In alte Muster verfallen

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Martin Hennebach wartet noch auf seinen ersten Bayernliga-Treffer. Bei der 2:1-Niederlage in Pipinsried fehlte es dem TSV Landsberg erneut an Durchschlagskraft.

Landsberg – Mit leeren Händen ist der TSV Landsberg aus Pipinsried zurückgekehrt. Obwohl die Lech-Fußballer über weite Strecken gut mithielten, führten defensive Nachlässigkeiten und eine zahnlose Offensive zu einer vermeidbaren 2:1-Niederlage. Doch die Chance auf Wiedergutmachung lässt nicht lange auf sich warten, mit dem Gastspiel am morgigen Mittwoch in Kottern und der Partie am Samstag gegen Bogen im heimischen Hacker Pschorr Sportpark steht der Mannschaft von Trainer Roland Krötz die nächste englische Woche bevor.

„Sehr ärgerlich“ findet der Coach die Niederlage am Sonntag in Pipinsried. Das gesamte Geschehen sei ähnlichen Mustern gefolgt, wie schon die vorherigen Partien: „Wir kommen griffig rein und arbeiten gut. Am Ende führen dann Nachlässigkeiten zu zu leichten Gegentoren.“

So eben auch gegen die Gastgeber aus dem Dachauer Hinterland, die vor Anpfiff noch tor-, punkt- und sieglos dagestanden waren. Dass der Knoten ausgerechnet gegen Landsberg platze, passt in die Statistik: Zuletzt gab es für die Lech-Kicker vor vier Jahren einen Sieg gegen den FCP zu holen.

Dabei ließ sich das Geschehen anfangs noch gut an. Die Appelle von Co- und Spielertrainer Sebastian Bonfert, der vor „überragenden Einzelspielern, vielleicht den besten der Liga“ aufseiten der Hausherren gewarnt hatte, schienen ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Landsberg stand sicher und verzeichnete durch Bonfert auch die erste Großchance. Doch sein Abschluss aus gut 15 Metern fand nur den linken Pfosten. Pipinsrieds Schlussmann Thomas Reichlmayr wäre wohl machtlos gewesen.

Für die bis dahin blassen Gastgeber war dieser Schreckmoment so etwas wie ein zweiter Anpfiff. Die Gelb-Blauen, die im Sommer einen großen Umbruch vollzogen hatten, drehten nun mächtig auf. Bonferts Mutmaßungen vorab, dass „Pipinsried anscheinend noch keine Geschlossenheit gefunden hat“, waren ab diesem Zeitpunkt beiseite gefegt.

Pipinsried dreht auf

Zwei Minuten nach dem Landsberger Aluminiumtreffer zwang Sebastian Mitterhuber TSV-Keeper Tobias Heiland, der den Vorzug vor Philipp Beigl erhalten hatte, mit einem Schuss von der Strafraumlinie zu einer starken Parade. Kurz darauf hatte aber auch er das Nachsehen. Pipinsried setzte sich über die Seite durch, im Abwehrzentrum „bekommen wir den Ball nicht vernünftig geklärt und spielen ihn dem Stürmer vor die Beine“, ärgert sich Krötz. Marco Bläser nahm das Geschenk an und erzielte aus der Drehung das 1:0 unmittelbar vor der Pause (45.).

Landsberg kommt stärker aus der Kabine. Martin Hennebach steckt den Ball gut durch die gegnerische Abwehrreihe und findet Sturmpartner Philipp Siegwart. „Er geht da ins Laufduell mit ein, zwei Abwehrspielern, stellt seinen Körper super rein und schließt clever ab“, beschreibt Krötz den Treffer seines Schützlings zum 1:1.

Doch die Freude über den Ausgleich währt nur kurz, quasi im Gegenzug legt Pipinsried wieder vor. Erneut „müssen wir den Ball vorher klären“, moniert Krötz. Torhüter Heiland ordnet die Situation „eigentlich richtig ein, spekuliert und kommt entgegen“, beschreibt sein Trainer. Doch die Hausherren beweisen Übersicht, passen nochmal zurück und Thomas Berger lupft den Ball über den Schlussmann in die Maschen. „Klar sieht das unglücklich aus aber wir wollen ja, dass Tobi mitspielt.“

Fortan probiert Landsberg viel nach vorne, ist aber nicht zwingend genug. Krötz wechselt Lukas Göttle und Daniel Neuhaus ein, „der auch mal einen tödlichen Pass spielen kann“, doch die klareren Möglichkeiten verbuchen die Gastgeber. In der 66. Minuten rettet Heiland mit einem starken Reflex in allerhöchster Not, als er einen Kopfball aus kurzer Entfernung über die Latte lenkt. Knapp zehn Minuten vor Schluss bietet der TSV-Keeper erneut sein ganzes Können auf und entschärft einen Distanzkracher von Junis Ibrahim, der es nur eine Minute später erneut aus gut 30 Metern probiert. Diesmal ist Heiland geschlagen, doch Sebastian Gilg kratzt den Ball von der Linie (82.). Auch in den letzten Minuten rackert die Krötz-Elf unermüdlich weiter, doch es fehlen die Mittel, die Punkte bleiben mit 2:1 im Dachauer Hinterland. Der Platzverweis von Landsbergs Innenverteidiger Julian Birkner, der sich nach wiederholtem Foulspiel frühzeitig mit Gelb-Rot verabschiedet, hat keine Auswirkungen mehr.

Vor der Partie hatten übrigens beide Teams der Schwester von FCP-Spieler Arbnor Segashi gedacht. Die 14-jährige Armela befand sich unter den Opfern des Münchener Amoklaufs.

Englische Woche

Mit drei Punkten aus vier Spielen rangiert der TSV derzeit auf Rang 15 der Tabelle, die aber noch wenig Aussagekraft besitzt. Da dürfte die nächste englische Woche gerade recht kommen. Schon am morgigen Mittwoch geht es zum TSV Kottern. Krötz erwartet ein unangenehmes, körperbetontes Spiel. „In Kottern ist es immer hitzig“, weiß der 31-Jährige aus eigener Erfahrung – er selbst hatte die Stiefel einige Jahre lang für die Kemptener geschnürt.

Personell kann der Trainer beinahe aus dem Vollen schöpfen: Im Urlaub weilt keiner seiner Akteure mehr, zu den langzeitverletzten Rainer Storhas und Manuel Detmar, der sich noch im Aufbautraining befindet, hat sich kein weiterer Ausfall gesellt.

Welcher Schlussmann den Vorzug erhält, dazu gibt sich Krötz bedeckt. „Wir haben zwei Top-Leute. Heiland hat zuletzt sehr gut gehalten, Beigl ist immer positiv und hat auch seine rote Karte aus dem Spiel gegen Vilzing gut weggesteckt.“

Das nächste Heimspiel der Landsberger findet am Samstag statt, zu Gast ist der TSV Bogen. „Ich habe sie letztens beobachtet und war von ihrer Disziplin und Kompaktheit überrascht“, warnt Krötz, der vor allem Nico Beigang und Tobias Richter als Fixpunkte erkannt haben will. Anstoß im Hacker Pschorr Sportpark ist um 14 Uhr.

Rasso Schorer

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