Die ersten Punkte auf dem Konto

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Lukas Greif (rechts) hat den ersten Landsberger Treffer der Saison besorgt.

Landsberg – Die Bayernliga-Kicker des TSV Landsberg haben einen Fehlstart in die neue Saison vermieden. Nachdem es unter der Woche beim FC Sont­hofen noch eine 2:0-Pleite gesetzt hatte, platzte gegen den SV Heimstetten mit 3:1 endlich der Knoten. Doch noch offenbaren sich einige Baustellen, vor allem bei gegnerischen Standardsituationen zeigt sich die Krötz-Elf noch zu unausgeschlafen.

Drei Spiele, drei Punkte, 3:4 Tore – so lautet die Landsberger Bilanz in der noch jungen Spielzeit. Dass bisher sämtliche Gegentreffer unmittelbar nach Standards fielen, spricht dafür, dass die kollektive Arbeit gegen den Ball im Spiel gut funktioniert. Und das, obwohl der Kader im Sommer einige Veränderungen durchlaufen hat. Umso ärgerlicher ist, dass vermeidbare Nachlässigkeiten schon den ein oder anderen Zähler gekostet haben.

So sieht es auch Mittelfeldspieler und Co-Trainer Sebastian Bonfert: „Das war ein Missverständnis zwischen Torwart Tobias Heiland und mir“, beschreibt er den Treffer des SV Heimstetten zum zwischenzeitlichen 2:1 während des Heimspiels am vergangenen Samstag. Der Landsberger Schlussmann hätte die Hereingabe wohl problemlos aufnehmen können, „aber ich bin zum Ball und habe ihn nicht richtig erwischt“. Resultat war ein erneut unglücklich verteidigter Freistoß und ein gegnerischer Nutznießer – Clemens Kubina bedankte sich und brachte sein Team in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zurück in die Spur.

Denn zuvor hatte der TSV einen echten Blitzstart hingelegt, nach drei Minuten stand es vor 360 Zuschauern bereits 2:0. „Beim 1:0 haben wir die Abwehr überlupft“, schildert Bonfert. Adressat Philipp Siegwart legte noch einmal ab, Lukas Greif vollstreckte (2.). Direkt danach verwandelte Siegwart, nachdem er mit einem feinen Pass durch die Schnittstelle freigespielt worden war, selbst (3.). Noch in der ersten Hälfte hatten die Hausherren Chancen, den Sieg vorzeitig in trockene Tücher zu bringen, doch es kam eben anders. „Den Mangel an Konzentration müssen und werden wir abstellen“, verspricht Bonfert.

Balsam für die Nerven war da das 3:1. Nach einem Ballgewinn tief in der eigenen Hälfte schaltete der TSV abermals zügig um, SVH-Schlussmann Maximilian Riedmüller wusste sich im Strafraum nur noch mit einem Foul zu helfen. Zwei Wochen zuvor waren die Landsberger in Heimstetten nach einem verpatzten Elfmeterschießen noch aus dem Pokal ausgeschieden, doch Neuzugang Jonas Meichelböck blieb cool und schickte den Torhüter ins falsche Eck (68.). In der 85. Minute wäre beinahe nochmal Spannung aufgekommen, doch diesmal versagten den Gästen die Nerven beim Strafstoß. Den in die Mitte geschossenen Versuch von Lukas Riglewski wehrte Heiland mit den Beinen ab, der TSV fuhr den ersten Dreier der Saison ein. Entsprechend groß war die Erleichterung: „Drei Niederlagen wären schon ein Dämpfer gewesen“, gibt Bonfert zu. „Das wäre unter der Saison aber genauso gewesen.“

Denn schon am Mittwoch zuvor hatte der TSV in Sonthofen den Kürzeren gezogen. „Wir waren engagiert, die Torchancen waren da“, findet der 28-Jährige. Doch ein Einwurf und ein verlorener Zweikampf, führten dazu, dass Jannik Keller allein vor Heiland auftauchte und das 1:0 besorgte (4.). Und dann war da ja noch der Freistoß zum 2:0 von Andreas Maier, fast von der Mittellinie aus (65.). Seinem aufgerückten Torwart macht Bonfert keine Vorwürfe: „Da muss einfach ein Spieler von uns hin und den Ball sperren.“

Ob die TSV-Elf schon am Sonntag in Pipinsried cleverer zu Werke geht? Nötig wäre es. „Sie haben überragende Einzelspieler, vielleicht die besten der Liga“, sieht Bonfert eine schwere Aufgabe nahen. Fehlen wird in jedem Fall Alexander Buschel, der im Urlaub weilt. Der Einsatz von Neuzugang Lukas Göttle bleibt wegen einer Zehenquetschung fraglich. „Wir müssen unsere Einheit dagegen setzen.“ Denn bei aller spielerischer Güte – „Anscheinend hat Pipinsried noch keine Geschlossenheit gefunden.“ Das Team aus dem Dachauer Hinterland hatte im Sommer einen großen Umbruch vollzogen und wartet noch auf seinen ersten Treffer. Doch Fußball dürfte beim FCP derzeit nur eine Randerscheinung sein, Betroffenheit herrscht vor. Armela Segashi, die 14-jährige Schwester von Linksverteidiger Arbnor, hatte beim Amoklauf von München ihr Leben verloren.

Rasso Schorer

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