückstand zu geraten, nachdem Andi Finkenzeller auf der Strafbank Platz nahm. Bis auf einen Pfostenschuss der Hamburger blieb diese, die einziges Strafe des Spiels, eine Randnotiz.

Doch erneut erlitt die Aufholjagd der Red Hocks einen Dämpfer, Herrmann schloss einen blitzsauberen Konter mit dem 4:2 ab (33.). Postwendend kamen die Gäste vom Lech aber wieder heran: Marco Tobisch war auf der linken Seite durchgebrochen und fand Maxi Falkenberger, der sehenswert per Direktabnahme traf (38.).

Im letzten Durchgang boten sich den Kauferingern, die trotz schmalen Kaders das Tempo hoch hielten, einige verheißungsvolle Möglichkeiten. Dennoch dauerte es bis zur 56. Minute, ehe das 4:4 fiel. Falkenberger hatte sich mit einem schönen Solo gegen mehrere Gegenspieler durchgesetzt und mustergültig Andreas Finkenzeller bedient, der am langen Pfosten nur noch einzuschieben brauchte.

Es folgte eine äußerst turbulente Schlussphase, die Tobias Hutter mit der erstmaligen Kauferinger Führung einläutete. Auch er umkurvte mehrere Hamburger und traf mit einem Schlenzer aus der Distanz (57). Für die Entscheidung hatte er damit aber noch nicht gesorgt, denn 18 Sekunden später antwortete Koivisto – 5:5. Als sich zunehmend eine Verlängerung abzuzeichnen begann, gelang den Red Hocks der Lucky Punch: Nach einem Zusammenspiel zwischen Finkenzeller und Falkenberger wurde der Ball scharf vor das Hamburger Tor gespielt, wo ein Verteidiger den Ball ins eigene Netz abfälschte (60.).

Die Gastgeber wagten nun volles Risiko und nahmen Torhüter Dietz zugunsten eines Angreifers vom Feld. Nach einem geblockten Abschlussversuch schlug Marco Keß den Ball Sekunden vor dem Ende aus der Gefahrenzone und traf mit der Schlusssirene zum 5:7-Endstand ins leere Tor.

Obwohl Spielertrainer Daniel Szirbeck Baustellen erkannte, die es verstärkt anzupacken gelte, fand er nach der Partie lobende Worte. „Im ersten Drittel haben wir einige Chancen liegen gelassen, Hamburg stand defensiv wirklich gut und hat uns mit Kontern immer wieder vor Probleme gestellt. Insbesondere in den letzten Minuten hatten wir endlich mal wieder ein richtiges Red-Hocks-Spiel. Der Sieg tut gut und gibt uns viel Selbstvertrauen für die kommenden Wochen“.

Denn nun stehen gleich zwei Spiele im frisch eingeweihten Kauferinger Sportzentrum an. Am Samstag gibt sich Serienmeister Weißenfels die Ehre (Anpfiff 18 Uhr), tags darauf trifft man ab 16 Uhr mit den Floor Fighters Chemnitz auf einen unmittelbaren Konkurrenten im Rennen um den vorzeitige Klassenerhalt. Spielertrainer Hauser blickt voraus: „Der Sieg gegen Hamburg war wichtig. Jetzt geht es darum, gegen Weißenfels drei eingespielte Reihen einsetzen zu können, damit genug Energie für das richtungsweisende Spiel am Sonntag bleibt.“

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