Ein historischer Erfolg

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Andreas Sturm (rechts) war im Finalkampf nicht aufzuhalten. Damit packte erstmals ein Vater-Sohn-Paar der Hakler aus Pflugdorf-Stadl den Sprung nach ganz oben. Denn auch Gerhard Sturm hatte sich in seiner Klasse durchgesetzt.

Pflugdorf-Stadl – Aus ganz Bayern sind Fingerhakler im Haushamer Festzelt aufeinandergetroffen, um ihre Bayerischen Meister zu ermitteln. Ein gewichtiges Wörtchen redeten dabei die Hakler aus Pflugdorf-Stadl mit: Lorenz Grabmeier landete in seiner Klasse auf dem 3. Rang, das Vater-Sohn-Paar Gerhard und Andreas Sturm holte sich jeweils den Titel. Erschwert wurde das Kräftemessen von der drückenden Schwüle im Zelt.

Als sich die Schlierachgauer Fingerhakler im Jahr 1953 bereit erklärten, die ersten Bayerischen Meisterschaften abzuhalten, war noch nicht abzusehen, dass diese Tradition 63 Jahre lang halten würde. So fand der diesjährige Wettkampf wie damals in der Wiege der Fingerhakler in Hausham bei Miesbach statt.

Doch die 114 Teilnehmer hatten es nicht leicht, ihre Mittelfinger trocken zu halten – im Zelt herrschte drückende Schwüle. Ein echtes Problem, denn verschwitzte Hände lassen den Haklerring beim Wettkampf zu leicht abrutschen. Die neun Hakler aus Pflugdorf-Stadl, die zum Ammergau gehören, hatten ebenfalls mit dieser Schwierigkeit zu kämpfen. Deshalb rieben sie ihre Hände vor den jeweiligen Wettkämpfen immer wieder mit Magnesium ein, um sie weitestgehend trocken und griffig zu halten. Sehr gut gelang dies offensichtlich zwei Pflugdorf-Stadlern: Gerhard Sturm gewann wie schon vor fünf Wochen bei der Alpenländischen Meisterschaft in der Altersklasse I bis 85 Kilogramm souverän den 1. Platz. Sein Sohn Andreas, der beim letzten Mal im Leichtgewicht bis 70 Kilo noch Rang 2 erreicht hatte, tat es ihm nach: Auch er ließ alle Kontrahenten hinter sich. Beide sind nun Bayerische Meister in ihren Klassen. Dass Vater und Sohn bei einer Meisterschaft ganz oben auf dem Podest standen, ist bei den Pflugdorf-Stadler Haklern bisher einzigartig.

In der Altersklasse I über 85 Kilogramm erkämpfte sich Lorenz Grabmeier den 3. Platz. Den übrigen sechs Vereinskameraden setzte das schwüle Wetter stärker zu: Die Mittelfinger waren zu wenig griffig und so gelang keinem eine Platzierung unter den ersten sechs des Klassements.

Damit fehlten auch die notwendigen Punkte für die Gauwertung, die der Gau Auerberg vor dem Ammergau gewann. Dank gilt vor allem den mitgereisten Fans, die trotz der Hitze im Zelt ausharrten und die eigenen Sportler immer wieder anfeuerten. Die lautstarke Unterstützung ihrer Fans können die Hakler am Montag, 15. August, wieder gut gebrauchen. Denn dann finden die 53. Deutschen Meisterschaften im Festzelt in Geißach im Isargau statt. Bei diesen Wettkämpfen könnte Gerhard Sturm einen Vereinsrekord aufstellen, sollte er das „Triple“, also die dritte große Meisterschaft in einem Jahr, gewinnen.

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