Offensivgeist zahlt sich aus

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Rainer Storhas stach während des 3:0-Erfolgs gegen den SB DJK Rosenheim vor allem durch sein Aufbauspiel hervor.

Landsberg – Eine interessante Sichtweise des 3:0-Sieges der TSV-Fußballer präsentierte nach der Partie ausgerechnet der Gegner. Man habe „auf Augenhöhe“ und „gleichwertig“ gespielt, hieß es aus dem Lager des SB DJK Rosenheim. In die eigenen Drangphasen hinein hätten die Landsberger dann aber die Tore gesetzt. Diese Analyse dürften die Gäste exklusiv für sich gehabt haben.

Insgesamt dreimal kamen die Rosenheimer in 90 Minuten gefährlich vors Tor – einmal parierte Heiland mit einem sehenswerten Reflex einen Kopfball aus drei Metern, einmal verzog Wörndl, einmal vertändelte Staudigl. Für „gleich- wertig“ reichte das allerdings nicht. Acht Großchancen erspielten sich die Gastgeber alleine in der ersten Halbzeit, noch einmal deren fünf nach der Pause. 

Keine Spur von "Augenhöhe"

„Wir hätten vielleicht zwei bis fünf Tore mehr schießen müssen“, hatte nach der Partie TSV-Trainer Sven Kresin das Defizit schnell ausgemacht, um aber gleich nachzuschieben: „Es sei den Spielern vergeben.“ 

Für ernsthafte Kritik war der Auftritt seiner Truppe auch zu überzeugend gewesen. Mit viel Spielfreude und Offensivgeist ging der TSV von Beginn an zu Werke und kam folgerichtig früh zur Führung. Unter Beqiris Freistoß von halblinks segelten nach 13 Minuten Rosenheimer wie Landsberger Spieler durch, Vockensperberger im Gästetor konnte dann nicht mehr eingreifen. 

Vor seinem Gehäuse brannte es danach des öfteren lichterloh. Rieck köpfte knapp rechts vorbei (18.), Beqiri verfehlte um Zentimeter (21.), Füllas Schuss brachte er noch über die Latte (27.), eine Direktabnahme von Storhas senkte sich aufs Tornetz (40.) und einen Drehschuss von Siegwart drehte er noch zur Ecke weg (45.). 

Dabei hatte der Sportbund noch Glück. Als Reichmacher nach einer guten halben Stunde unbedrängt und gut sichtbar den Ball mit dem Arm aus dem Strafraum beförderte, fehlte dem Schiedsrichtertrio, wie auch in einigen anderen Situationen, der Durchblick. Beqiri, der sich bei einem Pressschlag das Knie verdreht hatte, musste zur Halbzeit draußen bleiben, Salemovic wiederum stand nach einigen Kurzgesprächen mit dem Referee knapp vor der Gelb-Roten Karte – die offensiven Akzente blieben dennoch auch in der zweiten Halbzeit nicht aus. Nach der erwähnten Rosenheimer Kopfballchance kurz nach Wiederanpfiff drehten die Gastgeber mit zunehmender Spieldauer noch einmal auf. 

Dabei lief es für einen „Joker“ besonders gut. 25 Sekunden nach seiner Einwechslung schlug Nuscheler eine Flanke von rechts, zwischen vier Rosenheimern köpfte Zinner unhaltbar zum 2:0 ein, danach war der Widerstand der Gäste gebrochen. 

Herausragend aus einer starken Mannschaftsleistung zeigten sich dabei Rainer Storhas mit abgeklärt-elegantem Aufbauspiel und Muriz Salemovic, der seine Gegenspieler ein ums andere Mal scheinbar nach Belieben narrte. „Was die beiden derzeit auf ihrer Position leisten, ist schon sensationell“, befand auch der Trainer. Salemovic erhielt für seinen Vortrag Beifall auf offener Szene, was Kresin zu einem Teil auch dem Trainerteam anrechnet. „Solche Vorstellungen kommen heraus, wenn er im Mittelfeld den Ball bekommt und dann Tempo aufnehmen kann. Es ist viel schwieriger für ihn, wenn er am Strafraum mit dem Rücken zum Tor steht und dann immer erst einmal zwei Mann abschütteln muss.“ 

Den Beweis für diese These lieferte der inzwischen beste Vorlagengeber der Bayernliga Süd in der Schlussminute ab. Unter Einsatz aller Mittel versuchten die Rosenheimer, ihn beim Konter aufzuhalten, dreimal schüttelte Salemovic alle Foulversuche in vollem Tempo einfach ab und legte quer auf Zinner, der zum 3:0 einschieben durfte. Mit dem verdienten Sieg bastelt der TSV weiter an seiner Erfolgsgeschichte. Als Aufsteiger steht man nach 21 Spielen auf Rang vier. Das Konto bis zur Winterpause auf die ominösen 40 Punkte zu schrauben, wird allerdings nicht einfach. 

Am Sonntag (14 Uhr) steht das Auswärtsspiel in Pipinsried an, am Samstag danach kommt noch der TSV Rain in den Hacker-Sportpark. Auch, wenn Pipinsried mit Pullach einsam seine Kreise an der Tabellenspitze zieht, gilt bangemachen für Trainer Kresin vor dem Ausflug ins Dachauer Hinterland nicht. „Wir wollen dort schon auch gewinnen“, gibt der Coach die Parole aus. Zwar glänzte der Tabellenführer zuletzt mit sechs Siegen am Stück – allerdings fielen diese zusehends knapper aus, da einige Spieler angeschlagen sind. 

Gegen Landsberg wird auf jeden Fall Spielmacher Kubica fehlen, der sich am Wochenende eine Rote Karte abholte. „Wir wollen die ärgern, so gut wir können“, sagt Kresin. „Wenn wir uns so präsentieren wie gegen Rosenheim, sind wir auch da gefährlich.“ Auch eine Niederlage dürfte aber kein Beinbruch sein. „Wenn es so kommt, hätten wir bei einem mutmaßlichen Regionalliga-Aufsteiger verloren, das wäre keine Schande.“

Christoph Kruse

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