Die Luft wird dünner

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So sehr sich Tino von Pritzbuer (links) und seine Teamkollegen der Red Hocks auch mühten – die Doppelrunde am Wochenende ging glatt daneben.

Landsberg – Vor den beiden Auswärtsspielen in Dresden und Weißenfels hat man im Lager der Kauferinger Floorballer noch voller Optimismus von einem „richtungsweisenden Wochenende“ gesprochen, jetzt sieht es ein wenig düster aus: Trotz zweier Niederlagen, 8:7 und 10:1, rangieren die Red Hocks zwar immer noch auf Rang 5 der Bundesliga und damit einem Play-off-Platz, doch da hat man nur noch vier Punkte Vorsprung.

Im Samstagsspiel bei den Unihockey Igels Dresden deutete zunächst alles auf einen positiven Spielverlauf hin. Hochmotiviert starteten die Bayern und kamen sofort zu einigen guten Chancen. Am meisten Pech hatte Stefan Bergmair, der mit seinem Schlenzer zunächst die Latte, dann den Pfosten traf. Im Gegenzug vollendeten Sachsen zum 1:0 und nur eine Minute später zum 2:0. Kaufering kam immer wieder zu schnellen Vorstößen, in der Defensive fehlte jedoch völlig der Zugriff. Dresden hingegen spielte seine Konter sauber zu Ende und erhöhte auf 3:0 (11.). Dann hatten auch die Red Hocks endlich Glück, Kapitän Maxi Falkenberger setzte einen „Bauerntrick“ zum 3:1-Anschluss ins Dresdner Tor. Nach Toren von Nationalspieler Gruhne für Dresden und Kauferings Tobias Hutter ging es mit 4:2 in die Pause. 

Für das zweite Drittel nahm sich die Mannschaft von Trainer Christoph Huber und Rasso Schorer einiges vor, musste den Ball aber nach dem ersten Angriff der Igels wieder aus dem eigenen Tor holen. In der Folge konnten die Lechstädter dann ihre Dominanz auch in Tore ummünzen. Zunächst verkürzte Daniel Szirbeck, ehe Tobias Hutter in Überzahl ins linke Kreuzeck traf. Kaufering blieb weiter am Drücker, war aber wie schon in den Spielen zuvor glücklos oder zu nachlässig in seiner Chancenverwertung. Erst als Dennis Häringer einen Distanzschuss von Marco Tobisch in die Maschen abfälschte, gelang erstmals der Ausgleich. Eine Minute später sprachen die ansonsten gut pfeifenden Schiedsrichter eine disku- table Strafe gegen die Red Hocks aus, was Dresden zur erneuten Führung zu nutzen wusste. 

Finaler Nackenschlag

 Auch zu Beginn des Schlussdrittels drückte ein Kauferinger Spieler die Strafbank und wieder zeigte sich das Powerplay der Elbstädter effektiv: 7:5. Weiterhin rannten die Red Hocks an und erspielten sich Chance um Chance, scheiterten aber wie schon in den ersten Dritteln immer wieder, was zu großen Teilen an Dresdens Best Player, Torhüter Georg Jahn, lag. Gegen einen fulminanten Schlenzer von Tino von Pritzbuer war er indes chancenlos, ebenso wie gegen das sehenswerte Zusammenspiel der Hanic-Brüder, welches Michal mit einem Volley abschloss. Beim Stand von 7:7 wollten die Kauferinger nun die erstmalige Führung erzwingen, machten aber zu wenig aus ihrem Ballbesitz. 30 Sekunden vor dem Schlusspfiff führte einer der seltenen Dresdner Entlastungsangriffe dann zum 7:8, Topscorer Marek Soukup entschied die Partie mit einem „Bauerntrick“. 

Angesichts der Tatsache, dass die Mannschaft um Kapitän Maxi Falkenberger über weite Strecken das Spiel dominierte und wohl mindestens 15 Tore hätte machen müssen, war die Niederlage sowohl bitter als auch vermeidbar. Umso ärgerlicher, dass bereits die vorangegangenen Partien einem ähnlichen Muster folgten: Erst der schnelle Rückstand dann die beherzte Aufholjagd und schlussendlich der finale Nackenschlag.

Herkulesaufgabe 

Tags darauf ging es gegen Rekordmeister UHC Weißenfels. Hier Punkte zu holen, kam und kommt einer Herkulesaufgabe gleich. Anders als im Hinspiel waren die Red Hocks an diesem Tag jedoch nicht als Superhelden aus dem Bett gekommen und so spielte der Gastgeber seine ganze Überlegenheit clever aus. Die Kauferinger, die neben den verhinderten Akteuren Stefan Weh, Martin Joscak und Tim Hoidis nach wenigen Wechseln verletzungsbedingt auch auf Stefan Bergmair verzichten mussten, konnten keine kompletten drei Reihen mehr aufbieten und waren trotz beherzter Spielweise und großer Moral immer wieder den berühmten Schritt zu langsam. 

Das erste Drittel endete mit 1:4 und obwohl der Spielstand bei weniger begangenen Fehlern und einer besseren Chancenverwertung durchaus hätte knapper sein können, ging er doch in Ordnung. Im zweiten Durchgang bot sich ein ähnliches Bild, die am Vortag spielfreien und damit frischeren Hausherren spulten ihr Programm souverän ab, die Red Hocks hielten unter den Augen ihres mitgereisten Bürgermeisters Erich Püttner nach Kräften dagegen. 

Die Maxime für die letzten 20 Minuten lautete: zumindest ein Drittel gewinnen. Dieses Unterfangen ließ sich gut an, bis fünf Minuten vor Spielende ergaben sich hüben wie drüben keine Änderungen mehr auf der Anzeigetafel, wobei die Mannschaft vom Lech zu einigen hochkarätigen Einschussmöglichkeiten gekommen war. Mit dem 7:1 sank dann der Mut vorübergehend, der Schlusspfiff beim Stand von 10:1 setzte den Schlusspunkt unter ein Wochenende, bei dem die Moral zwar jederzeit stimmte, erneut jedoch zu viele Fehler und Unzulänglichkeiten vom Gegner bestraft wurden. 

Am Sonntag, 1. Februar, kommt es im Sportzenturm Kaufering zum Aufeinandertreffen mit den derzeit starken Berlinern, aktuell auf dem 4. Tabellenplatz. Ein echtes Sechspunktespiel, bei dem die Red Hocks alles daran setzen wollen, den Bock wieder umzustoßen.

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