Den Koloss aus dem Weg räumen

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Gleich schlägt‘s ein: Gegen Mario Fieger benötigte Ibrahim Karakoc (links) im Oktober nur eine Runde, um seinen EM-Gürtel zu verteidigen. Nun schuftet er hart, damit es am 3. April mit dem Weltmeistertitel im Landsberger Sportzentrum klappt.

Landsberg – Trainieren, Essen, Schlafen: Darum dreht sich derzeit alles beim Landsberger Kickbox-Europameister Ibrahim Karakoc. Am 3. April (ab 18 Uhr) steigt er im Rahmen der Fight Night, die der 35-Jährige organisiert und der KREISBOTE präsentiert, im Sportzentrum in den Ring. Vor den Fäusten einen echten Koloss an Gegner, der nun endgültig feststeht: US-Champion Antonio Dvorak kommt an den Lech, um gegen den Lokalmatador seine Schlagkraft zu beweisen.

Ibrahim Karakoc ist heiß auf seinen Fight. „Richtig heiß“, denn der WM-Titelkampf in der Kickboxvariante K1 steht an. Im Landsberger Sportzentrum wird er in den Ring steigen, um sich dort mit einem echten „Vieh“ zu messen. Denn mit dem US-Amerikaner Antonio Dvorak aus Minneapolis wird er einem Koloss gegenüber stehen, der 125 Kilogramm auf eine Körpergröße von 1,97 Meter verteilt. Mit dem böhmischen Komponisten ähnlichen Namens hat das Mitglied des US-Teams vermutlich nichts zu tun. Und auch wenn sein Kampfname „Happy Feet“ eher nach Häschen als nach Knock­out klingt, rechnet Landsbergs Lokalmatador mit einem ganz harten Brocken. Dvorak ist schon der dritte gehandelte Gegner, denn zuerst war ein Brasilianer im Gespräch, gefolgt von einem Kontrahenten aus Kalifornien. Doch nun bietet der Weltverband mit „Happy Feet“ den amtierenden nordamerikanischen Champion am Lech auf. Karakoc schuftet derweil unerbittlich an seiner Form. Noch nie habe er sich so fit und stark gefühlt, Dvorak könne kommen.

An sechs Tagen pro Woche trainiert der Landsberger derzeit. Ausdauer, Einheiten am Boxsack und Tatzenarbeit stehen auf dem Programm. Und neben viel Schlaf ist auch der Essensplan streng getaktet. Sechs bis acht Rühreier mit Avocado verputzt Karakoc schon am Morgen, mittags folgen 600 bis 800 Gramm Burgerfleisch und am Abend dieselbe Menge Steak. Dazwischen passt immer wieder ein Shake oder eine Zwischenmahlzeit. Die Energie braucht der amtierende Kickbox-Europameister dringend, genauso wie die Masse. Denn anders als sein Kontrahent, rangiert er eher am unteren Ende der Superschwergewichtsklasse.

Neben dem WM-Kampf des 35-jährigen Karakoc werden bei der Fight Night auch fünf Aufeinandertreffen im Amateurbereich und vier Profikämpfe ausgetragen. Um zwei EM- und einen deutschen Titel geht es dabei in zumeist fünf Runden à drei Minuten. Endet ein Kampf vorzeitig, folgt direkt der nächste. Buchstäblich Schlag auf Schlag und Tritt auf Tritt wird es also gehen, sodass keine längeren Wartezeiten für das Publikum aufkommen. Auch wenn Karakoc derzeit eher hochmotiviert als aufgeregt wirkt, habe er kurz vor dem Fight immer „höllische Angst“, verrät er. Weniger vor dem Gegner, viel mehr gingen ihm einfach 1.000 Gedanken durch den Kopf. Doch mit dem ersten Gong sei er auf den Punkt voll konzentriert. Das muss er auch sein, denn beim K1, in dem er um den vakanten Weltmeistertitel kämpft, geht es nochmal heftiger zu, als beim traditionellen Kickboxen. „Lowkicks“, also Tritte gegen die Oberschenkel des Gegners, sind ebenso erlaubt wie der Einsatz der Knie. Da breche schon mal eine Rippe, erzählt der Landsberger. Doch alles andere außer maximaler Leistung verbitte sich von selbst, im Ring ginge es schließlich „um alles oder nix“. Eine wichtige Rolle spielten auch die Zuschauer, die ihm in brenzligen Situationen nochmals einen Motivationsschub geben könnten.

Ans Verlieren verschwendet Karakoc keinen Gedanken. Wohl aber an den ganzen Ablauf rund um die Fight Night am 3. April im Sportzentrum, denn auch als Organisator ist er hier gefordert. Ein für Landsberg „einzigartiges“ Event erwartet Karakoc, der über seine Kindheitshelden Bruce Lee und Jean-Claude Van Damme erst zum Kung Fu und dann zum Kickboxen gekommen ist. Dass er auf diese Weise, neben dem Training, auch noch mehrere organisatorische Baustellen gleichzeitig zu beackern hat, sei schon anstrengend. Doch die Mühen zahlen sich aus: Rund zwei Drittel der 1.200 Tickets sind bereits verkauft, das Interesse sei groß, freut sich Landsbergs Sportler des Jahres 2014.

Restkarten gibt es noch beim KREISBOTEN am Rossmarkt 195 in Landsberg. Infos unter Telefon 08191/91630.

Fight Night Landsberg

KREISBOTE verlost

Exklusiv verlost der KREISBOTE 3x2 Tickets für die Fight Night am 3. April ab 18 Uhr in Landsberg. Wer gewinnen möchte, der muss zunächst auf www.kreisbote.de/fotostrecken die Bildergalerie „Fight Night Landsberg“ genau betrachten. Dort gibt sich ein Amateur als Kickboxer aus, obwohl das absolut nicht sein Metier ist. Wenn Sie ihn entdeckt haben, dann nennen Sie uns bis spätestens 30. März seinen Namen sowie das Stichwort Fight Night auf der KREISBOTEN-Hotline 01378-26020503 (50 Cent pro Anruf aus dem dt. Festnetz-Mobilfunkpreis ggf. abweichend). Das Los entscheidet. Die Gewinner werden benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Rasso Schorer

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