Unschlagbare Disziplin

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Kapitän Maxi Falkenberger brachte die Red Hocks beim MFBC Leipzig höchstpersönlich in Führung – zum Schluss stand ein 13:11-Sieg gegen die Sachsen zu Buche.

Kaufering – Mit riesiger Moral haben es die Red Hocks wieder zum Erfolg gebracht. Am vergangenen Wochenende gastierten die Kauferinger beim amtierenden deutschen Meister MFBC Leipzig. Nach einem unglaublichen Spielverlauf und Toren am laufenden Band gewannen Kauferings Floorballer letztendlich mit 13:11.

Zu Saisonbeginn war der MBFC wie gewohnt nur schwer in Fahrt gekommen und ließ immer wieder sicher geglaubte Punkte liegen. In den vergangenen Partien konnten die Leipziger ihren Ansprüchen zunehmend gerecht werden und so wurde beispielsweise Rekordmeister und Tabellenführer Weißenfels bezwungen. Auch gegen die jungen Kauferinger wollte der mit Legionären gespickte Meister den Schwung der letzten Wochen mitnehmen und den Abstand auf die Tabellenspitze verringern.

Gleich in Führung

Bereits von der ersten Minute an war dem Favoriten der Wille anzusehen, die Gäste wurden zunächst erfolgreich in die Defensive gedrängt, doch schon die erste Kontermöglichkeit nutzte Kapitän Maxi Falkenberger und brachte seine Farben mit einem Distanzschuss in Führung. Es entwickelte sich ein sehenswertes Spiel. Die Leipziger ließen Ball und Gegner laufen, die Mannschaft von Trainer Christoph Huber wusste aber mit dem Druck umzugehen und löste insbesondere den Spielaufbau bis dato mit Bravour. Zwar konnte Ingmar Penzhorn in der 12. Minute ausgleichen, Tino von Pritzbuer erzielte jedoch kurz vor Drittelende die erneute Führung.

Im zweiten Drittel bot sich dann ein ganz anderes Bild. Der Meister setzte den Aufsteiger sehr früh unter Druck, sodass sich die mangelnde Erfahrung seitens der Red Hocks erstmals bemerkbar machte und man sich immer wieder zu unnötigen Fehlern hinreißen ließ. Zwar fiel in Überzahl noch das 1:3 durch ein Eigentor, in der Folge nahmen die Hausherren ihre Gäste jedoch phasenweise auseinander und ließen ihr ganzes Können aufblitzen. Innerhalb von drei Minuten erzielte Leipzig vier Treffer und führte plötzlich mit 5:3. Dem Anschlusstreffer von Tobias Hutter folgten zwei weitere sächsische Torerfolge, sodass die Red Hocks bereits drei Tore aufzuholen hatten. Kurz vor der Schlusssirene gab es nochmal einen Hoffnungsschimmer für die mitgereisten Kauferinger Anhänger. Johannes Weh fand mit einem Freischlag aus der eigenen Ecke Tobias Hutter, der den Ball mit der Rückhand volley nahm und Torhüter Patrick Schmidt tunnelte.

Ungebrochene Moral

Trainer Huber stellte zu Beginn des Schlussdrittels auf zwei Reihen um und forderte schnelle Tore, um den Anschluss nicht zu verlieren. Tatsächlich geschah jedoch das Gegenteil, der MBFC erzielte nach einem sehenswerten Spielzug das 8:5 und ließ kurz darauf sogar das 9:5 folgen – 15 Minuten vor Spielende der sicher geglaubte Sieg für Leipzig. Doch die Moral der Red Hocks war ungebrochen. Die erste Kauferinger Reihe, die an diesem Tag alle Tore erzielte, verkürzte durch Johannes Weh, Maxi Falkenberger und Tino von Pritzbuer innerhalb einer Minute auf 9:8. Im darauffolgenden Überzahlspiel nagelte Tobias Hutter den Lochball zum 9:9 ins Kreuzeck und brachte sein Team damit zurück ins Spiel. 

Noch in der selben Minute musste die Mannschaft vom Lech allerdings schon den nächsten Rückschlag hinnehmen, die Aufholjagd wurde durch das 10:9 Leipzigs beantwortet. Durch eine unglaubliche Energieleistung drehten die Gäste aber auch diesen Rückstand. Mit drei Toren binnen 53 Sekunden, erzielt von Falkenberger, Johannes Weh und Hutter, legten die Red Hocks endlich wieder mit 10:12 vor. Knapp hätte es nochmal werden können, als Dennis Häringer sechs Minuten vor Spielende für fünf Minuten auf die Strafbank musste.

Die Unterzahlformation hielt jedoch aufopferungsvoll dicht und überstand die numerische Unterlegenheit schadlos. Selbst als die Leipziger Hausherren ihren Schlussmann zugunsten eines weiteren Angreifers vom Feld holten und in doppeltem Powerplay agierten, hielt Kaufering stand. Verteidiger Marco Tobisch konnte nach einem Konter sogar auf 10:13 erhöhen und damit endgültig „den Deckel drauf machen“. Das 11:13 in der Schlussminute blieb glücklicherweise nur Ergebniskosmetik.

Damit haben die Red Hocks die nächste große Überraschung geschafft und Platz 2 der Bundesligatabelle untermauert. Am kommenden Wochenende steht die nächste große Reise an. Zunächst kommt es am Samstag zum Spitzenspiel beim Tabellenführer UHC Weißenfels. Am Sonntag geht es dann weiter nach Bremen, wo der TV Lilienthal wartet.

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