Verzweifelte Gäste

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Im Heimspiel zeigte HCL-Spieler Bastian Grundner (rechts) dem gegnerischen Kapitän Markus Schwindl vom EV Pegnitz, wer den längeren Atem hat: Mit 4:2 gewannen die Riverkings das Hinspiel im Play-Off-Finale.

Landsberg – Richtig einschätzen konnte man beim HCL den Finalgegner vor der ersten Partie am Freitag in Landsberg nicht. Vor Pegnitz' Mittelstürmer Markus Schwindl war man zwar gewarnt, vom Rest der Truppe war wenig bekannt...

In 60 begeisternden Minuten wurde dann aber klar, dass die Riverkings keinen Grund zur übertriebenen Sorge hatten, der 4:2-Heimsieg fiel eher noch zu knapp aus. Neugierig auf den letzten Heimauftritt war offenbar auch ein erheblicher Teil der Bevölkerung aus Stadt und Landkreis geworden. Da auch die Pegnitzer einen zahlenmäßig starken Anhang mitbrachten, fiel die nächste Bestmarke in der fünfjährigen Vereinsgeschichte des HCL: 1459 Zuschauer sorgten für eine noch nie dagewesene Kulisse und eine Wiederbelebung alter Landsberger Eishockey-Atmosphäre. Die Fans sahen in den ersten Minuten zwei Teams, die taktisch diszipliniert auftraten und sich zunächst darauf konzentrierten, dem Gegner keine Fehler anzubieten.

Schon gegen Ende des Eröffnungsabschnitts zeigte sich aber, dass die Riverkings mehr zuzusetzen hatten als die Ice Dogs, denen – wie zuletzt schon im Halbfinale Vilshofen – das aggressive Forechecking der Gastgeber überhaupt nicht behagte. Als jeweils ein Spieler auf der Strafbank saß und sich Pegnitz beim Wechsel eine Unaufmerksamkeit leistete, erkannte HCL-Kapitän Geisberger die Situation und konterte, seinen Schuss verwertete im Nachfassen Gäbelein zum vielumjubelten 1:0.

Dann aber zeigte der Gegner seine Stärken. Ohne vorher zu großen Chancen gekommen zu sein, präsentierten sich die Franken im Powerplay eiskalt. Zwei Landsberger saßen kurz nach Hälfte des Spiels gleichzeitig auf der Strafbank, dreimal nutzte der EVP die Lücken in der HCL-Hintermannschaft, kam dreimal zum Schuss, zweimal zum Nachschuss, zweimal klingelte es hinter Schedl-bauer – es stand 1:2. Markus Rohde sorgte dann schon wieder für bessere Laune auf den Rängen, indem er noch vor der zweiten Pause zum 2:2 ausglich.

Im Schlussdrittel agierten die Riverkings sichtlich frischer und agiler als die Gäste, die binnen drei Minuten auf die Verliererstraße gerieten. Zunächst mussten sie ein spektakuläres Gegentor hinnehmen (Stefan Kerber traf von hinter dem Tor), dann leistete sich Pegnitz' Zimmer ein übles Foul an der Bande gegen Grünauer. Zimmer wurde von den Unparteiischen mit einer Spiel-dauerstrafe zum Duschen geschickt, die Gäste mussten damit für den Rest der Finalserie ohne einen ihrer besten Verteidiger auskommen – und exakt mit Ablauf der fünfminütigen Strafzeit traf Rohde zum 4:2-Endstand.

Bemerkenswert: Spielertrainer Wedl war während der gesamten fünf Minuten nicht vom Eis gegangen. Die Ice Dogs, die jetzt zusehends an die Grenze ihrer körperlichen Möglichkeiten gelangten und immer öfter einen Schritt zu spät kamen, wehrten sich verzweifelt gegen eine höhere Niederlage. Landsberg wiederum ließ in den Schlussminuten einige gute Möglichkeiten liegen.

Auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste, welch gute Ausgangsposition man sich damit für das Rückspiel geschaffen hatte, feierten die Zuschauer die Mannschaft nach ihrem letzten Auftritt auf heimischem Eis noch laut und lange – allen war klar, dass das Landsberger Eishockey an diesem Abend auf jeden Fall gewonnen hatte.

Christoph Kruse

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