Red Hocks steigen auf!

Floorball-Märchen wird Realität

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Niklas Pfeiler scheiterte am Samstag noch an Bremens Torwart, am Sonntag sah die Welt für die Red Hocks wieder anders aus: Mit dem 5:2-Sieg steigen die Kauferinger in die 1. Floorball-Bundesliga auf.

Kaufering – Das Unmögliche möglich gemacht haben Red Hocks: sie schafften den direkten Durchmarsch in die 1. Bundesliga. Nach der Niederlage in Spiel zwei musste um den Aufstieg gezittert werden, mit einem 5:2-Sieg am Sonntag wurde das Märchen doch noch Realität.

Nach dem knappen 7:5-Sieg vor einer Woche in Bremen waren die Vorzeichen für den Aufstieg denkbar gut für die Red Hocks. Allerdings war der Druck aufgrund der Erwartungshaltung vor dem Spiel groß, weshalb die Spieler von Trainer Christoph Huber zunächst nervös wirkten. Dennoch bot sich den 550 Zuschauern ein sehenswertes Spiel, in dem Kaufering aktiver begann.

Der 1:0-Führungstreffer durch Tino von Pritzbuer schien der verdiente Lohn dafür zu sein. Dennoch konnten die Hausherren ihre Nervosität nicht ablegen und agierten ohne die nötige Cleverness in der Defensive, sodass Bremen immer wieder zu vermeidbaren Chancen kam. Nach dem Bremer Ausgleich ging es schließlich mit 1:1 in die Drittelpause. Auch nach dem Seitenwechsel fand Kaufering nicht in das gewohnt sichere Passspiel und deshalb folglich nie den Schlüssel, um die gegnerische Abwehr zu knacken. Lediglich Einzelaktionen sorgten hin und wieder für Gefahr.

Den 2:1-Führungtreffer der Hanseaten beantwortete Maxi Falkenberger mit dem Ausgleich, nach erneuter Führung egalisierte Tino von Pritzbuer im Powerplay für den Zweitligameister. So ging es mit einem Stand von 3:3, der für die Gastgeber aufgrund des Chancenverhältnisses sehr schmeichelhaft war, ins Schlussdrittel. Dort verschaffte wieder ein Überzahlspiel der Red Hocks Grund zum Jubel, Tino von Pritzbuer hatte zum dritten Mal in diesem Spiel zugeschlagen. Wenige Minuten später gelang der Mannschaft von der Weser allerdings der Ausgleich zum 4:4.

Gäste kontern effektiv

In der Schlussphase ging den Kauferingern die Puste aus und die Gäste beschränkten sich auf Konter, die aufgrund individueller Fehler mehrmals Erfolg versprachen. Christian Weck und Daniel Plate schossen Bremen mit 6:4 in Führung. Kurz vor Ende nahmen die Red Hocks Torhüter Tobias Dahme zugunsten eines weiteren Feldspielers aus dem Tor und kassierten anschließend ein Empty-Net-Goal, sodass das zweite Aufeinandertreffen in der Serie zugunsten des Erstligisten entschieden war.

Das Entscheidungsspiel in der Relegationsserie folgte direkt am nächsten Tag, wieder durften die Red Hocks eine „ausverkaufte“ Halle vermelden. Diesmal sollten alle Interessierten jedoch ein ganz anderes Spiel zu sehen bekommen. Trainer Christoph Huber hatte sich „bis tief in die Nacht Gedanken gemacht“ und ließ sein Team mit einer veränderten Defensivtaktik auflaufen – mit Erfolg. Die schnell vorgetragenen Bremer Angriffe erreichten nur noch selten das Tor von Tobias Dahme. Im Gegenzug fanden die Red Hocks in ihr gewohntes Kombinationsspiel zurück und kamen immer wieder zum Abschluss.

Die einzige Großchance im ersten Drittel verwertete Verteidiger Marco Tobisch zum vermeintlichen 1:0, der Schiedsrichter jedoch gab das Tor nicht. Nichtsdestotrotz rannte Kaufering weiter an, musste sich aber weiter gedulden. Erst zu Beginn des zweiten Drittels zappelte der Ball erstmals im Bremer Netz. In Überzahl legte Maxi Falkenberger auf den rechten Flügel zu Tim Hoidis, der aus spitzem Winkel mit einem Schlagschuss zum 1:0 traf. Vier Zeigerumdrehungen später eroberte Torschütze Hoidis den Ball hinter dem gegnerischen Tor, spielte ganz überlegt zurück zu Tobias Hutter, der seinen Schlenzer ins rechte untere Eck setzte.

Die Zuschauer peitschten ihre Mannschaft nun frenetisch nach vorne und forderten weitere Tore. Kapitän Maxi Falkenberger erhörte sie in der 32. Minute und vollendete ein Zuspiel von Tino von Pritzbuer zum 3:0. Als kurz vor Ende des Drittels der starke Tobias Hutter auch noch das 4:0 erzielte, war eine komfortable Führung herausgespielt, das Spiel allerdings noch lange nicht entschieden. Nur 14 Sekunden nach dem 4:0 verkürzte Sönke Schäfer für die Gäste auf 4:1 und machte die Partie wieder spannend.

Kräfte mobilisiert

Im Schlussdrittel entwickelte sich ein emotionsgeladenes und ausgeglichenes Spiel. Bremen wirkte zwar leicht erschöpft, mobilisierte aber nochmal alle Kräfte und rannte immer wieder an. Kaufering verlegte sich immer mehr auf Konter, baute die Führung aber nicht weiter aus. Erst Tim Hoidis ließ Spieler und Zuschauer aufatmen, als er in der 53. Minute auf 5:1 stellte. Die Weserstädter kamen zwar noch zum 5:2, konnten in der Folge aber kein Kapital mehr daraus schlagen. 

Damit übertreffen die VfL-Spieler alle Erwartungen und schaffen den direkten Durchmarsch von der Regionalliga in die 1. Bundesliga. Außerdem sind die Red Hocks die erste bayerische Mannschaft überhaupt, die in der höchsten deutschen Spielklasse an den Start gehen wird.

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