"Das dürfen wir nicht hergeben"

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TSV-Trainer Roland Krötz musste in Unterföhring mit ansehen, wie seinem Team in Unterzahl die Felle zum Schluss davon schwammen.

Landsberg – Die Bayernliga-Fußballer treten in der Tabelle weiter auf der Stelle. Nach einer 3:2-Auswärtsniederlage am Freitagabend vergangener Woche in Unterföhring wanderten keine zusätzlichen Zähler auf das schmale Punktekonto. Dabei sah es lange Zeit sehr vielversprechend aus. Die Lech-Kicker hielten die favorisierten Gastgeber lange Zeit gekonnt vom eigenen Tor fern und lagen durch die Treffer zweier Abwehrspieler sogar aussichtsreich in Front. Doch schwindende Kräfte und ein überflüssiger Platzverweis befeuerten die Unterföhringer Aufholjagd, am Ende stand der TSV mit komplett leeren Händen da.

„Wir wussten in der Halbzeitpause, dass Unterföhring alles nach vorne werfen wird“, blickt TSV-Trainer Roland Krötz auf die Partie zu ungewohnter Anstoßzeit am Freitagabend zurück. Nach dem ernüchternden Remis am Wochenende zuvor gegen Bogen, bei der sich seine Mannschaft in entscheidenden Szenen stark indisponiert präsentiert hatte, lag man nach 45 Minuten überraschend mit 0:2 beim FC Unterföhring in Führung. „Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben sehr gut gegen den Ball gearbeitet“, lobt der Coach, der erstmals in der laufenden Saison Daniel Neuhaus in der Start-Elf aufbot.

Zwar sorgten Tayfun Arkadas und Yakub Dora schon früh für die erste gefährliche Situation vor dem TSV-Gehäuse, das erneut von Tobias Heiland gehütet wurde, direkt darauf setzten aber auch die beiden Landsberger Sebastian Bonfert und Andreas Fülla das erste Ausrufezeichen auf der Gegenseite (6.). In der Folge stand das Krötz-Team sicher, die favorisierten Hausherren bissen sich die Zähne an den gut sortierten und einsatzfreudigen Gästen vom Lech aus. Und diese gingen sogar doppelt in Führung, jeweils nach einem ruhenden Ball: In der 36. Minute brachte der TSV die Kugel gefährlich vor das Tor von FCU-Schlussmann Patrick Noth­haft, beim Klärungsversuch stand Abwehrmann Julian Birkner am rechten Fleck und „wurde quasi angeschossen“, wie sein Trainer beschreibt. Auch beim 0:2 reagierte der TSV gedankenschneller. Einen Freistoß auf den langen Pfosten drückte Verteidiger Sebastian Nichelmann über die Linie (43.). Krötz sah „eine unserer besten Halbzeiten in dieser Saison“, mit der verdienten Führung ging es in die Kabine.

Dort schwante den Landsbergern bereits, dass der Weg zum Punktgewinn noch ein steiniger sein würde, doch zunächst änderte sich wenig am Bild. Der TSV ließ Unterföhring kaum zur Entfaltung kommen. Erst in der 67. Minute fiel der Ausgleich nach einer Ecke. Tayfun Arkadas zirkelte den Ball vor den Kasten, sein Bruder Atila markierte den Anschluss. Soweit kein Problem, doch nun kamen Unruhe und Nervosität auf. „Wir haben unsere Linie verloren“, bedauert Krötz, der fortan mit ansehen musste, wie sein Team „sehr sehr stark unter Druck“ geriet. In der 81. Minute stand Fortuna noch Patin, als Yasin Yilmaz nur die Latte traf und Sebastian Gilg den Nachschuss auf der Linie zu entschärfen wusste.

Unmittelbar darauf leistete der bereits mit einer gelben Karte vorbelastete Birkner seiner Mannschaft jedoch einen Bärendienst: Nach einem Pfiff von Schiedsrichter Florian Fleischmann schlug er den Ball weg, Landsberg hatte sich des Unterföhringer Powerplays fortan in Unterzahl zu erwehren (82.). Der TSV sorgte nur noch mit Befreiungsschlägen für Entlastung, die Hausherren waren nun drückend überlegen – und schlugen daraus Kapital. „Die Wege wurden immer weiter für uns“, beschreibt Krötz. In der 85. Minute enteilte Andreas Faber nach einem Zuspiel von Uwe Schlottner seinen Bewachern und ließ Heiland mit einem Lupfer im direkten Duell keine Chance, Ausgleich. Den endgültigen Knock­out hatten die Gäste dann in der Nachspielzeit einzustecken, als Martin Büchel mit dem 3:2 auch noch die Hoffnung auf ein Unentschieden zunichte machte. Der TSV stand nach einer über weite Strecken gefälligen Leistung mit leeren Händen da.

„Das Ding dürfen wir nach dem 0:2 eigentlich nicht mehr hergeben“, bedauerte Krötz, der am kommenden Samstag einer schweren Aufgabe entgegen blickt. Denn ab 14 Uhr geht es im heimischen Hacker Pschorr Sportpark gegen Tabellenführer Pullach. „Ein absoluter Favorit auf die Meisterschaft und für uns ein ganz dickes Brett“, sei die gegnerische Mannschaft um den 43-jährigen Schlussmann Michael Hofmann, der jahrelang das Tor des TSV 1860 München hütete und Top-Torjäger Chaka Menelik Ngu‘Ewodo. „Sie haben in den letzten Jahren ihre Regionalliga-Tauglichkeit bewiesen und sind nur aufgrund der Struktur ihres Umfelds nicht aufgestiegen“, so Krötz, der Pullach „nochmal richtig gut verstärkt“ sieht.

ras

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