Landesliga Südwest:

Vom Aufstieg ist (noch) keine Rede

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Weniger Einsätze als Spieler, dafür intensivere an der Seitenlinie, strebt TSV-Trainer Sven Kresin an

Landsberg – Vom Aufstieg redet Sven Kresin immer noch nicht. Der etwas eigenwilligen Rhetorik der Konkurrenz aus Raisting folgt der Trainer des TSV Landsberg aber auch nicht. „Mit 39 Punkten zu sagen, man brauche noch einen Punkt gegen den Abstieg, das kann ich nicht ernst nehmen.“

Kresins Truppe hat in der Landesliga Südwest nur einen Zähler weniger und geht die Spiele nach der Winterpause von Rang 4 aus an. „Natürlich wollen wir so lange wie möglich oben mitmischen“, sagt der Landsberger Coach, „und wenn wir nach 32 Spieltagen immer noch vorne mit dabei sind, dann werden wir auch über das Thema Aufstieg reden.“ Um weiter eine gute Rolle spielen zu können, hat man auch am Kader über den Winter gearbeitet.

„Ersetzungen und eine punktuelle Verstärkungen“ nennt Kresin die Wechsel in seiner Truppe. Mit letzterem ist Rainer Storhas gemeint. Zwar war der 28-jährige Mittelfeldspieler zuletzt inaktiv, er bringt aber zweifelsfrei Klasse mit. Von seinem Heimatverein SV Igling wechselte er einst zum FC Bayern München und wurde dort Regionalliga-Meister. „Auf dem Weg zu den Profis hatte er dann Thorsten Fink vor sich. Es ist halt nicht ganz einfach, an einem Champions-League-Sieger vorbeizukommen“, sagt Kresin.

Storhas habe zwar ein halbes Jahr nicht gespielt, „aber wenn er in den Rhythmus kommt, ist er für diese Liga eine absolute Rakete.“ Vorgesehen ist Storhas, dessen Vater und Onkel schon beim TSV Landsberg spielten, fürs defensive Mittelfeld, dem Trainer gefallen an ihm die spielerische Auffassungsgabe und Zweikampfstärke. Mit Storhas könnte dann auch endgültig die Lücke geschlossen werden, die Sebastian Bonfert mit seinem Abgang gerissen hat.

Damit dürften die Einsätze von Kresin selbst auf der Sechser-Position seltener werden. Zwar kommt der 36-Jährige mit der Reha für sein lädiertes Knie voran und hofft, der Mannschaft wieder helfen zu können, falls Not am Mann ist. „Ich trainiere viel für mich selbst. Aber die Jungs müssen das langsam auch selbst in die Hand nehmen.“

Klein, schnell, willig

Dabei sollen auch zwei weitere Neuzugänge mithelfen: Sebastian Gilg kommt vom FC Memmingen II und war zuvor beim FC Augsburg II aktiv. Der 21-jährige Stürmer ist laut Kresin links wie rechts auf den Außenbahnen einsetzbar und soll Baris Ayoglu ersetzen, der aus beruflichen Gründen nicht mehr für den TSV spielen kann. „Er ist klein, aber schnell und sehr willig. Und mit einem Buchloer Jungen haben wir wieder einen Spieler aus der Region geholt. Mit ihm wächst auch der Druck auf die anderen Spieler auf diesen Positionen.“ Ähnliches gilt für Peter Knechtel (24), der von Türkspor Augsburg kommt und Innenverteidiger spielen kann. „Er ist nicht der große Organisator, aber besonnen und zweikampfstark am Mann. Er ist eine Alternative zu denjenigen Spielern, die immer mal wieder Böcke in der Abwehr schießen.“

Ein weiteren Angreifer, der schon lange zum Kader gehört, fällt für Kresin „beinahe auch unter die Kategorie Neuzugang“: Stefan Strohhofer fiel nach seinem Kreuzbandriss sechs Monate lang aus und wurde im Sturm schmerzlich vermisst. Sein Knie zwicke immer wieder einmal, so Kresin, Strohhofer mache dies aber im Moment mit Physiotherapie wett und werde in den kommenden Spielen „sicher seine Einsätze bekommen.“

Neben Ayoglu gab es in der langen Winterpause aber auch zwei weitere Abgänge bei den Landsbergern. Markus Happberger wurde mitgeteilt, dass er bis zum Saisonende vermutlich nicht mehr viele Einsätze haben würde, die 24-jährige Offensivkraft verließ daraufhin den Verein mit unbekanntem Ziel. Bei Bastian Klein weiß man dagegen genau, wohin er gewechselt ist: Der 23-Jährige, der nach starkem Saisonbeginn in den letzten Spielen etwas nachließ, geht zurück zum TSV Schongau. „Er hat aus freien Stücken den Verein verlassen, mehr möchte ich zu diesem Thema nicht sagen“, so Kresin.

Jeder Punkt zählt

Die beiden ersten Spiele nach der Winterpause, gegen Dachau und Otto­beuren, wurden wetterbedingt abgesagt, am kommen­den Sonntag aber wird es aber für den TSV Landsberg ziemlich sicher ernst. „In Illertissen gibt es einen Kunstrasenplatz, somit werden wir sicher spielen“, blickt Trainer Sven Kresin voraus.

Nach der Partie beim Tabellensechsten der Landesliga Südwest geht es hochkarätig wei­- ter, eine Woche später kommt Pipinsried (5.) nach Landsberg, Ende März geht es zum Tabellenführer nach Gundelfingen. „Das wird knackig, das sind drei Favoriten in der Liga, aber da müssen wir punkten“, nimmt der Trainer seine Truppe in die Pflicht. „Das werden bis zum Saisonende 13 Spiele auf des Messers Schneide. Jeder Punktverlust ist jetzt fast schon einer zuviel.“

Für den Angriff auf die Tabellenspitze steht Kresin der komplette Kader zur Verfügung. „Viele klagen und jammern ja, aber wir haben praktisch keine Verletzten.“ Auch Muriz Salemovic „scharrt nach der langen Pause mit den Hufen“, doch der Spielgestalter muss noch eine Partie wegen seiner Rot-Sperre aussetzen; außerdem fehlen in dieser Woche zwei Akteure aus beruflichen Gründen im Training.

Im letzten Testspiel trennte sich der TSV Landsberg vom FC Kempten 0:0. „Wir hatten zwar mehr Ballbesitz und waren spielgefälliger, aber man muss auch solche Spiele ernstnehmen und dann aus den vielen Chancen irgendwann ein Tor machen“, war Kresin nur teilweise zufrieden.

Christoph Kruse

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