TSV führt weiterhin

Munteres Tore-Schießen

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Roland Krötz (6) hatte leichtes Spiel und schoss das 3:0 für die Landsberger, nachdem der Nördlinger Keeper Jonathan Ziegler ihm den Ball direkt auf die Füße klatschte.

Landsberg – Wie ein Spitzenreiter seien die Landsberger nicht aufgetreten, ließ ein Nördlinger Funktionär kurz nach Abpfiff im Hacker-Sportpark verlauten. Über derartige Kommentare kann man allerdings im TSV-Lager inzwischen vermutlich nur noch lächeln – schließlich siegte man mit 5:0.

Als sicher dürfte auch gelten, dass Jonathan Ziegler sein Debüt als Torhüter im Nördlinger Gehäuse nicht vergessen wird. Der 20-Jährige sah gleich bei mehreren Treffern nicht gut aus. Zum ersten Mal patzte er nach 13 Minuten, als er an einen Aufsetzer von Fülla aus 18 Metern zum 1:0 nicht mehr herankam.

Danach hätten die Landsberger den Sack schon früh zumachen können, doch Strohhofer jagte eine schöne Hereingabe von Fülla in Richtung Autobahn (15.) und köpfte dann freistehend Ziegler an (22.). Die Nördlinger hatten ihre Chancen währenddessen nur bei langen Diagonalbällen, die die Landsberger Außenverteidiger einige Male sichtlich vor Probleme stellten.

Gastgeber geben den Ton an

Allerdings war an diesem Nachmittag von Abo-Torschütze Öfele so gut wie nichts zu sehen und sein Sturmpartner Manuel Meyer hatte offenbar das Visier nicht richtig eingestellt: Gleich dreimal zog er nach einem Seitenwechsel auf links dem TSV-Verteidiger davon, dreimal kam er frei zum Schuss, dreimal legte er den Ball praktisch identisch um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (26./48./84. Minute). Ansonsten gaben aber die Gastgeber den Ton an und setzten die Folge der kuriosen Treffer munter fort.

Nach einer knappen halben Stunde ließ Muriz Salemovic Ziegler im Tor wieder schlecht aussehen, als er einen Eckball direkt verwandelte. Der Gästekeeper brachte kurz nach der Pause auch eine Hereingabe von Salemovic nicht aus dem Fünfmeterraum und klatschte den Ball Krötz vor die Füße – der aufgerückte Mittelfeldakteur stocherte das Spielgerät im zweiten Versuch durch die Füße des Torhüters.

Die bis dahin wacker mitkämpfenden Nördlinger gaben sich nach dem 3:0 sichtlich auf. Der Versuch der Schadensbegrenzung misslang allerdings aufgrund der fortgesetzten individuellen Fehler in der Abwehr – und dank eines Muriz Salemovic auf Landsberger Seite, der jetzt mehr Platz bekam und so mit seinen Kabinettstückchen die knapp 250 Zuschauer bei Laune hielt. Nach mehreren Haken und Übersteigern schickte der Spielmacher den eingewechselten Nuscheler gleich zweimal mit einem perfekten Pass alleine in den Strafraum.

In der 75. Minute lupfte der Angreifer den Ball noch weit übers Tor, drei Minuten später düpierte er den Gästekeeper dann aber mit einem Schuss in die Tormitte zum 4:0. Bei den Nördlingern ging die Ordnung mit zunehmender Spieldauer dann vollends verloren, was spätestens an einer kuriosen Szene in der 81. Minute deutlich wurde: Einen Freistoß aus 30 Metern vergab man nicht nur kläglich, sondern setzte dann auch nicht nach. Mit sechs Spielern gegen einen Verteidiger konnten die Gastgeber kontern, diesmal traf Salemovic im zweiten Versuch selbst zum 5:0. 

Damit verteidigte der TSV Landsberg seine Tabellenführung und hat als ersten Verfolger jetzt wieder Kottern im Nacken. Nach dem 2:0 gegen Fürstenfeldbruck überholten die Allgäuer Gundelfingen (0:2 in Memmingen) und liegen mit einem Spiel weniger neun Punkte hinter den Landsbergern. Damit dürfte in den beiden Partien zwischen den Teams für Brisanz gesorgt sein. Das Nachholspiel in Kottern wurde inzwischen zum insgesamt fünften Mal verschoben, jetzt soll das Gipfeltreffen am 9. April stattfinden.

Am 3. Mai messen sich die Mannschaften dann am drittletzten Spieltag in Landsberg. Zunächst geht es aber für den TSV nach Kaufbeuren (Samstag, 15 Uhr). Die Ostallgäuer haben nach der Winterpause noch keinen Gegentreffer kassiert und wollen nach Aussage ihres Trainers Fred Jentzsch gegen Landsberg „den Zuschauern etwas bieten“ und möglichst für eine Überraschung sorgen. Auch gegen den Spitzenreiter werde man die Punkte „nicht freiwillig hergeben“. Die Landsberger treffen dabei mit Michael Kares und Lukas Kessler auf zwei ehemalige TSV-Akteure, die jetzt im Kaufbeurer Dress auflaufen.

Christoph Kruse

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