Die Morgenluft zu spät gewittert

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Grund zum Jubeln hatten die Red Hocks Kaufering in Wernigerode nicht so oft wie der Gastgeber.

Kaufering – Nach einem guten ersten Drittel geraten Kauferings Bundesliga-Floorballer im zweiten Abschnitt bei den Red Devils unter die Räder, liegen mit 1:9 zurück und starten im letzten Durchgang mit starker Moral die Kehrtwende – zu spät allerdings. Mit einer 7:10-Niederlage im Gepäck kehren sie vom Tabellenzweiten Wernigerode in die Heimat zurück.

Das Spiel begann gleich mit hohem Tempo. Die Hausherren kontrollierten das Geschehen, indem sie den Ball hielten und ihr Aufbauspiel durchzogen, die Abwehr der Red Hocks stand aber zunächst sicher. Erste Möglichkeiten ergaben sich nur nach Unkonzentriertheiten der bayerischen Verteidigung. Auch die Red Hocks kamen zu guten Konterchancen, nutzten diese aber nicht konsequent genug.

Mehrere Freischlagvarianten strichen nur knapp am Gehäuse vorbei. Nach etwa zehn Minuten konnte der Favorit aus dem Harz seine individuelle Überlegenheit dann eiskalt ausnutzen. Dreimal innerhalb von zwei Minuten musste Tobias Dahme hinter sich greifen, die Kauferinger Defensive hatte sich jeweils nicht entschlossen genug gewehrt. Dem Anschlusstreffer durch den starken Tino von Pritzbuer folgten einige Unaufmerksamkeiten der Gäste, die Löwenberg kurz vor Drittelende zum 4:1-Pausenstand nutzen konnte. Ein zu diesem Zeitpunkt ein wohl etwas zu deutliches Zwischenergebnis.

Nach einem nahezu ebenbürtigen Abschnitt lief dagegen im Mitteldrittel absolut nichts nach Plan für die Mannschaft vom Lech. In der Offensive fehlte es an Ideen und vor dem eigenen Kasten war man oft den berühmten Schritt zu spät – vor allem die Harzer Importspieler konnten nun ihre bemerkenswerte Effektivität unter Beweis stellen und schraubten den Spielstand bis zur Mitte des Drittels auf 6:1 hoch. Nach einer ersten, insgesamt längst fälligen aber zu diesem Zeitpunkt eher fragwürdigen Strafzeit gegen Julian Rüger, konnten sie auf 7:1, kurze Zeit später sogar auf 8:1 stellen.

Das Spiel gewann nun zunehmend an Härte, sodass technisch ansehnlicher Floorball mehr oder weniger in den Hintergrund rückte. Als nächstes musste der Devil Mildner wegen Stoßens auf die Strafbank, doch die Überzahl konnte trotz einiger guter Chancen nicht genutzt werden. Kurze Zeit später machte erneut Julian Rüger es sich nach einem übermotivierten Check neben dem Spielsekretariat gemütlich. Die Devils erhöhten in der Folge auf 9:1. Bei Kauferingern machte sich Frustration breit, doch die Moral war weiter ungebrochen.

Oberstes Ziel war nun, sich nicht, wie schon andere Teams vorher, auf Wernigeröder Parkett zu Kanonenfutter machen zu lassen, sondern den Harz erhobenen Hauptes zu verlassen. Das gelang auch weitestgehend. Nachdem das zweite Drittel mit 0:5 an die Devils ging, konnten die Red Hocks den letzten Abschnitt mit 6:1 für sich entscheiden.

Die Partie blieb zwar sehr hektisch, doch nun konnte das Team um Kapitän Falkenberger das Zepter wieder an sich reißen, begünstigt auch von einigen Umstellungen in den Reihen der Gastgeber. Dominik Hanic, zweimal Falkenberger, sowie zweimal von Pritzbuer konnten bis zur 59. Minute Ergebniskosmetik betreiben, während die teuflischen Hausherren nur noch einmal erfolgreich waren. Die Gangart blieb rau, drei Strafen auf Seiten der Red Hocks sowie eine eigene Überzahlgelegenheit verstrichen ohne größeren Nachhall. In der letzten Minute verließ Torhüter Tobias Dahme noch sein Gehäuse zugunsten eines sechsten Feldspielers. Martin Joscak konnte das Powerplay nutzen und netzte zum Entstand von 7:10 aus Sicht der Red Hocks ein.

Mit einer Niederlage im Gepäck, die gleichsam Fortschritte als auch nach wie vor bestehende spielerische Baustellen aufdeckt, geht es für die Red Hocks nun in die anstehende Trainingswoche.

Am kommenden Samstag steht für die Red Hocks das letzte Spiel der Hauptrunde an, in Bonn würde aller Voraussicht nach ein Zähler genügen, um den Sprung in die Play-offs unter Dach und Fach zu bringen.

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