Das WM-Ticket in der Tasche:

Und jetzt nach Australien!

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Spätestens beim Ironman 70.3 offenbaren sich die Schwächen des starken Geschlechts: Während Claudia Bregulla-Linke (vorne links, schwarzer Anzug) noch recht locker (da mit großem Vorsprung unterwegs) in Wiesbaden zum EM-Titel läuft, zeigen einige Herren schon deutliche Ermü- dungserscheinungen.

Utting – Man möchte ja meinen, die Strapazen vom Megathlon am Bodensee (Platz 1 und 2) steckten ihr noch arg in den Gliedern. Weit gefehlt. Während andere Ausdauersportler ihre Erfolge „erst mal richtig realisieren“ müssen, geht Claudia Bregulla-Linke alsbald die nächste Herausforderung an – die 70.3-Europameisterschaft etwa. Und siegt schon wieder in ihrer Altersklasse: EM-Titel und Fahrkarte für die Weltmeister- schaft 2016 in Australien.

70.3 Ironmandistanz, das bedeutet 1,9 Kilometer schwimmen, 91 Kilometer Rad fahren und 21 Kilometer laufen. Der Raunheimer Waldsee war in diesem Jahr auch wieder der Austragungsort für die erste Disziplin. Die anschließende Radstrecke führte die Athleten in einer Schleife durch und um Wiesbaden herum und beinhaltete eine Reihe von Anstiegen, gefolgt von steilen Abfahrten. „Sie gehört mit fast 1450 Höhenmetern auf 90 Kilometern zu den schwersten aller Strecken der 70.3 Wettkämpfe“, weiß Claudia Bregulla-Linke nur allzu gut.

Aber auch die abschließenden 21,1 Laufkilometer des Vier-Runden-Kurses durch die Innenstadt Wiesbadens forderten die Athleten bei tropischen Temperaturen noch einmal, bevor sie den spektakulären Zieleinlauf vor dem Kurhaus genießen konnten.

Für Claudia Bregulla-Linke war das nach 5:33:03 Stunden der Fall. Die in den Farben von „Erdinger alkoholfrei Team/ Multisportsteam SC Riederau“ startende Uttingerin präsentierte sich schon beim Schwimmen in sehr guter Wettkampfform: als Zweite ihrer Altersklasse stieg sie aus dem Wasser und drehte dann auf der Radstrecke so richtig auf. Gleich acht Minuten Vorsprung fuhr sie heraus und ging somit führend auf die Laufstrecke. Am Ende lief Bregulla-Linke überglücklich als Europameisterin durchs Ziel und durfte sich gleich doppelt freuen: Als einzige in ihrer Altersklasse hatte sie damit auch das Ticket für die WM 2016 im australischen Noosa in der Tasche.

Recht kompliziert erwies sich bei der EM in Wiesbaden übrigens durch den „Rollenden Schwimmstart“ das Coaching . Ehemann Gerhard Linke konnte die Zeiten seiner Frau und ihrer Konkurrentinnen nur über den „Athlete Tracker“ verfolgen. So blieb es „sehr spannend bis zum Schluss“, da die verfolgende Luxemburgerin auf der Laufstrecke noch einmal Druck machte.

Mit am Start bei der EM war auch Bregulla-Linkes Teamkollege Michael Klose (5:25:16), der als 15. seiner Altersklasse ebenfalls noch ein WM-Ticket ergattern konnte. Und Wolfgang Teuchner (4:25:46) von den Ammersee Triagators wurde Vizemeister in seiner Altersklasse.

Bei den Profis sind Boris Stein aus Deutschland (4:03:08) und Camilla Pedersen aus Dänemark (4:36:04) neue Europameister auf der Ironman-70.3-Distanz.

Toni Schwaiger

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