Wieder nicht belohnt

+
Wieder nichts: Philipp Siegwart und Sebastian Nuscheler enttäuscht.

Landsberg – Zwei Punkte aus drei Heimspielen am Stück, das ist die magere Bilanz von Landsbergs Bayernligafußballern. Gegen Pipinsried verpasste man mehrere aussichtsreiche Gelegenheiten und geriet spät in Rückstand, dank großem Kampfgeist gelang aber noch das 1:1.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt Landsbergs Trainer Sven Kresin auf die 90 Minuten im Hacker-Pschorr-Sportpark gegen Pipinsried zurück. Vier bis fünf aussichtsreiche Gelegenheiten habe sein Team gehabt, drei Punkte festzuzurren, doch Fortuna spielte nicht mit: „Wir haben uns einfach nicht belohnt“, so der 39-Jährige. Gleichzeitig darf man sich über den errungenen Zähler aber sicher auch freuen. Denn als die Gäste aus dem Dachauer Land in der 84. Minute in Führung gehen, bahnt sich die zweite Heimpleite in Folge an. Pipinsried hatte das Mittelfeld zügig überbrückt und der auffällige Serge Yohoua war allein vor Landsbergs Schlussmann aufgetaucht. Den ersten Abschluss pariert Tobias Heiland noch, doch den Abpraller drückt der Goalgetter über die Linie.

Sämtliche Rettungsversuche der herbeigeeilten Hintermannschaft kommen zu spät. Glücklicherweise ist der Schreck für die 260 Zuschauer nur von kurzer Dauer, denn postwendend gelingt der Ausgleich. Diesmal sind es die Landsberger, denen ein schöner Pass in die Spitze gelingt. Andreas Fülla hat Platz, ist auf und davon und schiebt die Kugel überlegt aus zentraler Position ein. Für sein über die gesamte Spieldauer großes Engagement gab es danach noch ein Extralob: „Er hat alle gestellten Aufgaben hervorragend umgesetzt. Auch Julian Birkner war sensationell und die ganze Mannschaft hat Moral bewiesen“, so Kresin. Die Aufstellung hatte im Vergleich zum vorherigen Wochenende gleich auf mehreren Positionen Veränderungen erfahren. Rechtsverteidiger Sebastian Gilg fällt verletzungsbedingt wohl bis zur Winterpause aus, Sebastian Nichelmann war privat verhindert.

Ebenfalls nicht im Kader stand Topscorer Muriz Salemovic, was auf der Tribüne für einigen Gesprächsstoff sorgte. Zu den Hintergründen hält man sich im Landsberger Lager aber bedeckt. Ins Geschehen eingreifen konnte dafür wieder Rainer Storhas. Die Partie hatte zunächst noch mit einigen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen, beide Teams neutralisierten sich weitestgehend. Erste ernsthaftere Angriffsbemühungen entwickelten sich erst nach einer halben Stunde, begünstigt durch kleinere Wackler der Hintermannschaften hüben wie drüben. In der 33. Minute nickte Stefan Strohhofer einen gut getretenen Freistoß aus dem rechten Halbfeld etwas fahrlässig am Tor vorbei, wenig später setzte er dann aber Sturmpartner Philipp Siegwart schön in Szene. Dieser scheiterte jedoch knapp am heraus eilenden Gästetorhüter Thomas Zieger.

Auch Pipinsried kam bis zum Pausenpfiff noch zweimal gefährlich auf, zunächst verzog Yohoua aus 16 Metern, wenig später wurde er im letzten Moment regelwidrig von Alexander Buschel gestoppt. Mit dem gelben Karton kam Landsbergs Außenverteidiger vergleichsweise glimpflich davon. Nach Wiederanpfiff gestaltet sich das Geschehen kurzweilig und nach 50 Minuten kommt der TSV zu gleich mehreren dicken Möglichkeiten zum ersten Treffer: Stefan Strohhofer schießt aus aussichtsreicher Position den Keeper an, der Nachschuss von Sebastian Nuscheler bringt lediglich eine Ecke ein. Auch diese wird sofort wieder gefährlich, ein Kopfball vom aufgerückten Innenverteidiger Peter Knechtel wird haarscharf von der Linie gekratzt. Sekunden später eine Flanke von links, der Abschlussversuch durch Strohhofer landet am Pfosten. Der Jubelschrei bleibt den Zuschauern gleich mehrfach in der Kehle stecken.

Die Hausherren bleiben am Drücker, Zählbares springt aber nicht heraus. Ab der 65. Minute findet dann auch Pipinsried wieder ins Spiel zurück. Nun ergeben sich auf beiden Seiten hochkarätige Gelegenheiten, der schläfrige Auftakt und die kalten Temperaturen sind vergessen. Bei einem Freistoß sechs Minuten vor Abpfiff schalten dann die Gäste schneller und erzielen das 1:0, das der TSV umgehend egalisiert. In den letzten Momenten der nun rasanten Partie haben beide Teams nochmals den Sieg auf dem Fuß. Zunächst setzt Pipinsrieds Manuel Eisgruber Mitspieler Yohoua in Szene, dieser verzieht aber knapp. Den lucky punch für die Gastgeber hat Armin Sanktjohanser auf dem Fuß, doch auch er verfehlt.

Mit dem Gastspiel am kommenden Samstag in Sonthofen steht den nunmehr sechstplatzierten Landsbergern eine schwere Aufgabe bevor. Terminiert ist indes das Nachholspiel gegen Dachau. Am 5. Dezember verabschiedet man sich, passendes Wetter vorausgesetzt, vor heimischem Publikum in die Winterpause. Diese könnte je nach Möglichkeit dazu genutzt werden, den aktuell vor allem offensiv schmal besetzten Kader nochmals zu verstärken. „Wir halten die Augen offen, ob etwas Passendes dabei ist“, so Kresin.

Rasso Schorer

Meistgelesene Artikel

"Beste Saisonleistung"

Kaufering – Es war für beide Mannschaften eine richtungsweisende Partie im Hinblick auf die Playoffs. Zuletzt rangierten der ETV Hamburg und die Red …
"Beste Saisonleistung"

Olympia als höchstes Ziel

Dießen – „Unsere Sportler repräsentieren Dießen über die Gemeindegrenzen hinaus“, betonte Bürgermeister Herbert Kirsch anlässlich der Sportlerehrung …
Olympia als höchstes Ziel

Endstation Zugspitzfinale

Penzing/Fuchstal – Die Erwartungen der beiden Landkreisvertreter bei den Zugspitzmeisterschaft im Futsal in Fürstenfeldbruck waren im Vorfeld gering. …
Endstation Zugspitzfinale

Kommentare