Total daneben:

Zwei Klatschen für den HCL

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Riverkings-Torhüter Michael Falkenberger hatte im Heimspiel gegen den SC Forst alle Hände voll zu tun – mit der 2:10-Niederlage hatte allerdings keiner gerechnet.

Landsberg – Eigentlich war Wiedergutmachung angesagt, doch was die knapp 200 Zuschauer dann von den Riverkings vorgesetzt bekamen, hatten auch Pessimisten nicht so erwartet. Nach einem desaströsen Auftritt ging der HC Landsberg gegen die „Nature Boyz“ des SC Forst mit 2:10 vom Eis.

So recht nachvollziehbar ist es nicht, warum dieselbe Mannschaft noch vor wenigen Wochen das Spitzenteam aus Pfronten in einer begeisternden Partie besiegte und jetzt die einfachsten Dinge verlernt zu haben scheint. „Ganz ehrlich, ich habe auch keine Erklärung dafür“, so Co-Trainer Christoph Hicks. Während Coach Topi Dollhofer das Debakel äußerlich gewohnt ruhig hinnahm, analysierte Hicks schon während der Partie die zahlreichen Fehler mit seinen Spielern – allein, die Gespräche halfen genauso wenig wie die lautstarke Ansage in der zweiten Drittelpause.

Zwei Klatschen für den HC Landsberg

Selbst, als es kurz vor Ende des ersten Abschnitts durch einen Abstauber von Turner und eine schöne Einzelaktion von Ville Dollhofer 2:3 hieß, hatten wohl nur die wenigsten Fans das Gefühl, als könnte ihre Truppe an diesem Abend etwas zählbares mitnehmen. Zu häufig leistete man sich bereits zu diesem Zeitpunkt grobe Stellungsfehler und taktische Schnitzer und war einfach nicht aufmerksam genug. Ein Beispiel: Bei 13:01 Minuten war man in der Defensive wieder einmal nicht auf dem Posten, die Scheibe war wohl schon kurz im Tor, der Schiedsrichter hatte sie allerdings an der Latte gesehen. Der Weckruf half aber nichts, nur sechs Sekundens später ließ man den Gegner nach dem Bully fast ungestört einschießen und zwei Minuten später landete der Puck schon wieder hinter Falkenberger an der Latte.

Die Riverkings zuckten nur noch einmal kurz; Christian Geuß vergab in der 31. Minute zwei gute Gelegenheiten, schon mit dem 4:2 wenige Sekunden später machte Dejan Pungarsek, an diesem Abend Forsts bester Stürmer, praktisch schon alles klar – und das in Unterzahl. In den drei Minuten vor der zweiten Pause löste sich der HCL dann zusehends in seine Bestandteile auf, verlor völlig die Ordnung und kassierte drei weitere Treffer.

Auch im letzten Drittel war von einem Aufbäumen nichts zu sehen, Forst konnte nach Belieben spielen und schießen. Die Nature Boyz trafen dann auch noch in Überzahl, erneut in Unterzahl, bei vier gegen vier und leisteten sich sogar den Luxus, in der Schlussminute einen Penalty zu vergeben. An der höchsten Heimniederlage der Vereinsgeschichte für den HC Landsberg änderte das allerdings nichts mehr.

Ein anderes Gesicht

 Von Verletzungen, beruflichen Absenzen und Krankheit dezimiert (Kapitän Markus Haschka lag mit Magenproblemen sogar im Krankenhaus) und mit der zweistelligen Niederlage im Gepäck war für die Sonntagspartie in Holzkirchen ebenfalls nichts Gutes zu erwarten. Doch trotz des 1:4 im Oberland zeigte die Mannschaft ein anderes Gesicht. „Obwohl wir nur zehn Feldspieler zur Verfügung hatten, waren wir eigentlich die bessere Mannschaft“, so Christoph Hicks. „Wir haben allerdings wieder einmal reihenweise beste Chancen vergeben.“ Marco Fichtl brachte die Riverkings dann doch noch auf 1:3 heran (49.), nach dem postwendenden 1:4 durch Kober (50.) hatte die Rumpftruppe aber nichts mehr zuzusetzen. Dass Trainer Dollhofer nicht mit nach Holzkirchen gefahren war, hatte aber laut Hicks nichts mit der Schlappe gegen Forst zu tun. „Er war beruflich verhindert, das war aber schon vor Wochen so angekündigt.“

Für den kommenden Freitag (20 Uhr) erhofft sich Hicks eine weitere Steigerung des Teams. „Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft eine Reaktion zeigen wird“, meint er. „Das sind wir nach den Auftritten im Januar schon den Zuschauern schuldig, die immer noch treu zu unseren Spielen gekommen sind.“

Zwei Tage später geht es zum Derby nach Fürstenfeldbruck (18 Uhr). Anschließend haben die Riverkings eine Woche Pause, bevor zum Saisonabschluss am 22. Februar (20 Uhr) der EC Oberstdorf nach Landsberg kommt. Erst dann wird man auch mit der Aufarbeitung der Niederlagenserie starten. „Wir haben noch drei Spiele und wollen die Saison ordentlich zu Ende bringen“, kündigt Christoph Hicks an. „Danach werden wir uns zusammensetzen und in Ruhe analysieren, warum die Dinge so gelaufen sind.“

Christoph Kruse

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