Eines der besten Spiele

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Blitzsauberes Tackling: Landsbergs Mittelfeld-Akteuer Maximilian Süli (liegend) war in dieser Szene einen Tick schneller am Ball als eine Unterhachinger Kontrahent.

Landsberg – Die SpVgg Unterhaching hat die personelle Aufrüstung ihrer 2. Mannschaft auch beim Gastspiel in Landsberg fortgesetzt – geholfen hat es ihr diesmal nichts. Mit 5:0 (2:0) fertigte der TSV den Gegner ab und bleibt damit in der Fußball-Bayernliga auf Erfolgskurs.

„Das war sicher eines der besten Spiele, die ich von meiner Mannschaft bis jetzt gesehen habe“, gab es von Trainer Sven Kresin anschließend viel Lob. „Vor allem auch, weil Unterhaching ja kein Fallobst war und gut gespielt hat.“ Mit ingesamt sechs Spielern aus der Drittliga-Mannschaft war die Reserve verstärkt worden. Auffälligster Profi war dabei ohne Zweifel Kenny Redondo – was allderdings nicht für den 20-Jährigen spricht. Sein Einsteigen von hinten an der Außenlinie gegen Salemovic wäre bereits eine Rote Karte wert gewesen.

Landsberg fertig Unterhaching II ab

Auch als Landsbergs Spielgestalter mit starken Schienbeinschmerzen nach der Halbzeitpause draußen bleiben musste, machte Redondo in derselben Gangart weiter. Mit einem weiteren groben Foul im Mittelfeld kam er noch ungestraft davon; als er Maximilian Süli dann aber ebenfalls mehr als rustikal fällte, blieb Schiedsrichter Rank nichts anderes mehr übrig, als ihn mit Gelb-Rot vom Platz zu stellen. „Er hat darum gebettelt“, so Kresin. „Ich weiß nicht, ob man heute in der 3. Liga solchen Fußball spielt. Aber die Profis haben jetzt jedenfalls gesehen, dass auch in der Bayernliga guter Fußball gespielt wird.“

Und das mit dem besseren Ende für die Gastgeber. Nach einer kurzen Schrecksekunde zu Beginn, als man durch eine Unachtsamkeit in der Abwehr fast ein Eigentor produzierte, baute der TSV zusehends Druck auf. Nuscheler, Siegwart, Salemovic hatten bereits jeweils das 1:0 auf dem Fuß, bevor Hauke einen Freistoß nach 29 Minuten zur Führung einköpfte.

Nur in den Folgeminuten schien der Erfolg kurz in Gefahr zu kommen. Die Hachinger zogen spürbar an, Heiland musste zweimal entschlossen gegen Haas klären (32.) und vereitelte nur eine Minute später auch die Großchance von Marton. „Sie hatten nicht viele Gelegenheiten, aber die wenigen waren gut“, so Kresin, „da hat Tobi dann herausragend gehalten.“

Parierte gegen Spielende sogar einen Foulelfmeter: TSV-Keeper Tobias Heiland.

Noch vor der Pause rutschte Beqiri eine Hereingabe von Siegwart zum 2:0 ins Tor (39.) und nach einem kurzen Aufflackern von Gefährlichkeit bei den Gästen nach dem Seitenwechsel hatte man die Partie auf Landsberger Seite nach gut einer Stunde wieder sicher im Griff. Während die Viererkette aggressiv und kompakt agierte und nicht mehr viel zuließ, gab es auch in der Spieleröffnung viel Positives zu sehen. Durchaus bemerkenswert, wenn die beste Offensivkraft fehlt, wie Kresin betont. „Es spricht für sich, dass wir inzwischen auch Salemovic ersetzen können“, so der Coach, der auch Rainer Storhas lobt. „Bemerkenswert, was er als alleiniger Sechser gezeigt hat.“

Das wurde den 350 Zuschauern dann auch deutlich vor Augen geführt, als bei Unter- haching nach Redondos Platzverweis alle Dämme brachen. Nur Sekunden nach der Hinausstellung schlug Storhas einen Traumpass auf Siegwart, der nicht weniger schön direkt über Marinovic zum 3:0 ins Tor lupfte (74.). Drei Minuten später narrte der eingewechselte Gilg die Gästeabwehr beim 4:0, eine Hereingabe von ihm verwertete kurz vor Schluss Strohhofer noch zum 5:0-Endstand. Der SpVgg blieb sogar der Ehrentreffer versagt, weil Haas mit einem an ihm verschuldeten Foulelfmeter an Heilands starker Parade scheiterte.

„Haching wollte ja Anschluss an die Relegationsplätze finden, da haben wir ihnen einen schönen Strich durch die Rechnung gemacht“, war Kresin mit seiner Truppe zufrieden. Die wiederum steht als Aufsteiger auf Platz 5 glänzend da. „Wir müssen aber vollenden, was wir angefangen haben, zurücklehnen darf sich keiner“, so der Coach. 

Gastspiel in Pullach

Am Samstag wird die Aufgabe in Pullach (14 Uhr) allerdings extrem schwer, wie er weiß. „Die haben mit 20 Spielen 45 Punkte, das sagt eigentlich schon alles“, so der 38-Jäh- rige über den Aufstiegskandidaten, bei dem es Stürmer Orhan Akkurt bis jetzt schon auf 21 Tore gebracht hat. Pullach habe „einen guten Dreh in der Mannschaft“ und zudem mit Ex-Bundesliga-Profi Frank Schmöller (HSV, Mannheim) „einen Trainer, der weiß, wie man aufsteigt.“ Beim Gastspiel in Pullach muss das TSV-Trainerteam erneut auf Sebastian Nichelmann verzichten. Der Kapitän versuchte, nach seinen Leistenproblemen mit einem Einsatz in der 2. Mannschaft wieder in Tritt zu kommen, „doch die Verletzung ist leider offenbar wieder aufgebrochen“, sagt Kresin.

Christoph Kruse

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