TSV Landsberg an der Spitze

Favorit auf dem Papier

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Sebastian Nuscheler bescherte dem TSV Landsberg gegen Gersthofen das 2:0.

Landsberg – Am heutigen Mittwoch Abend, wenn um 18.30 Uhr der SC Bubesheim im Hacker-Sportpark in Landsberg antritt, ist paradoxerweise „alles so, wie man es als Trainer nicht haben will“, sagt Sven Kresin. Dabei könnte der Coach des TSV Landsberg mehr als zufrieden sein...

Nach dem 3:0 (0:0) in Gersthofen am Wochenende ist seine Mannschaft mit vier Siegen und einem Unentschieden auf Platz eins der Landesliga Südwest vorgerückt, der heutige Gegner bekam dagegen zuletzt eine 0:4-Abreibung vor heimischem Publikum gegen Oberweikertshofen. Gerade das passt Kresin aber gar nicht ins Konzept. „Damit sind wir auf dem Papier klarer Favorit, das ist eine ganz gefährliche Situation.“

Drei Punkte sollten gegen Bubesheim trotzdem drin sein, „aber auch hier ist vor den Lohn die Arbeit gestellt“. Dass die Landsberger an der Spitze stehen, will er aber gar nicht erst bewerten. „Das hatten wir in den letzten drei Jahren immer mindestens einmal. Und jeder weiß, was danach passiert ist.“

Allerdings wirkt der TSV in der aktuellen Spielzeit bislang deutlich gefestigter und effektiver. Eine Schlüsselszene aus der Partie in Gersthofen zieht auch Sven Kresin als Beleg heran. Seine Mannschaft war nach 27 Minuten nicht so recht in die Partie gekommen, stand zu weit von ihren Gegenspielern weg. Gersthofen hatte dagegen schon in der zweiten Minute eine große Chance durch Roth vergeben. 

Dann setzte Muriz Salemovic ein Zeichen, als ausgerechnet der Spielgestalter seinen Gegenspieler weggrätschte und dafür die Gelbe Karte erhielt. „Grätschen kann er eben nicht so gut“, so der Trainer, „aber dass er es getan hat und die wirklich immense Defensivarbeit, die er in diesem Spiel geleistet hat, waren eine klare Ansage an seine Mitspieler.“ 

Die verbissen sich dann auch zusehends in der Partie und auch mit Salemovic als ungewohnt verteidigendem Arbeiter im Mittelfeld bekamen die Landsberger vor allem nach der Pause allmählich auch ein spielerisches Übergewicht. Während es zunächst für beide Teams wenige zwingende Aktionen gegeben hatte, „lag unser Tor dann schon länger in der Luft“, so Kresin. Wieder einmal hatte seine Mannschaft mehr zuzusetzen. Nach einer Ecke brachten die Gastgeber den Ball nicht weg, was dann folgte, war fast schon Standard: Flanke Nuscheler von rechts, Strohhofer köpfte druckvoll ins Tor (73.). Ausgerechnet Strohhofer – der Gersthofer traf somit für Landsberg gegen seinen Heimatverein, der dem Stürmer auch vor der laufenden Saison wieder ein gutes Angebot gemacht hatte. Strohhofer, der in der Vergangenheit wegen eines Auslandssemesters und eines Kreuzbandrisses lange ausgefallen war, hielt jetzt aber wiederum Landsberg die Treue und bedankte sich mit seinem bereits fünften Saisontreffer.

Danach brach die Gersthofer Gegenwehr zusammen, der TSV nützte die Verunsicherung der Gastgeber eindrucksvoll aus. Wiederum nach einer Ecke war es diesmal Nuscheler selbst, der mit dem 2:0 bereits alles klar machte. Der eingewechselte Sanktjohanser stellte mit einem sauber abgeschlossenen Konter den 3:0-Endstand her (89.).

Der Saisonstart ist für den TSV Landsberg damit fast perfekt (lediglich beim Mit-Tabellenführer Gundelfingen gab man Punkte ab), Trainer Sven Kresin sieht trotzdem noch Luft nach oben. Nicht zum ersten Mal etwa ließ man dem Gegner zu Beginn zuviel Platz. „Wir haben das in der Halbzeit auch deutlich besprochen“, so der 37-Jährige. „Gersthofen konnte daraus nicht viel machen, da wird es Mannschaften geben, die das ganz anders ausnützen werden, wenn wir so auftreten.“

Auch im Aufbauspiel gebe es noch Verbesserungsmöglichkeiten. „Die Bälle, die wir defensiv auf engem Raum erobern, schlagen wir aus der Viererkette noch zu oft lang nach vorne.“ Das bringt vor allem Krötz und Storhas im defensiven Mittelfeld mit zunehmender Spieldauer regelmäßig in Schwierigkeiten. „Da laufen sich die beiden 6er natürlich irgendwann tot“, weiß Kresin. Dass diese beiden Akteure zuletzt mit gröberen Fouls auffielen, will er ihnen deshalb nicht verdenken. „Der Aufwand für sie ist zu groß, da müssen wir ihnen besser helfen.“

Reserven haben für den Coach auch noch seine Außenstürmer. Nach Trainingsrückstand durch Studium bezie-hungsweise Verletzung stünden Andreas Fülla und Sebastian Nuscheler im Moment „bei vielleicht 70 Prozent, aber das Potenzial ist auf jeden Fall da, wie man sieht.“

Christoph Kruse

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