Floorball-DM-Halbfinale

Zum Auftakt eine Niederlage für die Red Hocks

+
Die Übermacht der Gäste war schier erdrückend: In dieser Szene wird Red Hock Tino von Pritzbuer (rot) von einem UHC-Verteidiger kaltgestellt.

Kaufering – Die Vorzeichen vor der ersten Begegnung des Halbfinales um die Deutsche Meisterschaft in der Floorball-Bundesliga zwischen den VfL „Red Hocks“ Kaufering und dem Rekordmeister UHC Weißenfels waren klar: Serienmeister und aktueller Pokalsieger gegen den Sechsten der Hauptrunde aus Oberbayern. Zwar hatten die Kauferinger in der Hauptrunde schon einmal bewiesen, dass sie es mit den An- haltinern aufnehmen können, dieses Mal aber fehlte den Floorballern vom Lech bei ihrem Heimspiel die notwendige Konstanz. So verloren sie die erste Partie der Best-of-three-Serie mit 4:10.

Im ersten Drittel deuteten die Mannen um Kapitän Maximilian Falkenberger ihr großes Potenzial aber vielfach an. Nach einer gewissen Zeit des Abtastens in den ersten fünf Spielminuten wachten die Kauferinger ein wenig früher als ihr Kontrahent aus der Saalestadt auf und kreierten die ersten gefährlichen Situationen. So ging die 1:0-Führung in der 8. Spielminute durch Falkenberger auch vollkommen in Ordnung, nachdem Martin Joscak zuvor lediglich den Pfosten getroffen hatte.

Red Hocks gehen 4:10 baden

Das Spiel nahm in der Folge zunehmend an Fahrt auf und auch der UHC Weißenfels kam zu gefährlichen Torabschlüssen. Jubeln durften aber erneut die Gastgeber: Julian Rüger sah in der 18. Minute seinen Teamkameraden Michal Hanic an der langen Bandenseite, bediente ihn mit einem präzisen Pass, den Hanic wuchtvoll im Winkel des chancenlosen UHC-Goalies Martin Brückner unterbrachte.

Weißenfels war von diesem Rückstand aber keineswegs geschockt. Nach einer herrlichen Kombination über Niklas Nordh und Jarmo Eskelinen hämmerte Sascha Herlt in der 19. Minute aus dem Slot heraus den Ball zum ersten Mal für die Gäste in die VfL-Maschen. Nur knapp eine Zeigerumdrehung später zeigte der Meister dann seine gesamte Klasse. Nach einer Freischlagvariante in Red Hocks-Hälfte lupfte Nordh per Trickschuss den Ball ins Tor und besorgte den 2:2-Pausenstand, der den Spielverlauf bis dato gut wiederspiegelte.

Ausverkaufte Halle

Mit Beginn des zweiten Spielabschnitts stieg das Tempo der sowieso schon rasanten Partie weiter an. Erst traf Matthias Siede in der 23. Spielminute zur erstmaligen Führung der Gäste, bevor Michal Hanic auf Vorlage von Martin Joscak den 3:3-Ausgleich für seine Farben besorgte und die Hoffnung auf eine Sensation in der mit 550 Zuschauern ausverkauften Kauferinger Sporthalle am Leben hielt.

Mit dem erneuten Führungstreffer der Weißenfelser in der 30. Spielminute – wieder durch den bärenstarken Siede – verlor das Team von Trainer Christoph Huber vollkommen den eigenen Spielwitz. Der Aufbau des Angriffsspiels war nun zu beharrlich, es gab zu viele Fehler. Vor allem das Passspiel litt unter der zunehmenden Nervosität der Red Hocks. Als dann Tobias Hutter in der 33. Spielminute wegen Stockschlagens für zwei Minuten des Feldes verwiesen wurde und Weißenfels die Überzahl erfolgreich abzuschließen wusste, schien die Sicherheit der Kauferinger weiter zu schwinden. Mit zwei weiteren Kontertoren bauten die Gäste ihre Führung kontinuierlich aus – am Ende des zweiten Drittels lagen die Lechstädter 3:7 zurück.

Attacke ohne Wirkung

Im finalen Spielabschnitt zeigten die Gastgeber nochmals ihren Willen und attackierten die Gäste früher. Den nächsten Treffer machte aber der UHC. Niklas Nordh, mit vier Treffern der gefährlichste Weißenfelser an diesem Tag, sah erneut die Lücke im roten Abwehrverbund und überwand Dahme im Kauferinger Gehäuse zum 3:8 in der 48. Spielminute.

Nach dem 3:9 in der 51. Minute war das Spiel endgültig entschieden. Die darauf folgenden fünf Minuten waren vor allem ruppig, so dass die Unparteiischen gezwungen waren, mehrmals Zeitstrafen gegen beide Teams auszusprechen. Drei Minuten vor dem Ende traf Harri Naumanen für die Gäste noch zum 3:10. Maximilian Falkenberger gelang unmittelbar vor dem Schluss noch ein sehenswerter Treffer zum 4:10-Endstand.

Die Moral ist gut

Die Kauferinger konnten vor allem im ersten Drittel an ihre Leistung aus dem Viertelfinale gegen den MFBC Leipzig anknüpfen und spielten mit dem Rekordmeister aus Sachsen-Anhalt auf einem annähernd ähnlichen Niveau. Klarers Fazit der Begegnung ist in jedem Fall, dass die Gastgeber in den zweiten 20 Minuten ihre Linie im Spiel verloren und Weißenfels oft zu leicht das Feld überließen.

Im dritten Spielabschnitt zeigte der Serienmeister dann aber seine gesamte Klasse, verwaltete den Vorsprung klug, ließ wenig zu, schonte mit Hilfe seiner zahlreichen Ersatzspieler die Kräfte und ließ Kaufering ins Leere laufen. Der Einsatz und die Moral stimmten bei den Red Hocks jedoch zu jeder Zeit und auch das erste Drittel zeigte, dass im zweiten Spiel der Serie am kommenden Samstag in Weißenfels ein Sieg möglich sein kann. Am verdienten Sieg der Gäste im ersten Spiel gibt es aber nichts zu rütteln.

Meistgelesene Artikel

"Beste Saisonleistung"

Kaufering – Es war für beide Mannschaften eine richtungsweisende Partie im Hinblick auf die Playoffs. Zuletzt rangierten der ETV Hamburg und die Red …
"Beste Saisonleistung"

Die heiße Phase beginnt

Landsberg – Nach einem ­Déjà-vu in Geretsried, wo die Partie erneut nicht zu Ende gespielt wurde, schlossen die Eishackler vom HC Landsberg am …
Die heiße Phase beginnt

Olympia als höchstes Ziel

Dießen – „Unsere Sportler repräsentieren Dießen über die Gemeindegrenzen hinaus“, betonte Bürgermeister Herbert Kirsch anlässlich der Sportlerehrung …
Olympia als höchstes Ziel

Kommentare