Wenn der Magen rebelliert

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Nach 10:38 Stunden: Dominic Wimmer aus Dießen läuft beim Ironman Austria in Klagenfurt ins Ziel.

Dießen – Erfolgreicher Start für den Dießener Triathleten Dominic Wimmer beim Ironman Austria. Im österreichischen Klagenfurt erreichte der für den Post SV Weilheim startende Ausdauersportler nach 10:38:35 Stunden das Ziel. Das Rennen verlief für den 33-Jährigen über weite Strecken nach Plan. Am Ende wurde es jedoch hart.

Als Dominic Wimmer vor Hunderten begeisterten Zuschauern den Zielbereich am Wörthersee-Ufer erreichte, hob er erleichtert die Arme. Hinter dem Journalisten aus Dießen lagen bei seinem zweiten Start auf der Triathlon-Langdistanz ereignisreiche Stunden. Gemeinsam mit knapp 2.900 anderen Athleten aus rund 50 Nationen nahm Wimmer am frühen Morgen im Klagenfurter Strandbad die 3,86 Schwimmkilometer in Angriff. Das Prozedere „rolling start“ war neu. Hierbei stellen sich die Athleten anhand ihrer prognostizierten Schwimmzeit auf und gehen nach und nach ins Wasser – die Schnellsten zuerst. „Leider habe ich mich etwas zu weit hinten eingereiht oder zu viele schwächere Schwimmer zu weit vorne. Denn auf den ersten 1.000 Metern war ich gefangen in einem Pulk viel langsamerer Schwimmer. Das hat mich leider einiges an Zeit gekostet“, berichtete Wimmer, der sich nach der ersten Wendeboje aus dem Getümmel befreien konnte.

Nach 1:12:16 Stunden stieg er aus dem Wasser und legte einen schnellen Wechsel aufs Rad hin. Die 180 Kilometer lange Radstrecke muss beim Ironman Austria in zwei Runden à 90 Kilometern bewältigt werden, wo mehr als 1.600 Höhenmeter auf die Teilnehmer warten. Wimmer fand schnell seinen Rhythmus und sparte Kräfte, um in der zweiten Runde sein Tempo zu steigern. Allerdings zogen nach rund 110 Kilometern wolkenbruchartige Schauer auf. „Zum Teil stand das Wasser regelrecht auf den Straßen, die sehr schmierig wurden. Ich sah einige Stürze und beschloss deshalb, Tempo rauszunehmen, in den Abfahrten nichts zu riskieren und lieber auf Nummer sicher zu gehen“, so Wimmer. Nach 5:26:59 – rund eine halbe Stunde schneller als bei seiner Ironman-Premiere an gleicher Stelle vor einem Jahr – hatte er die 180 Radkilometer zurückgelegt und ging in den abschließenden Marathon über die 42,195 Kilometer.

In seiner Paradedisziplin Laufen beschloss der 33-Jährige, volles Risiko zu gehen. Denn mit einer guten Laufzeit war für ihn eine Zielzeit unter zehn Stunden möglich. Das Rennen der Profis war zu diesem Zeitpunkt noch in vollem Gange und Wimmer begegnete all den Top-Athleten, darunter die mehrfache Weltmeisterin Mirinda Carfrae aus Australien, die in Klagenfurt neuen Streckenrekord lief. „Auf den ersten 13 Kilometern konnte ich meinen Schnitt von viereinhalb Minuten auf den Kilometer gut halten. Aber plötzlich setzten heftige Magenprobleme ein“, so Wimmer. Etliche Zwangsstopps auf der Toilette und Gehpausen kosteten wertvolle Zeit. Mit einer Marathonzeit von 3:51 Stunden beendete Dominic Wimmer das Rennen und erreichte trotzdem noch eine gute Platzierung im vorderen Drittel des Teilnehmerfeldes das Ziel: Rang 667 von 2.420 Finishern.

„Ich bin froh, dass ich das Rennen beenden konnte. Bei einem Ironman kann so viel passieren und das Ziel ist immer das Ziel. Trotz der heftigen Magenprobleme war ich 25 Minuten schneller als vergangenes Jahr“, so das Fazit von Dominic Wimmer. Nach nur kurzer Regenerationspause geht es für ihn in zwei Wochen zur Challenge Roth. Im Rahmen der dort ausgetragenen Firefighter-Weltmeisterschaft plant das aktive Mitglied der Feuerwehr Dießen eine gute Platzierung.

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