Sechs Zähler waren geplant

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Einen Schritt zu spät kamen die Red Hocks (rote Trikots) am Wochenende in Hamburg, zeigten sich tags darauf beim TV Liliental allerdings hellwach.

Kaufering – Die weitesten Fahrten zu ihren Bundesliga-Spielen dieser Saison haben die Floorballer des VfL Kaufering hinter sich – allerdings nicht mit dem gewünschten Erfolg. So fuhr das Team um Kapitän Maximilian Falkenberger am Sonntag gegen TV Lilienthal zwar einen 8:3-Sieg ein, schmerzhaft aber bleiben die drei abgegebenen Punkte vom Vortag: Gegen den ETV Hamburg unterlagen die Red Hocks mit 3:4.

In der Hansestadt starteten die Gäste schläfrig. So schlug es bereits in der fünften Minute hinter Tobias Dahme ein, ein Querpass über das ganze Feld konnte vorab nicht verhindert werden. Nun gerieten die Schiedsrichter etwas in den Mittelpunkt. Im weiteren Drittelverlauf kam Kaufering nur noch vereinzelt zu nennenswerten Chancen, defensiv brannte es bisweilen lichterloh, mit einem 1:0 für die Hausherren auf der Anzeigentafel ging’s in die Kabinen.

Eine erste Überzahl nach Wiederanpfiff verpuffte ungenutzt und obwohl die Red Hocks nun besser ins Geschehen fanden, stand es plötzlich 2:0. Leander Stüble konnte auf Vorlage des emsigsten Hamburgers Timo-Tuomas Koivisto erhöhen. Erstmals jubeln durften die Gäste vom Lech dann wenige Zeigerumdrehungen später. Michal Hanic fand per halbhohem Pass seinen Bruder Dominik, dieser drosch den Ball sehenswert per Rückhand ins Kreuzeck.

Der letzte Spielabschnitt startete mit viel Platz auf dem Feld, Akteure beider Teams drückten die Strafbank, doch zu Torszenen kam es nicht. Die Red Hocks hatten nun endgültig ins Spiel gefunden, bissen sich aber an der starken gegnerischen Verteidigung die Zähne aus. Lediglich Maximilian Falkenberger fand kurz die Lücke: 2:2. Doch nur vier Minuten später der erneute Nackenschlag: Ein Zweikampf an der Bande ging verloren, die Hereingabe fand ihren Abnehmer: 3:2. Nun ließ die Kauferinger Antwort aber nur kurz auf sich warten, Dominik Hanic egalisierte mit seinem zweiten Treffer.

Zehn Minuten vor Schluss die strittigste Situation der Partie: Die Red Hocks vertändeln den Ball, Hamburgs Simon von Kroge setzt zum Konter an. Direkt vor ihm läuft der Schiedsrichter im Sichtfeld des Kaufe- ringer Schlussmanns, erst beim Hamburger Abschluss entfernt er sich knapp aus der Schusslinie. Der Ball schlägt hinter dem in seiner Abwehrarbeit gestörten Tobias Dahme ein, doch sämtliche Proteste bleiben ohne Gehör, zu allem Überfluss setzte es noch eine Strafe wegen Reklamierens. Hamburg verteidigt jetzt entschlossen und diszipliniert, auch ohne Torhüter und mit sechs Feldspielern kommen die Red Hocks nicht mehr entscheidend zum Abschluss, die Partie geht vor 220 Zuschauern geht mit 4:3 verloren.

Rehabilitation gelungen

Wiedergutmachung war am nächsten Tag angesagt. Gegner war mit dem TV Lilienthal ein alter Bekannter, der trotz ambitionierter Ziele zu Saisonbeginn etwas überraschend den vorletzten Platz der Tabelle zierte. Beide Teams begannen forsch, mit optischen Vorteilen für die Red Hocks. Das überraschende Tor zum Auftakt für die Hausherren war nur eine kurze kalte Dusche, nach einem sehenswerten Angriff stellte Kapitän Falkenberger schnell auf 1:1. In der 14. Minute war Wölfe-Verteidiger Gersdorf im Zweikampf einen Schritt zu langsam und holte sich folgerichtig eine Strafe ab. Er hatte jedoch noch gar nicht richtig auf der Strafbank Platz genommen, da klingelte es bereits. Nach einer schönen Passstafette über mehrere Stationen stand Neuzugang Joscak goldrichtig, aus kurzer Distanz gelang dem Slowaken sein erster Treffer im roten Trikot.

Nur wenig später zeigte Marco Keß ein gutes Gespür, als er einen gegnerischen Fehlpass erlief, alleine zum Tor durchbrach und mit wieder gewonnenem Killerinstinkt den Pausenstand zum 1:3 herstellte.

Im zweiten Abschnitt zeigten die Red Hocks die reifere Spielanlage, der Ball lief gefällig durch die eigenen Reihen, die letzte Konsequenz im Abschluss fehlte jedoch. Den einzigen Treffer des Durchgangs erzielte Falkenberger. Das letzte Drittel sollte dann etwas mehr Dynamik parat halten. Dann durfte die zweite Reihe jubeln: Tino von Pritzbuer bewies Übersicht, seine Hereingabe fand die Kelle von Tim Hoidis, der aus kurzer Distanz einnetzte. Fast schon überraschend kam das 2:5.

Das Geschehen nahm nun nochmals Fahrt auf, die Zweikämpfe gewannen deutlich an Härte. Nach einem blitzsauberen Konter des TV Lilienthal stand es urplötzlich nur noch 3:5. Sollten sich die Red Hocks die Butter noch vom Brot nehmen lassen? Nein, fünf Minuten vor Spielende nutzte Dominik Hanic einen Aufbaufehler und schloss trocken zum vorentscheidenden 3:6 ab. In Überzahl wurde wenig später Michal Hanic mustergültig frei gespielt, 3:7. Und eine halbe Zeigerumdrehung danach ist erneut Marco Keß zur Stelle. Mit 3:8 nehmen die Red Hocks die Punkte mit, spielerisch gelingt die Rehabilitation vom Vortag.

Freies Wochenende

Die Red Hocks liegen trotz des kleinen Dämpfers am Samstag weiter auf Tabellenrang 3, nur einen Zähler hinter dem neuen Tabellenführer Wernigerode, mit dem es in zwei Wochen zum Aufeinandertreffen im Landsberger Sportzentrum kommt. Der UHC Weißenfels liegt mit einem Spiel weniger auf dem zweiten Platz, Kaufering spürt den Atem von Verfolger Leipzig im Nacken. Beste Voraussetzungen also für einen spannenden Endspurt bis zur Winterpause. Die Teams haben nun ein spielfreies Nationalmannschaftswochenende vor sich und damit die Gelegenheit, Blessuren auszukurieren und an taktischen Abläufen zu arbeiten.

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