HCL startet in Punktrunde

Die erste Reihe ist entscheidend

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Im Vorbereitungsspiel gegen den EC Pfaffenhofen hatten Sven Gäbelein (links) und Torhüter Paul Kienle noch allerhand zu tun – in Fürstenfeldbruck wendete sich das Blatt.

Landsberg – Mit einer klaren Niederlage und einem ebenso deutlichen Sieg schloss der HCL seine Vorbereitung auf die neue Saison ab. Dem 3:9 gegen Pfaffenhofen folgte ein 5:1 gegen Fürstenfeldbruck; am Freitag (20 Uhr) beginnt die Punktrunde mit dem Heimspiel gegen den SC Riessersee Ib.

Landsbergs Trainer Alex Wedl stand am vergangenen Wochenende vor einer schwierigen Aufgabe, immerhin baut er stark auf die vereinseigenen Junioren. Die allerdings absolvierten auch noch zwei Punktspiele in der Bundesliga, es galt also, die Nachwuchskräfte dosiert einzusetzen. Weis, Gebhardt, Christian und Baumhackel (die gegen Pfaffenhofen aufliefen) ersetzte der Coach am Sonntag demnach durch Kunstmann, Hartig, Thebing und Folk. Im Tor stand in beiden Spielen Paul Kienle, da Christoph Schedlbauer aus beruflichen Gründen zuletzt wenig trainieren konnte.

Doch nicht nur deshalb gerieten die Gastgeber recht schnell ins Hintertreffen gegen die Ice Hogs. Die etablierte erste Sturmreihe des Bayernligisten mit Babic, Feilmeier und vor allem dem US-Boy Daniel J. Turner machte zusammen mit ihrem auffälligsten Verteidiger, Patrik Landsdorfer, den Klassenunterschied früh deutlich. Schon nach gut sieben Minuten hieß es 2:0 für Pfaffenhofen. Den sehenswerten An-schlusstreffer durch Weis beantworteten die Hallertauer noch im zweiten Drittel mit vier weiteren Treffern, Baumhackel traf als einziger für die Riverkings. Nach 40:26 Minuten stellten die Ice Hogs (die auch alle sechs Testspiele zuvor gewonnen hatten) auf 7:1, sämtliche 18 Scorerpunkte hatten dabei die genannten vier Spieler erzielt.

Für Pfaffenhofens sichtlich entspannten Trainer Heinz Feilmeier Grund genug, nicht nur seinen Sohn, sondern auch Marko Babic vorzeitig zum Duschen zu schicken. Die beiden verfolgten den Rest des Spiels von der Tribüne aus; Turner kam nur noch zu einem einzigen Einsatz im Schlussdrittel. Als das Trio vom Eis war, konnten die über 60 Minuten engagierten Riverkings die Partie deutlich offener gestalten, den beiden Treffern durch Vokaty setzte man dann immerhin noch den Schlusspunkt durch Scherdi entgegen.

Auf Pfaffenhofener Seite konnte dagegen Austin Wycisk, wenn auch freundlich in Landsberg begrüßt, auch im letzten Drittel an alter Wirkungsstätte nicht wirklich glänzen. Das wäre vermutlich aber zuviel erwartet gewesen – der Deutschkanadier, der einst beim EVL 2000 spielte, hatte erst an diesem Tag bei den Ice Hogs unterschrieben, war kurz vor Spielbeginn angereist und musste sich wegen des noch fehlenden Spielerpasses bei den Schiedsrichtern sogar mit dem Führerschein ausweisen.

Gegen Fürstenfeldbruck gab es dann ein ähnliches Bild, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Wenn auch nicht ganz so eindeutig, war es erneut die erste Reihe, die die Partie entschied – diesmal aber die der Landsberger. Unter anderem wurde im Derby deutlich, dass der Antritt von Michael Fischer in der anstehenden Saison für die Riverkings noch viel wert sein könnte. Den Außenstürmer, der mit zunehmender Spielzeit immer mehr aufdrehte, bekamen die Gäste nur noch selten in den Griff, auch mit seinem Sturmpartner Eric Mascall hatten die Brucker sichtlich Schwierigkeiten.

In einer körperlich von beiden Seiten konsequent geführten Partie ließen sich die Riverkings nach dem frühen 1:0 zunächst zwar auf das eher ruhige Tempo der Gäste ein. Als die mit jungen Spielern gespickte Truppe nach einer kurzen Ansprache des Trainers die Zweikämpfe intensiver anging und die Geschwindigkeitsvorteile zusehends ausnützte, fand der Gegner kein Mittel mehr gegen den HCL. Vor allem im Mitteldrittel dominierten die Landsberger die Partie klar, selbst bei Überzahl der Brucker hatte man teilweise die besseren Chancen im Konter. Fischer glänzte mit einem Treffer (Nachschuss nach eigenem Solo) und drei Vorlagen, auch gegen Pfaffenhofen hatte er bereits mit Durchsetzungsvermögen und zwei Assists beeindruckt.

Für das erste Punktspiel gegen die Garmischer wird Coach Alex Wedl vermutlich weiter am Überzahlspiel feilen, in den Powerplay-Situationen fehlte den Riverkings in der Vorbereitung sichtlich noch etwas die Routine. Wenn die junge Mannschaft allerdings vor allem in den Ecken die Checks so konsequent zuende fährt wie gegen Fürstenfeldbruck, sollte man tatsächlich in der oberen Tabellenregion mitspielen können. Die SCR-Reserve reist bereits mit Problemen an: Die beiden letzten Testspiele bestritt man mit gerade einmal elf Akteuren.

Christoph Kruse

Durchwachsene Vorbereitung

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