Über die Zeit gerettet

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Die Red Hocks um Kapitän Maxi Falkenberger (Mitte) halten den Anschluss zur oberen Tabellenhälfte, müssen spielerisch aber noch weiter zulegen.

Kaufering – Eine dramatische Schlussphase haben die Red Hocks Kaufering ihren Fans beim am Ende mit 7:6 doch noch erfolgreichen Heimspiel gegen den TV Eiche Horn Bremen beschert. Zehn Minuten vor der Schlusssirene lagen die Bundesliga-Floorballer vom Lech noch mit 7:2 komfortabel in Führung, doch einige Nachlässigkeiten brachten die Gäste wieder heran. Mit ihrem knappen Sieg halten die Kauferinger den Kontakt zur oberen Tabellenhälfte. Am kommenden Wochenende geht es aber erst einmal um das Erreichen der nächsten Pokalrunde.

Niels Hauser, Spielertrainer der Red Hocks Kaufering, zieht nach dem wichtigen Sieg gegen Bremen ein zweigeteiltes Fazit: „Auf den ersten 50 Minuten lässt sich aufbauen. Dort haben wir wirklich gut und diszipliniert gespielt.“ Doch mit den letzten zehn Minuten könne man nicht zufrieden sein. „Wir müssen unsere Konzentration bis zum Schlusspfiff hochhalten. Ich wünsche mir einmal ein Spiel von uns, welches wir souverän über die Zeit bringen.“

In der zweiten Pause, beim Stand von 5:1, hatten sich Hauser und sein Trainerpartner Daniel Szirbeck entschlossen, einige personelle Umstellungen vorzunehmen. Der erste Treffer im Schlussdrittel war dann zwar durch Till Geiler den Bremern vorbehalten, doch Szirbeck und Tobias Hutter sorgten per Doppelschlag für die vermeintliche Vorentscheidung. Eigentlich also eitel Sonnenschein im mit 227 Zuschauern gefüllten Sportzentrum, doch fortan verloren die Red Hocks komplett ihre Ordnung. Offensiv agierte man zu ungeduldig und im Rückwärtsgang fehlte nun die letzte Konsequenz in den Zweikämpfen.

Dabei hatten diese Tugenden die ersten zwei Drittel noch zugunsten der Hausherren verlaufen lassen. Die Gäste zogen sich von Beginn an weit in die eigene Hälfte zurück und lauerten auf Konter. Die Red Hocks ließen den Ball ruhig in den eigenen Reihen laufen, zunächst noch ohne zu gefährlichen Abschlüssen zu kommen. Schließlich war es Kapitän Falkenberger, der ein Solo erfolgreich abschloss und auf 1:0 stellte (8.). Im weiteren Verlauf erspielte Kaufering sich immer mehr Möglichkeiten, doch erst kurz vor Drittelende gelang Daniel Szirbeck der nächste Treffer (18.).

Zwei Minuten nach Wiederanpfiff stellte Hauser mit einem satten Schuss kurz nach der Mittellinie auf 3:0. Das erste Tor der Bremer durch Finn von Kroge fiel regelrecht aus dem Nichts (25.). Die Red Hocks ließen sich nicht beirren und zogen weiter ihr Spiel mit teils sehenswerten Ballstafetten auf. Doch wie schon im ersten Drittel scheiterte man entweder am eigenen Unvermögen oder am starken Nicolas Flathmann zwischen den Bremer Pfosten. Es dauerte bist zur 33. Minute, ehe Verteidiger Marco Tobisch die Führung mit dem 4:1 ausbaute. Szirbeck, der nach Abpfiff zum besten Spieler der Partie gekürt wurde, legte vier Minuten später nach. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Kauferinger das Geschehen voll im Griff, die Wiedergutmachung für das verpatzte Gastspiel eine Woche zuvor in Wernigerode war geglückt.

Doch nach dem Bruch im letzten Drittel waren die Hanseaten wieder im Spiel. Der Treffer von Kroges zum 7:3 gab noch wenig Anlass zur Sorge (51.). Das änderte sich nach einem Doppelschlag durch Marcel Westermann und Kai Ehrenfried binnen 33 Sekunden (56./57.). Den jungen Red Hocks gelang es kaum mehr, den Schalter nochmals umzulegen und als Verteidiger Moritz Billes sich eine Minute vor Abpfiff eine zweiminütige Strafe wegen Stoßens einhandelte, schien die Bremer Aufholjagd weiter befeuert. Tatsächlich, 29 Sekunden vor Schluss überwand Geiler den an der Misere schuldlosen Dominik Bürger im Kauferinger Tor. Am Ende retteten die Red Hocks sich mit Ach und Krach über die Zeit und trüben damit den Eindruck eines über weite Strecken starken Auftritts.

Am kommenden Wochenende pausiert die Bundesliga, im Pokalwettbewerb geht es zum Zweitligist USV TU Dresden. „Wenn wir Fehler wie zuletzt vermeiden, setzen wir uns gegen Dresden durch und können auch den Jungs mit weniger Erfahrung Einsatzzeit geben. Bei einer Führung müssen wir weiterhin souverän spielen, um das Spiel nicht unnötig spannend zu machen“, blickt Verteidiger Christian Göth voraus. Auch die Regionalliga-Reserve kämpft gegen den SV Tübingen um den Einzug in die nächste Runde. Eine Woche später, am 23. Oktober, gastiert Aufsteiger TV Schriesheim ab 16 Uhr im Kauferinger Sportzentrum.

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